Der Kommentar

Personalmangel mit Ansage

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Die Statistiken aus der Bauwirtschaft sprechen eine klare Sprache. Noch nie sind so viele Aufträge eingegangen wie im letzten Jahr. Immobilien bleiben für Investoren das "Betongold", da sie gute Renditen versprechen. Inzwischen werden Immobilien zur 20- bis 30-fachen Jahresmiete verkauft. Wenn Mieterhöhungen, Inflation oder etwa Reparaturen unberücksichtigt bleiben, kommt das Geld also erst nach 30 Jahren zurück.

Nach den Plänen der neuen Regierung, wird es auch noch lange so bleiben, 400 000 neue Wohnungen und 450 neue Windräder jährlich. Dazu kommen das Sanierungsprogramm und der ehrgeizige Ausbau von Bahnverkehr und ÖPNV, die Infrastruktur für Elektromobilität, die Leitungstrassen für die Energiewende und nicht zuletzt die unendliche Zahl an sanierungsbedürftigen Brücken und anderen Ingenieurbauwerken.

Dabei wissen wir schon jetzt, dass gewerbliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fehlen. So meldet das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW Köln) schon in 2021, dass der Immobilienwirtschaft 36 000 Handwerker fehlen. Für das aktuelle Ziel der Bundesregierung, jedes Jahr 100 000 neue Wohnungen zu bauen, geht der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) von 45 000 zusätzlichen Mitarbeitern aus. Die IG BAU geht davon aus, dass die neue Wohnungsbauoffensive der Bundesregierung bis zu 100 000 neue Stellen erfordern wird.

Nun wissen wir, dass es am Bau nicht immer nur nach oben geht. Baurezessionen hat es schon viele gegeben und die wird es auch weiterhin geben. Die letzte Rezession, 1995 bis 2005, haben einige vielleicht noch in Erinnerung. Die Zahl der Mitarbeiter am Bau ist von knapp 1 500 000 in 1995 auf gut 700 000 in 2006 geschrumpft. Aktuell sind es circa 900 000 Mitarbeiter. Das jetzt Personal weiter aufgebaut werden muss, entspricht durchaus dem typischen Konjunkturzyklus in der Branche. Noch Anfang der 1990er Jahre gab es durch die Wiedervereinigung ein Überangebot an Arbeitssuchenden. Heute herrscht dagegen in vielen Regionen praktisch Vollbeschäftigung, hinzu kommt ein Trend zur Akademisierung. Es ist nicht zu erwarten, dass der Landschaftsbau und der Rest der Bauwirtschaft durch gute Werbung und Imagekampanien ausreichend gewerbliche Mitarbeiter finden können.

Zu erwarten ist eher, dass sich die Lage so entwickelt, wie in anderen wohlhabenden Nationen. Bestimmte Arbeiten werden durch Mitarbeiter aus dem Ausland erledigt werden, so wie in Deutschland in den 1970er Jahren. In Dubai kommen viele Arbeiter aus Pakistan, in den USA aus Mexiko, in der Schweiz aus Deutschland. Sicher eine zu plakative Darstellung, aber amerikanische Landschaftsgärtner waren sogar schon darauf vorbereit, wenn die Arbeitsvisa von Mexikanern gestrichen werden sollten, ihre Firmen zu liquidieren. Ohne Mexikaner geht es nicht. Nun haben US-amerikanische Landschaftsgärtner Milliardenumsätze und können sich die Administration von Arbeitsmigranten leisten.

Deutsche Landschaftsgärtner können das oft nicht. Ist es nicht Zeit für weniger Imagekampagne für zusätzliche Aufträge im Privatgarten? Stattdessen mehr Anwerbestrategie und Administration für neue Mitarbeiter aus dem Ausland? Einen Gedanken ist es wert.

Ihr Martin Thieme-Hack

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 03/2022 .

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