Pflanzungsformen der 1970er-Jahre wieder aufgegriffen

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Südaufgang: Pflanzung im Juli 2014.

Alle Pflanzungen, die anlässlich der BUGA 2015 Havelregion durch das Büro Dane Landschaftsarchitektur aus Weimar geplant wurden, befinden sich auf dem Marienberg in der Stadt Brandenburg an der Havel. Das Team wurde mit der Gestaltung des Südaufganges, des Rosenhags am Südaufgang, einem Staudengarten, einem Rosengarten, einem Heidegarten und drei Wechselflorflächen beauftragt.

Unter altehrwürdigen Bäumen liegt der großzügige Südaufgang. Er bildet einen der Hauptzugänge zum BUGA-Gelände auf dem Marienberg in Brandenburg. Ziel der Pflanzung am Südaufgang war ein Wiederaufgreifen von Pflanzungsformen der 1970er-Jahre - eine Zeit, die das Gesicht des Parks auf dem Marienberg stark geprägt hat. Standortfaktoren wie Boden und Lichtverhältnisse waren maßgebliche Kriterien bei der Auswahl der Stauden. So entstand eine Pflanzung, die sich dem Standort unter großen schattenspendenden Bäumen fügt, aber gleichzeitig repräsentativ und einladend genug ist, um die Besucher auf dem BUGA-Gelände zu empfangen.

Marienberg - Südaufgang: "Geheimnisvolles Schattenreich"

Die Pflanzungen der 1970er-Jahre waren unter anderem gekennzeichnet durch bodendeckende Stauden, welche einen Teppich bilden, aus dem sich höhere Solitärstauden oder Staudengruppen und Gräser herausheben.

Die baulichen Strukturen der Treppenanlage des Südaufganges mit Stufen und Mauern legen die Formen der Pflanzflächen fest, die sich terrassenartig aufwärts erstrecken.

Die Pflanzungen links und rechts der Treppe gehen in ihren Formen ineinander über - von der Treppe zwar unterbrochen, stehen sie miteinander in Verbindung. Ein mäandrierendes Staudenband verbindet alle Flächen miteinander. Dieses Staudenband zeigt einen Farbverlauf von Weiß über Silbergrau, Blau, Rosa, Violett, Rot und Orange nach Gelb. Es wird im jahreszeitlichen Wandel einen besonderen Farbaspekt bieten.

Die teppichbildenden Stauden und die Blattschmuckstauden bilden dabei Untergrund und Kulisse - mal harmonisch untermalend, mal kontrastierend in Form und/oder Farbe. Wesentliches Merkmal bei den Pflanzungen sind die Blatttexturen der bodendeckenden und Blattschmuckstauden. Sie werden in großer Vielfalt gezeigt.
Zwischen diese Blattschmuckstauden werden Blütenstauden mit vornehmlich filigraner Struktur eingefügt - sie zeigen die Geheimnisse des Schattenreiches - zarte Wesen im geheimen Dunkel verborgen - der Auftritt der Gräser!

Im Frühjahr zeigt der Südaufgang die farbenprächtige Vielfalt der Tulpen.

Auswahl einiger verwendeter Pflanzen

Bodendecker: Acaena, Lamium, Carex, Geranium, Epimedium, Waldsteinia, Alchemilla, Buglossoides, Brunnera, Asarum in verschiedenen Sorten
Blattschmuckstauden: Hosta, Bergenia in verschiedenen Sorten
Solitärstauden: Cimicifuga, Anemone, Astrantia, Monarda, Polygonatum, Aconitum, Thalictrum, Aster, Liatris, Hemerocallis, Oenothera in verschiedenen Sorten
Gräser: Festuca, Panicum, Deschampsia, Stipa, Molinia in verschiedenen Sorten

Staudengarten: Bau der Wege und Anlage der Pflanzflächen im Juli 2014.

Staudengarten auf dem Marienberg in Brandenburg: "Neuer Schwung für alte Stauden"

Die Pflanzung befindet sich auf dem Marienberg unterhalb der Gaststätte westlich vom Aussichtsturm. Sie besteht aus einer trapezförmigen Fläche, welche durch die Topografie des Geländes geprägt und begrenzt wird. Die Fläche wird durch zwei Treppenaufgänge und waagerecht verlaufende Rasenwege erlebbar. Die Rasenwege nehmen die Linien der benachbarten Mauern auf und schaffen damit eine formale Verbindung zu den angrenzenden Flächen. Ziel der Pflanzung ist es, neue Staudensorten in moderner Pflanzform zu präsentieren.

Die Flächenstruktur der Pflanzung ergibt sich aus der Topografie des Ortes - farbige Bögen vollziehen die Form der Fläche nach und schwingen den Hügel hinauf.

Die bogenförmigen, fließenden Pflanzflächen sind nach der Idee einer Präriepflanzung angelegt - eine moderne Pflanzungsform, die großzügig und frei wirkt. Sie soll die Strenge der Farben und Flächen auflösen und den Besucher die Farben erleben lassen. Erinnerungen an eine Blumenwiese, durch die man als Kind streifen durfte, werden wach. So werden nur hohe Stauden verwendet, lediglich die Übergänge zu den Wegen werden mit niedrigeren Stauden gebildet. Vielfältige Blütenformen sind wie zufällig miteinander verwoben und lassen die Farben nuancenreich erstrahlen. So entstehen auf jedem Weg andere Stimmungen, die durch

Farbeindrücke und Düfte hervorgerufen werden. Auf schmalen Rasenwegen kann der Besucher die Pflanzung wie eine Wiese durchstreifen - in Kindheitserinnerungen träumen und sich vom Blütenreichtum und Duft verzaubern lassen. Neue und alte Züchtungen zeigen die Vielfalt der Staudenzüchtungen in Deutschland seit Karl Foerster (Delphinium, Phlox, Helenium, Astern) bis heute.

Nebenbei mag sich auch der ein oder andere Fremdling einschleichen, der wiederum kontrastierende Akzente setzt. Gräser-Streifen durchbrechen die Flächen, gliedern sie und bilden eigene Räume. Gräser sind ebenfalls eine Erinnerung an die Weite der Prärie, werden aber hier in strenger Form raumgliedernd gezeigt.

Auswahl einiger verwendeter Pflanzen

Stauden: Delphinium, Phlox, Helenium, Aster, Nepeta, Calamintha, Lavandula
Gräser: Calamagrostis, Molinia

Entwurf für das Rosenrad.

Rosenrad im Vordergrund mit Heidegarten im Hintergrund im September 2014.

Heidegarten, Pflanzung im Juli 2014.

Pflanzplan für den Heidegarten (Liste der verwendete Pflanzen auf Seite 31)

Moderner Rosengarten auf dem Marienberg in Brandenburg: "Rosenrad"

Das "Rosenrad" liegt auf dem Marienberg in Brandenburg auf einem ehemaligen Wasserbehälter. Die kreisrunde Form wird als Gestaltungselement übernommen und bildet den Mittelpunkt des Rades. Das Innere des Rosenrades zeigt eine stilisierte Rosenblüte. Man kann durch sie hindurch gehen und den Duft der Rosen atmen - ganz so, als wäre man im Innern der Rosenblüte. Duft- und Edelrosen in intensiven Rot- und Violetttönen bilden das Innere und ermöglichen ein intensives Duft- und Farberlebnis. Die Blütenblätter zeigen die neuesten Züchtungen der Duft- und Edelrosen vorwiegend deutscher Züchter. Auf Rasenwegen können die Besucher an die Rosen herantreten. Drei bogenförmige Wege stellen die Anbindung an die angrenzenden Hauptwege her.

Die Bogenform setzt sich auf den außen um den Kreis gelegenen Flächen fort. Der Gesamteindruck der Anlage wirkt dadurch sehr dynamisch und lebendig. Hier sind abwechselnd Bodendecker-Rosen- und Kleinstrauchflächen angeordnet, um zusätzlich zur Rosenblüte im Jahresverlauf Farbaspekte zu bieten.

Die Rosen und Kleinsträucher werden in einem Farbverlauf von Weiß-Rosa-Pink-Rot-Orange-Gelb angeordnet. Im Zusammenspiel der farbkräftigen Blütenblätter im Innern des Rosenrades und den radförmig geschwungenen dauerblühenden Bodendeckerrosen auf den an den Hauptwegen verlaufenden Flächen entsteht ein besonderer Blickpunkt auf dem Marienberg.

Die Topografie des Geländes lässt unterschiedliche Blickwinkel auf die Fläche zu und ermöglicht einen Gesamteindruck von der Pflanzung. Vom Rasenrad gelangt man über einen der Hauptwege (barrierefrei) oder eine Treppe zum benachbarten Heidegarten.

Auswahl einiger verwendeter Rosen

Duft-und Edelrosen: Cherry Lady (Kordes 2012), Melusina (Tantau 2011), Charleston (BKN/Mei 2012), Traumfrau (Kordes 2012), Abracadabra (Kordes 2014), Westpol (Noack 2011), Residenz (Noack 2012), Schöne Maid (Tantau 2013)
Bodendecker-Rosen: Cute Haze (Tantau 2011), Topolina (Kordes 2012), Lipstick (Tantau 2011), Bienenweide (Tantau 2013), Debüt (Nock 2012), Jazz (Tantau 2013)

Heidegarten auf dem Marienberg in Brandenburg: "Zwerge und Feen"

Der Heidegarten befindet sich auf dem Marienberg in Brandenburg ebenfalls auf einem ehemaligen Wasserbehälter. Die Fläche des Heidegartens entspricht dem unterirdischen Gebäude.

"Es war einmal . . .", so beginnt wohl jedes Märchen. Es war einmal ein kleines Volk im Norden des Kontinentes, sie lebten vor vielen tausend Jahren auf einem der wenigen Berge der Gegend, die sich über das flache Land erhoben. Das kleine Volk war ein friedliches und fleißiges Volk - sie arbeiteten den ganzen Tag, um ihren Berg zu verschönern, sie legten Wege an, pflanzten Bäume und abends nach der Arbeit feierten sie, sangen und tanzten.

Im modernen Heidegarten auf dem Marienberg bildet ein Märchen die Grundlage der Gestaltung. Hier soll ein Ruhepunkt geschaffen werden, der die Besucher zum Innehalten bringt und Aufenthaltsqualität bietet. Bänke auf der Terrasse und dem zentralen Sitzplatz laden zum Ausruhen ein.

Besonders die Kinder sind eingeladen, einem eigens für diesen Bereich erdachten Märchen zu lauschen, das aus den Lüftungsrohren erklingt. Lauscht man der Geschichte, erschließt sich die Gestaltung des Gartens. Warum haben die Beete diese Form, was bedeuten der große rote Kreis und die Flächen um den Kreis herum? Warum sind die Bäume so eigenartig geformt - wie Zipfelmützen vielleicht?

Die eigenartig geformten Pflanzflächen sind mit Calluna- und Erica-Sorten bepflanzt und bilden den gestalterischen und farblichen Hauptaspekt des Gartens. Zu denCalluna und Erica werden Stauden und Gräser kombiniert, um eine Vielfalt zu erzeugen, die über die Saison wechselnde Aspekte zeigt. Im Frühsommer symbolisieren zahlreiche Allium-Sorten für die Fröhlichkeit und Lebenslust des kleinen Volkes.

Die Besucher können auf der begehbaren Gräserfläche zwischen den Flächen gehen und die Pflanzen aus der Nähe betrachten, in die Heidewelt eintauchen - dem Märchen lauschen. Traditionelle Heidebilder werden in ihre Elemente zerlegt und neu geordnet. Die Calluna befinden sich auf umgrenzten Flächen, wo das Pflanzsubstrat entsprechend den Bedürfnissen der Calluna aufbereitet wurde, Gräser auf der begehbaren Gräserfläche, die säulenförmigen Gehölze drängen sich an der höchsten Stelle des Geländes. Es wird kein die Natur nachahmender Heidegarten gezeigt, sondern der Garten schuldet seine Gestaltung der Geschichte. Ein barrierefrei zugänglicher Rundweg erschließt den Garten vom Hauptweg aus. Zentraler Ort ist eine Kiesfläche mit Sitzgelegenheiten, in die Pflanzinseln eingefügt sind und dem Platz etwas Intimität vermitteln sollen. Diese Inseln sind mit Gräsern und einzelnen Stauden und Kräutern locker bepflanzt.

Auswahl einiger verwendeter Pflanzen

Calluna vulgaris in verschiedenen Sorten, Erica cinerea in verschiedenen Sorten, Digitalis purpurea, Aster amellus, Origanum laevigatum, Salvia nemorosa, Veronica spicata, Anaphalis triplinervis, Sedum telephium, Eryngium alpinum, Linum perenne, Stipa gigantea, Stipa capillata, Stipa barbata, Calamagrostis acutiflora, Bouteloua gracilis, Festuca cinerea, Molinia caerulea.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 04/2015 .

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