Politiker unterschätzen Zustimmung zu Klimaschutzmaßnahmen
Besonders deutlich fiel die Fehleinschätzung bei den wirksamsten Instrumenten aus: Die Akzeptanz von Steuern und Gesetzen zum Klimaschutz wurde stark unterschätzt, genauso wie die Bereitschaft der Bevölkerung, ein Prozent des Einkommens für den Klimaschutz zu spenden. Hier lag die tatsächliche Zustimmung um bis zu 30 bis 56 Prozentpunkte über den politischen Schätzungen.
Bei reinen Informationsmaßnahmen dagegen unterschätzten die Befragten die Zustimmung nicht. Die Studie deutet es als ein Zeichen dafür, dass Politiker eher sanfte statt einschneidende Maßnahmen bevorzugen. Das Muster zeigte sich über alle Parteien hinweg. Bei der AfD war es am stärksten, bei linken Parteien etwas schwächer ausgeprägt.
Die Autoren warnen, dass solche Fehleinschätzungen wirksame Klimapolitik ausbremsen können: Wenn Entscheidungsträger glauben, ihre Wählerschaft lehne strengere Maßnahmen ab, könnten sie aus Angst vor Stimmenverlust auf wirksame Instrumente wie Steuern und Gesetze verzichten, selbst wenn die Bevölkerung diese in Wahrheit mehrheitlich unterstützt.
Die Studie plädiert dafür, politische Entscheidungsträger gezielter über die tatsächliche gesellschaftliche Zustimmung zu Klimaschutzmaßnahmen zu informieren, um diese Blockade aufzulösen. cm
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