Forschung und Entwicklung

Renaturierungsprojekt: Insekten beleben abgetorfte Moore

So soll das Hochmoor in der Region Hannover eines Tages aussehen: Renaturierter Bereich im Naturschutzgebiet "Totes Moor" am Ostufer des Steinhuder Meeres. Foto: Losch, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Hochmoore bieten Lebensraum für seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Werden sie entwässert und abgebaut, bleiben jedoch weitgehend vegetationsfreie Flächen zurück. Im Projekt "Insekten beleben Moore" sollen in der Region Hannover abgetorfte Flächen wiedervernässt und mit typischen Pflanzen wiederbesiedelt werden. So können die Insekten der Hochmoore zurückkehren.

Mit neuen Methoden möchten die Region Hannover und die Leibniz Universität 2700 ha Hochmoor im Naturschutzgebiet "Totes Moor" bei Neustadt am Rübenberge renaturieren. Dazu wird der Boden reliefartig gestaltet und mit Pflanzgut von nie abgetorften, sogenannten Heile-Haut-Flächen geimpft. So kann sich ein Moor mit den für Insekten notwendigen Mikrohabitaten wie Blüten, Larvenfutterpflanzen, Eiablage- und Überwinterungshabitaten entwickeln. Die Maßnahmen zielen auf die gesamte Lebensgemeinschaft des Hochmoorkomplexes ab: Feuchtheiden und Übergangsmoore sowie das Nebeneinander trockener Bulte und nasser Schlenken bieten vielen hochspezialisierten und oft seltenen Arten Lebensraum. Erprobt werden die Maßnahmen zunächst auf sieben Flächen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien nach dem Torfabbau und mit unterschiedlichen Standortbedingungen. Es handelt sich bei den Flächen nicht nur um kürzlich abgetorfte, vegetationsfreie Bereiche sondern auch um Flächen, die vor bis zu 30 Jahren wiedervernässt wurden und auf denen sich bislang keine typischen und für Insekten wichtigen Pflanzenarten und Strukturen entwickelt haben.

Die Uni Hannover untersucht die Wirkung der Impfungen und entwickelt Empfehlungen für größere Flächen. Die erfolgreichsten Renaturierungsmaßnahmen werden anschließend auf bis zu 50 ha umgesetzt. Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt, das inhaltlich vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) begleitet wird, mit rund 1,8 Millionen Euro im Bundesprogramm Biologische Vielfalt.

cm/BfN

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 12/2020 .

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