Online-Kongress zu Architektur und Grün

Rückenwind für Dach- und Fassadenbegrünung in Nordrhein-Westfalen

"Die Dach- und Fassadenbegrünung entwickelt sich zu einem wirksamen Instrument zur Anpassung an den Klimawandel", freut sich VGL-Präsident H. Christian Leonhards. Foto: VGL Nordrhein-Westfalen

Am 12. August, fand der erste gemeinsame Online-Kongress des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (VGL) Nordrhein-Westfalen in Kooperation mit dem Umwelt- sowie dem Kommunalministerium des Bundeslandes statt. Die einstündige Veranstaltung zum Thema "Architektur & Grün wachsen zusammen" wurde live auf dem YouTube-Kanal des VGL NRW übertragen und steht dort aufgezeichnet weiterhin zur Verfügung.

VGL-Präsident H. Christian Leonhards freute sich: "Die Dach- und Fassadenbegrünung entwickelt sich zu einem wirksamen Instrument zur Anpassung an den Klimawandel und zur Verbesserung der Lebensqualität in Städten und Gemeinden." Es gelte jetzt mit der Landespolitik über die Möglichkeiten informieren, sich für mehr Grün im direkten Lebensumfeld der Menschen einzusetzen."

Immer mehr Städte wollen Gebäudegrün

Schon im Vorfeld hatten sich viele Kommunalverantwortliche beim Veranstalter gemeldet, um Fragen und Anregungen einzubringen. "Die Corona-Pandemie hat uns allen deutlich gezeigt, wie wichtig es ist, dass die Menschen in ihrem direkten Lebensumfeld Freiräume nutzen und Naturerfahrung genießen können", betonte Landes-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser.

Für die Landesministerinnen Ursula Heinen-Esser und Ina Scharrenbach ist das Gebäudegrün bei der klimaangepassten Nachverdichtung ein wichtiges Instrument. Foto: MUNLV Nordrhein-Westfalen; BDLA Nordrhein-Westfalen

Für die Landesministerinnen Ursula Heinen-Esser und Ina Scharrenbach ist das Gebäudegrün bei der klimaangepassten Nachverdichtung ein wichtiges Instrument. Foto: MUNLV Nordrhein-Westfalen; BDLA Nordrhein-Westfalen

Weil die Grüne Infrastruktur der Städte ein Gesamtsystem sei, nähmen immer mehr Städte und Gemeinden das Gebäudegrün in den Fokus. Ihre Kollegin, Kommunalministerin Ina Scharrenbach, sah das ähnlich. Im Klimawandel komme dem Grün in der Stadt besondere Bedeutung zu. "Insbesondere mit dem Ziel einer umweltverträglichen und klimaangepassten Nachverdichtung ist das Gebäudegrün ein wichtiges Instrument.", sagte die Ministerin.

Ein sehr breites Angebot an Konzepten

Das bestätigte auch Dr. Gunter Mann, Präsident des Bundesverbandes Gebäudegrün (BuGG), der seit einigen Jahren steigendes Interesse bei Kommunen und Investoren sieht. Er berichtete, dass es heute ein sehr breites Angebot an Konzepten und technischen Lösungen zur Dach- und Fassadenbegrünung, auch in Kombination mit Photovoltaik gibt.

Als Fachmann für Wetter und Klima nahm auch Diplom-Meteorologe Sven Plöger an der digitalen Veranstaltung teil. Deutschland habe in den letzten Wochen gelernt, auf wissenschaftlicher Basis auch unpopuläre Entscheidungen umzusetzen. Das sollte auch beim Klimawandel gelingen, dessen Auswirkungen inzwischen überdeutlich sind. Es ist höchste Zeit, alle sinnvollen Maßnahmen zur CO2-Senkung und zur Klimaanpassung zu ergreifen." Dr. Heide Naderer, Vorsitzende des NABU Nordrhein-Westfalen, unterstrich den Wert zusätzlicher Grünflächen als Lebensraum für Insekten und Vögel. Es komme auf jeden Quadratmeter an, um das regierungsamtliche Ziel eines Netto-Null-Flächenverbrauchs bis 2050 zu erreichen. Dabei seien die Entsiegelung von Flächen sowie die Nutzung von Dächern und Fassaden wichtig, aber auch Vorgärten und Hinterhöfe hätten das Potenzial, um als Trittsteine für die Artenvielfalt im bebauten Raum zu wirken.

Wohnungswirtschaft setzt Gebäudegrün um

Thomas Loosen, Leiter des Amtes für Umwelt- und Verbraucherschutz der Landeshauptstadt Düsseldorf, erläuterte anhand von Beispielen, mit welchen Ideen und Maßnahmen seine Stadt Bürger, aber auch Unternehmen für mehr Grün gewinne. Alexander Rychter, Direktor des Verbands der Wohnungswirtschaft Rheinland Westfalen (VdW), berichtete wie Dach- und Fassadenbegrünung von Wohnungsunternehmen und -genossenschaften umgesetzt werden. In der Diskussion wurde deutlich, dass Begrünungsmaßnahmen in Städten und Gemeinden erhebliche Synergieeffekte auslösen. Die positiven Auswirkungen auf die Stadtklimatologie seien bedeutende Argumente für eine stärkere Berücksichtigung der grünen Infrastruktur in den Städten der Zukunft. "Es gibt viele gute Gründe für mehr Grün in der Stadt - die heutige Veranstaltung hat hierzu gute Impulse gegeben", sagte VGL-Präsident Leonhards. cm/MUNLV NRW

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 09/2020 .

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