Drei neue Staudenmodule für den Halbschatten

Schattenglanz, Schattenzauber und Schattengeflüster

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Die opulenteste aber auch anspruchsvollste Mischung ist "Schattenzauber". Im Spätsommer zeigt sie einen Schleier aus weißen Waldastern in Kombination mit Diamantgras. Foto: Cassian Schmidt

Noch vor zehn Jahren waren Stauden im öffentlichen Grün eine Seltenheit: zu teuer, zu pflegeaufwändig, zu kompliziert oder zu wenig dauerhaft waren die häufigsten Argumente gegen ihre Verwendung. Das hat sich inzwischen grundlegend geändert. Neue Mischungen für den Halbschatten und Schatten erweitern zukünftig die Verwendungsmöglichkeiten optimierter Pflanzkonzepte.

Aktuell sind mehr als 36, über mindestens fünf Jahre getestete Staudenmischungen für unterschiedliche Standorte bei den Mitgliedsbetrieben des Bundes deutscher Staudengärtner (BdS) erhältlich. Die artenreichen, erlebniswirksamen, pflegereduzierten und in ästhetischer wie ökologischer Hinsicht fein ausbalancierten Zusammenstellungen werden zunehmend im öffentlichen Grün aber auch im Privatgartenbereich eingesetzt. Darüber hinaus spricht der naturnahe Charakter der Staudenmischungen viele Kunden an. Insbesondere der reduzierte und vor allem kalkulierbare Pflegeaufwand ist für das öffentliche Grün aber auch für Privatleute ein schlagendes Argument für den zunehmenden Einsatz solcher Pflanzmodule. Gehölzrandmischungen sind sogar noch deutlich günstiger im Pflegeaufwand als Mischungen für Freiflächen. Mit durchschnittlich ein bis zwei Minuten pro m² im Jahr sind solche Flächen im Bereich von Gehölzen dann sogar günstiger zu pflegen, als Rasenflächen, die bei zunehmender Beschattung deutlich schlechter gedeihen und somit einen zusätzlichen Aufwand bedeuten.

Die Mischung "Schattenglanz" eignet sich für die Verwendung im Halbschatten unter lichten Laubgehölzen, an Gehölzrändern im öffentlichen Grün und in Hausgärten. Foto: Cassian Schmidt

Dynamisch und anpassungsfähig

Schattige und halbschattige Bereiche stehen häufig in dem Ruf, schwierige Pflanzenstandorte zu sein. Mit dem Wachstum von Gehölzen ändern sich mit der Zeit auch die Lebensbedingungen für die Bepflanzung in deren Saumbereich. Stauden zwischen oder am Rand von Gehölzen müssen zunehmend mit Wachstumseinschränkungen wie geringerem Lichtgenuss, zunehmendem Wurzeldruck, zeitweiligem Wassermangel oder Konkurrenz um Nährstoffe zurechtkommen. Dennoch muss man in solchen Gartenbereichen nicht auf eine attraktive Bepflanzung verzichten, wenn die Artenauswahl optimal aufeinander abgestimmt wurde. Die zur GaLaBau 2016 mit ansprechend gestalteten Flyern vorgestellten Mischungen "Schattenglanz", "Schattenzauber" und "Schattengeflüster" passen sich dynamisch den veränderten Licht- und Feuchtebedingungen an, da die gewählten Stauden über eine recht weite Standortamplitude verfügen. Die Artenvielfalt sorgt dafür, dass sich bei mehr Licht und Bodenfeuchtigkeit die eher anspruchsvollen, höheren, prächtigen Arten durchsetzen. Bei zunehmendem Stress durch Beschattung und Trockenheit bildet sich eine eher niedrige Pflanzengemeinschaft mit höherem Anteil wintergrüner Bodendecker heraus. Alle Mischungen können bei entsprechender Pflege 15 Jahre und mehr eine geschlossene und attraktive Pflanzengemeinschaft am Gehölzrand, im lichten Gehölzschatten oder im Schlagschatten von Gebäuden bilden.

Prüfung und Otimierung

Der Arbeitskreis Pflanzenverwendung im Bund deutscher Staudengärtner (BdS) hat nach achtjähriger Test- und Optimierungsphase drei Mischungen für halbschattige Gartensituationen herausgebracht, die ursprünglich unter der Federführung der Hochschule Erfurt für den AK konzipiert wurden. Die assoziativen Namen der Module "Schattenglanz", "Schattenzauber" und "Schattengeflüster", die 2007 von Julia Vallon in ihrer Diplomarbeit (Hochschule Geisenheim) erdacht wurden, geben schon einen Hinweis auf den ganz unterschiedlichen Charakter der drei Pflanzkonzepte. Die Staudenmischungen wurden über insgesamt acht Jahre an sieben Versuchsstandorten (Bernburg, Erfurt, Heidelberg, Höxter, Nürtingen, Veitshöchheim und Weinheim) getestet und monatlich bonitiert. Kriterien bei der Prüfung waren unter anderem: Entwicklung/Vitalität, Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten, Koexistenzgrad, Blatt- und Blütenschmuckwirkung, Winterschmuckwirkung und der Gesamteindruck. Zusätzlich wurde der jährliche Pflegeaufwand festgehalten.

Während der ersten Versuchsphase (2008 bis 2012) wurden zunächst unter klimatisch und standörtlich recht unterschiedlichen Gegebenheiten (atlantisch bis kontinental) wertvolle Erfahrungen gesammelt, die zu einer Optimierung der Mischungen führten. Die Mischung "Schattenglanz" stach mit ihren positiven Qualitäten deutlich heraus und konnte nach den ersten fünf Jahren zur GaLaBau 2012 vorgestellt werden. Von den beiden anderen Mischungen "Schattenzauber" und Schattengeflüster" wurden im Frühjahr 2013 optimierte Versionen an drei Standorten (Erfurt, Nürtingen, Weinheim) aufgepflanzt und nochmals für vier Vegetationsperioden bis zum Sommer 2016 geprüft. Das Ergebnis sind erprobte, attraktive und gleichzeitig pflegearme Staudenmodule mit jahreszeitlich wechselnden Aspekten für Flächen ab 25 m². Durch Weglassen von höheren, gerüstbildenden Arten und entsprechende Erhöhung der Menge der Bodendecker um zehn bis 20 Prozent können aber auch kleinere Flächen ab 15 m² bepflanzt werden.

Standortansprüche und Verwendung

Die drei Mischungen eignen sich insbesondere für halbschattige oder absonnige Bereiche in Hausgärten sowie im halböffentlichen Wohnumfeld, beispielsweise im kühlen Schatten von Mauern und Hecken. Aber auch im öffentlichen und halböffentlichen Grün können die Schattenmischungen eingesetzt werden, beispielsweise in lichten Gehölzrand- und Gehölzsituationen im Straßenbegleitgrün unter Hochstämmen und Stammbüschen und in Parkanlagen sowie in absonnigen Bereichen an Gewerbe- und Bürogebäuden. Eine denkbare Anwendung wären auch halbschattige Gemeinschaftsgrabfelder und "Memoriam Gärten" auf Friedhöfen, wo als Alternative zu den üblichen monotonen Bodendeckerflächen mehr Abwechslung und Vielfalt gefragt ist. Für eine optimale Entwicklung und Funktionsfähigkeit des Pflanzkonzeptes sollte der Boden möglichst frisch bis allenfalls mäßig trocken sein, vor allem in der Einwachsphase. Später, wenn die Pflanzung am Standort etabliert ist, werden auch Trockenperioden ertragen, wenn sie nicht zu lange andauern.

Das Mischpflanzungsprinzip

Mischpflanzungen bieten die einfachste Möglichkeit, attraktive und pflegearme Staudengemeinschaften zu etablieren. Das Ziel einer Mischpflanzung ist ein weitgehend selbst regulierendes System, in dem der Erhalt eines ausgewogenen Pflanzenbildes sowie das Erreichen ausbalancierter Konkurrenzverhältnisse wichtiger sind als das Überleben einzelner Arten. Ein konventioneller Pflanzplan ist dazu nicht erforderlich, denn die Arten werden nach ihren Funktionen in der Pflanzung per Zufall und in gleichen Pflanzabständen - entsprechend der angegebenen Stückzahl pro Quadratmeter - verteilt. In einer Pflanzenliste sind die jeweiligen Anteile der Arten und ihre Funktionen (z. B. Gerüstbildner, Begleiter, Füller, Bodendecker und Geophyten) festgelegt. Um dem flächig-mosaikartigen Bild einer Waldbodenvegetation nahe zu kommen, können vor allem die Bodendecker auch gruppiert angeordnet werden.

Attraktivität durch vielfältige Aspekte

Die opulenteste aber auch anspruchsvollste Mischung ist "Schattenzauber" mit vielen roten Austriebs- und Laubfärbungen im Frühjahr. Im Vorsommer verstärken rubinrote gefüllte Akeleien diese Wirkung (es funktionieren aber auch die gewöhnlichen Blauen). Lilien verzaubern im Juni und Juli die Flächen. Große Blätter von Rodgersia erzeugen eine opulente Wirkung. Im Spätsommer folgt ein Schleier aus weißen Waldastern in Kombination mit dem bezaubernden Diamantgras. Zarte Blüten in vorwiegend weißen und blauen Tönen sowie Gräser prägen "Schattengeflüster". Weiße Engelstränen-Narzissen, weiße Hasenglöckchen, grüner Palmblatt-Nieswurz treten aus einem Waldmeisterteppich hervor und prägen das zarte Frühlingsbild. Im Frühsommer sind es dann zartblaue Camassien, Akelei und Waldgeißbart, im Sommer folgen Kalimeris und das Plattährengras. Das Konzept "Schattenglanz" hat sich in den monatlichen visuellen Bonituren in allen Jahren stets als die ansprechendste der drei Gehölzrandmischungen präsentiert. Mit starken Texturen, glänzenden Blättern und Marmorierungen zieht "Schattenglanz" während des gesamten Jahres die Blicke auf sich. Dafür sorgt der hohe Anteil (80 %) an wintergrünen Stauden. Wechselnde Blühaspekte von Brunnera, Hosta und Liriope in kühlen violetten Farbtönen setzen Akzente, sind aber für die Schmuckwirkung nicht vorrangig.

Zukünftige Mischungen für trockenen Schatten

Seit Mai 2010 (Module 1-4) und März 2014 (Module 4-8) werden vom Arbeitskreis Pflanzenverwendung acht zusätzliche Pflanzkonzepte an mehreren Versuchsstandorten in Deutschland und Österreich getestet, die für problematische Flächen im trockenen Schatten konzipiert sind. Da Pflanzflächen, die direkt unter älteren Gehölzen liegen, von vielfältigen Wachstumseinschränkungen wie Licht- und Wassermangel sowie Wurzel- und Nährstoffkonkurrenz sowie Laubfall geprägt sind, stellt eine attraktive Bepflanzung in diesem Lebensbereich eine echte Herausforderung dar. Um der ruhigen, eher flächigen Wirkung einer Vegetationsdecke im Schatten Rechung zu tragen, bestehen diese Minimodule für Flächen ab 10 m² aus jeweils nur vier bis fünf, überwiegend wintergrünen Arten. Die zum Teil weißbunten und gelbgrünen Laubfärbungen vermögen schattige Bereiche - insbesondere im Winter - aufzuhellen. Die verschiedenen Module können dann in beliebiger Wiederholung, beispielsweise als dynamische Bänder (Drifts) oder mosaikartig, miteinander kombiniert werden. So ergeben sich abwechslungsreiche, lebendige Bodendecken mit einem Webmuster unterschiedlicher Blatt-Texturen. Nach dem Versuchsabschluss im Herbst 2017 sollen diese Module erstmals zur GaLaBau 2018 vorgestellt und von den BdS-Betrieben angeboten werden.

Die Frucht der Arum italicum ,Marmoratum': "Schattenglanz" bevorzugt frische bis mäßig trockene, humose, sandig-lehmige Böden und verträgt Falllaub gut. Foto: Cassian Schmidt

"Schattenzauber" zeichnet sich durch viele rote Austriebs- und Laubfärbungen im Frühjahr aus. Lilien verzaubern im Juni und Juli die Flächen. Foto: Cassian Schmidt

Kalimeris incisa: Die Schönaster und Plattährengras prägen im Sommer das Bild der Staudenmischung "Schattengeflüster", während im Frühsommer Camassien, Akelei und Waldgeißbart blühen. Foto: Cassian Schmidt

Eigenschaften und Verwendung der Gehölzrand-Mischungen

Mischung "Schattenglanz":

  • Halbhohe Mischung mit flächiger, mosaikartiger Wirkung
  • Kontrastreiche Strukturen bestimmen die Wirkung während des gesamten Jahres
  • Blatthöhen bis 50 cm, einzelne Gerüstbildner bis 1 m hoch
  • Glänzende Blattoberflächen, zum Teil silbrig marmoriertes oder panaschiertes Laub
  • Blauviolette, weiße und hellgrüne Blüten erhöhen die Schmuckwirkung im Sommer
  • Gute Winterwirkung durch hohen Anteil (80 %) immer- und wintergrüner Arten
  • Sehr gute Bodendeckeigenschaften durch dichte Belaubung und langlebige, flächig wachsende Arten

Verwendung im Halbschatten unter lichten Laubgehölzen und an Gehölzrändern im öffentlichen Grün, auf Gemeinschaftsgrabfeldern von Friedhöfen und in Hausgärten. Die Mischung eignet sich auch sehr gut für absonnig-kühle Bereiche an Nord- und Nordostseiten von Gewerbe- und Bürogebäuden. Bevorzugt frische bis mäßig trockene, humose, sandig-lehmige Böden. Mäßigen Wurzeldruck und Falllaub gut vertragend.

Mischung "Schattenzauber":

Charakter:

  • Wuchskräftige bis 1,2 m hohe Mischung mit guten bodendeckenden Eigenschaften
  • Kräftige Blütenfarben in Gelb, Blau und dunklen Rottönen, ergänzt durch purpurfarbenes Laub
  • Spannungsvolle Wirkung durch Kontraste grober und feiner Texturen
  • Üppige Blattformen, farbige Austriebe, exotische Blütenformen
  • Überwiegend sommergrüne, langlebige Arten
  • Blühhöhepunkte im Frühjahr, Hoch- und Spätsommer
  • Falllaub wird gut vertragen

Verwendung: Geeignet für Gehölzrand- und lichte Gehölzsituationen im öffentlichen und halböffentlichen Grün, zum Beispiel im lichten Schatten von tief wurzelnden Laubbäumen im Straßenbegleitgrün und in Parkanlagen, aber auch für absonnig-kühle Bereiche an Nord- und Nordostseiten von Gewerbe- und Bürogebäuden, an Hecken oder in beschatteten Atriumhöfen. Ideal sind luftfeuchte Lagen auf frischen, nährstoffreichen Böden ohne stärkeren Wurzeldruck (nicht unter flach wurzelnden Gehölzen verwenden).

Zarte Blüten von Kalimeris, Heuchera und Aquilegia in vorwiegend weißen und blauen Tönen sowie Gräser wie das Plattährengras prägen im Sommer die Mischung "Schattengeflüster". Foto: Cassian Schmidt

Mischung "Schattengeflüster":

  • Überwiegend Pflanzengestalten mit lockerem Habitus und naturnaher Wirkung, Höhe der Gerüstbildner bis 1 m
  • Zurückhaltende Farbigkeit von Weiß-, Violett- und Grüntönen
  • Subtile Reize interessanter Details, filigrane Blatt- und Blütenformen
  • Nickende Blüten und grazile Blütenstände
  • Gute Bodendeckeigenschaften, langlebige, robuste Pflanzengemeinschaft
  • Sommer- und wintergrüne Arten
  • Anpassungsfähig in Bezug auf die Veränderung der Belichtung im Laufe der Jahre durch Gehölzzuwachs (lichter Halbschatten zu Schatten).

Verwendung im Halbschatten unter lichten, möglichst tief wurzelnden Laubgehölzen, zum Beispiel im lichten Schatten von älteren Laubbäumen im Straßenbegleitgrün und in Parkanlagen. Besonders gut geeignet sind aber auch absonnige Bereiche an Nord- und Nordostseiten von Gewerbe- und Bürogebäuden oder halbschattige Gehölzränder. Auch zeitweilig sonnige Lagen unter Jungbäumen auf größeren Baumscheiben werden von dieser Mischung noch toleriert, wenn die Flächen zumindest nicht in den heißen Mittagsstunden beschienen werden. Der Boden sollte frisch bis mäßig trocken, humos, sandig-lehmig sein. Mäßigen Wurzeldruck, zeitweilige Trockenperioden und Falllaub gut vertragend.

Pflanzung und Pflege von Mischpflanzungen für den Gehölzrand

Bodenvorbereitung

  • Der Boden muss frei von Wurzelunkräutern sein.
  • Bei nährstoffarmen, sandigen oder schweren, lehmigen Böden ist eine organische Bodenverbesserung (bis zu 20 % Vol-Anteil Grüngutkompost oder Rindenhumus) zur besseren Humusversorgung und Durchlüftung zu empfehlen.
  • Bei sehr schweren Böden kann die Wasserdurchlässigkeit durch Einarbeitung von Splitt oder Lava (2-8 mm) erhöht werden.
  • Bei stark durchwurzelten Böden sollte eine 10 cm starke Schicht frischen Substrats im Wurzelbereich der Gehölze aufgebracht werden, um den Stauden einen besseren Start zu ermöglichen. Vorsicht bei Flachwurzlern, wie Buchen oder Magnolien, die selbst eine geringe Überdeckung des Wurzelbereichs von 10 cm nicht tolerieren.
  • Stauden-Substrat: 20-30 % Anteil organische Substanz (Grüngutkompost), 70-80 % mineralischer Anteil

Pflanzung

  • Günstigste Pflanzzeit: März bis Ende Mai oder Ende August bis Mitte Oktober.
  • Vor dem Pflanzen alle Töpfe durchdringend wässern.
  • Pflanzen annähernd gleichmäßig über die Fläche verteilen, beginnend mit den Gerüstbildnern, dann Begleitstauden, abschließend Füller und Bodendecker. Bei großen Flächen wird das Auslegen erleichtert, wenn die Arten schon vorgemischt vom Staudengärtner geliefert werden.
  • Die Verteilung auf der Fläche kann zufällig und mit gleichen Pflanzabständen erfolgen. Um die Pflanzung stärker zu strukturieren, können die Begleit- und Bodendeckstauden aber auch tuffweise gruppiert werden. Erst nach dem Verteilen aller Stauden soll ausgetopft und gepflanzt werden!
  • Nach der Pflanzung durchdringend wässern
  • Geophyten im Herbst bzw. im Frühjahr (Lilien) einzeln oder in kleinen Tuffs zu drei bis fünf zwischen die Stauden einbringen, in jedes Pflanzloch nur eine Sorte.

Mulchen

  • Eine Mulchschicht (Schichtdicke: 5-7 cm) verringert den Pflegeaufwand insbesondere im Anwachsjahr deutlich.
  • Als Mulchmaterial eignen sich organische Stoffe wie Rindenhumus, Rindenmulch aus Nadelholzrinde (mit zusätzlicher Stickstoff-Ausgleichsdüngung, 70g/m²) oder Laubkomposte. Frisches Holzhäckselmaterial ist ungeeignet!
  • Bewährt hat sich auch mineralischer Mulch, der am einfachsten schon vor der Pflanzung aufgebracht wird. Gut geeignet ist insbesondere Eifel-Lava 2-8 mm, Schichtdicke 5-7 cm.
  • Organisches Mulchmaterial wird dagegen am besten erst nach der Pflanzung aufgebracht.

Pflege

Ziel ist es, dass die gepflanzten Arten in kurzer Zeit eine geschlossene Bodendecke bilden. Dabei soll ein ausgewogenes, harmonisches Pflanzenbild entstehen und auf Dauer erhalten bleiben. Der Erhalt jeder einzelnen Art ist weniger wichtig. Die Pflege ist nur durch eine qualifizierte Fachkraft bzw. unter deren Anleitung möglich. Der Zeitbedarf für die Pflege liegt bei 2-4 AKmin/m²/a (ohne Rüst- und Wegezeiten). Der Pflegeaufwand im Pflanzjahr ist meist etwas höher.

- Wässern

Während der Anwachsphase im ersten Vegetationsjahr ist wiederholt durchdringend zu wässern. In den Folgejahren ist das Wässern nur bei anhaltender Trockenheit notwendig. Das völlige Austrocknen des Bodens ist aber zu verhindern.

- Unkrautkontrolle

Regelmäßige, kurze Jätegänge sind empfehlenswert. Nicht hacken, da dies die Entwicklung der Stauden stört, die Mulchdecke verletzt und das Auflaufen neuer Unkräuter fördert.

- Rückschnitt

Je nach Mischung sind 40-80 % der Arten winter- oder immergrün und benötigen daher meist keinen Rückschnitt. Falls erforderlich, erfolgt ein selektiver Rückschnitt (nicht maschinell) störender, trockener Pflanzenteile im Spätwinter.

- Düngen

Nur bei nährstoffarmen Böden oder erkennbaren Mängeln ist stickstoffbetont (Dünger mit langsamer N-Phase, z. B. Floranid) zu düngen.

- Pflanzenlieferung und Pflanzenlisten:

Die Stauden liefern Ihnen ausgewählte Mitgliedsbetriebe im Bund deutscher Staudengärtner. Für größere Vorhaben empfiehlt sich eine rechtzeitige Kontaktaufnahme. Aktuelle Lieferantenadressen und die kompletten Pflanzenlisten der Mischungen finden Sie unter: www.bund-deutscher-staudengaertner.de/cms/ oder beim Bund deutscher Staudengärtner.

- Ansprechpartner der beteiligten Institutionen:

  • LVG Erfurt, Dipl.-Ing. Cornelia Pacalaj
  • Fachhochschule Erfurt, Prof. Dr. Wolfgang Borchardt
  • Sichtungsgarten Hermannshof e.V., Weinheim, Prof. Cassian Schmidt
  • Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Höxter, Dipl.-Ing. Yvonne Bouillon
  • LVG Heidelberg, Dipl.-Ing. Helga Stier
  • Hochschule Anhalt (FH) Bernburg, Dipl.-Ing. Jessica Fenzl
  • LWG Veitshöchheim, Dr. Philipp Schönfeld

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 01/2017 .

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