Pflanzenschädling
Skelettierfraß: Der Japankäfer ist in Deutschland angekommen

Um eine drohende Invasion zu bremsen, bittet das Bundeslandwirtschaftsministerium um die Mithilfe der grünen Branche. Verdachtsfälle sollen an den Pflanzenschutzdienst des betroffenen Bundeslandes gemeldet werden.
Der Japankäfer ist gerade so groß wie eine Kaffeebohne, ähnelt dem Gartenlaubkäfer. Tritt er in Massen auf, hinterlässt er großflächigen Schaden. Markant ist der Skelettierfraß, bei dem der Käfer nur das Blattgewebe zwischen den Blattadern frisst. Die Käfer können bei massenhaftem Auftreten Kahlfraß verursachen. Die im Boden überwinternden Engerlinge fressen vor allem Gras- und Rasenwurzeln, können aber auch ganze Pflanzenbestände vernichten.
Bei den in Deutschland gefangenen Käfern handelte es sich bisher um Männchen. Werden weibliche Japankäfer befruchtet, kann die Population enorm ansteigen und an Pflanzen großen Schaden anrichten. Nach Angaben von pflanzenforschung.de verursacht der Käfer allein in den Vereinigten Staaten jährlich Schäden von mehreren hundert Millionen Euro. Beobachtungen aus Norditalien zeigen, dass sich die Käfer mit einer Geschwindigkeit von 10 km/J. ausbreiten. Den Sprung über die Alpen haben sie mit Hilfe des Klimawandels zügig geschafft.
Bei günstigem Klima dauert der Entwicklungszyklus vom Ei bis zum erwachsenen Käfer ein Jahr, bei für ihn ungünstigen Bedingungen zwei Jahre. Die Hauptflugzeit reicht von Mitte Mai bis Mitte August. Die Käfer schlüpfen im Mai/Juni und beginnen sich zu paaren. Die Hauptflugzeit ist von Mitte Mai bis August. Bei Temperaturen zwischen 21 °C und 35 °C, jedoch nicht in der Mittagshitze, sind die Käfer aktiv. Die Weibchen legen zwischen 40 und 60 Eier, bevorzugt in feuchte Wiesenböden und Weideflächen.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium bittet um Mithilfe: Verdächtige Käfer sollten in einem verschlossenen Gläschen oder Röhrchen gesichert dem Pflanzenschutzdienst des jeweiligen Bundeslandes zur exakten Bestimmung übergeben werden. Notfalls sei die Bestimmung auch mit einem guten Foto möglich.
Als biologische Maßnahme können parasitische Fadenwürmer gegen die Engerlinge des Japankäfers eingesetzt werden. In Italien und der Schweiz werden die Nematoden bereits erfolgreich zur Bekämpfung genutzt. Auch insektenpathogene Pilze können zur Bekämpfung eingesetzt werden. Lokal sehr stark befallene Gebiete können im Sommer mit Folien abgedeckt werden, um ein Ausfliegen der Käfer und eine erneute Eiablage zu verhindern. Zudem können synthetische Lockstoffe mit Trichterfallen kombiniert werden, aus denen die Käfer nicht entkommen können.
cm/ iva/BMLEH









