Sportrasenplätze können bis zu 40 Jahre alt werden
Die Sportplätze glänzen mit relativ gutem Zustand

In der Difu-Befragung gaben 59 Prozent der Kommunen an, dass der Investitionsrückstand bei Sporthallen "gravierend" oder "nennenswert" sei, bei Hallenbädern sagten das 62 Prozent, bei Eissporthallen 53 Prozent. Bei Sportplätzen dagegen betrage der "gravierende" oder "nennenswerte" Investitionsrückstand nur 33 Prozent, so die Kämmereien. 67 Prozent der Sportplätze wiesen einen "geringen oder keinen Rückstand" auf.
61 Prozent geben Sportplätzen die Noten 1 bis 3
In der BISp-Umfrage bewerteten die Kommunen nicht den Investitionsrückstand, sondern den baulichen Zustand der Sportstätten. Auch hier kamen die Sportplätze am besten weg: 61 Prozent der zuständigen Behörden gaben ihnen auf einer Skala von 1 bis 10 die Noten 1 (sehr zufrieden) bis 3. Nur 7 Prozent nannten die Noten 8 bis 10 (sehr unzufrieden). Sporthallen, Bäder und vor allem Eissportstätten bekamen deutlich schlechtere Werte.
Durchschnittlich betrachtet gibt es in fast jeder deutschen Kommune (96 %) mindestens einen Sportplatz, auch in sehr kleinen Kommunen mit weniger als 1.000 Einwohnern. 66.224 Sportfreianlagen sind es insgesamt. Sportplätze gibt es deutlich mehr als Sporthallen, Schwimmbäder und Tennisanlagen: Von letzteren gibt es zusammen lediglich 56.728.
Die Ursache für den guten Zustand der Sportplätze liegt vor allem an den modernen Sportböden sowie vielen Sportrasenplätzen, so Dr.-Ing. Jutta Katthage, Lehrbeauftragte an der Hochschule Osnabrück. Bei guter Pflege können Rasenflächen sehr lange in einem guten Zustand gehalten werden. Die Lebensdauer einer gut gepflegten Rasenfläche ist nach Schätzung des Deutschen Fußballbunds (DFB) praktisch unbegrenzt.
Tennenflächen und Kunststoffrasen nutzen sich dagegen schneller ab und müssen früher ausgetauscht werden. Kunststoffrasen hält zum Beispiel zehn bis 15 Jahre. Dann muss er ausgetauscht werden. An die Lebensdauer von Sportrasen reichen beide Sportböden bei weitem nicht heran.
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Schneller abgenutzt ist laut Katthage die technische Gebäudeausrüstung (TGA) von Sport-, Schwimm- oder Eissporthallen. Zu bedenken sei, dass große bauliche Investitionen in Sportstätten weit in der Vergangenheit liegen. Hierzu gehören das Sportstätten-Sonderförderprogramm "Goldener Plan" im Westen Deutschlands (37,4 Mrd. Euro) in den 1960er, -70er und -80er Jahren sowie der "Goldene Plan Ost" (420,7 Mio. Euro) von 1999 bis 2004.
Solange im Sommer Sport unter freiem Himmel auf Rasen stattfindet, haben die Kommunen also weniger Probleme. Muss der Sport im Winter dagegen in marode Hallen verlegt werden, wird das zu einer Herausforderung.
Sportplätze brauchen ständig gute Pflege
In mehr als 40 Prozent der Kommunen können wegen des schlechten baulichen Zustands der Sportstätten bereits jetzt einzelne Sportangebote gelegentlich nicht stattfinden. 36 Prozent der Kommunen befürchten, ihr Sportangebot zukünftig reduzieren zu müssen. Besonders augenfällig wird der schlechte Zustand einzelner Sportstätten, wenn man die Kommunen danach fragt, wie hoch der Anteil der Anlagen ist, der in den kommenden drei Jahren geschlossen werden muss, sofern keine umfassende Sanierung durchgeführt wird. Hier geben die teilnehmenden Kommunen an, im Durchschnitt 16 Prozent der Freibäder, 15 Prozent der Eissporthallen und 14 Prozent der Hallenbäder schließen zu müssen. Damit die Sportplätze nicht auch in die Krisenzone geraten, müssen sie beständig gut gepflegt werden. Geschenkt gibt es das nicht.
"Die Kommunen dürfen angesichts des enormen Sanierungsstaus bei ihren Sportstätten finanziell nicht alleingelassen werden", sagt Thomas Banzhaf, Präsident des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL). "Ich erwarte von der neuen Bundesregierung die zügige Neuauflage eines Investitionsprogramms für diesen Bereich." Nur mit hohen Förderquoten – mindestens 80 Prozent – und attraktiven Bedingungen könne der Zustand der Sportstätten verbessert werden. Dabei müsse auch die klimagerechte Gestaltung der Außengelände und Sportplätze eine wichtige Rolle spielen.

Ergänzende Förderprogramme gefordert
Zwar liegt die Zuständigkeit für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau kommunaler Bewegungsräume und -orte bei den Ländern und Kommunen. Jedoch könnten "vorbehaltlich der Entscheidung des Haushaltsgesetzgebers ergänzende Förderprogramme des Bundes weitere Impulse für entsprechende kommunale Investitionen geben", argumentiert der BGL. So hatte es bereits während der 1960er Jahre und den folgenden Jahrzehnten mit dem "Goldenen Plan" funktioniert.
Der BGL befindet sich dabei in bester Gesellschaft: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) sowie die Internationale Vereinigung Sport- und Freizeiteinrichtungen (IAKS) fordern gemeinsam ein Bundesprogramm, das "jährlich mindestens eine Milliarde Euro für den Neubau, die Sanierung, die Modernisierung und die Dekarbonisierung von Sportstätten bereitstellt", idealerweise ergänzt durch eine gleichwertige Förderung der Bundesländer. Sportstätten seien "weit mehr als Orte für Bewegung". Sie seien "Begegnungsräume, in denen Gemeinschaft entsteht", sagte die Vorständin für Sportentwicklung des DOSB, Michaela Röhrbein. cm/KfW/BISp/DStGB








