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Staudenmischpflanzungen
von: Prof. Dr.-Ing. Swantje Duthweiler
Staudenpflanzungen im öffentlichen Grün galten lange Zeit als besonders aufwändig in Planung und Unterhalt. Gerade in den ersten Jahren haben traditionelle Staudenkonzepte einen erhöhten Pflegebedarf, nimmt der Arbeitsaufwand erst mit zunehmendem Flächenschluss ab. Bei Pflanzkonzepten mit Staudenmischpflanzungen scheint die Entwicklung eher umgekehrt zu verlaufen. Dicke Mineralmulchschichten schützen vor anfliegenden Unkrautsamen, pflanzensoziologisch zusammengestellte Artenkombinationen sichern eine langfristige Entwicklung und erlauben eine maschinelle Mahd.
Gemeinsame Stärken finden, gemeinsam Schwächen überspielen – unter diesem Leitbild wurden vom Arbeitskreis Pflanzenverwendung (Bund deutscher Staudengärtner) artenreichen Mischpflanzungen zusammengestellt und erprobt. Nach einem grundlegenden Konzept von Walter Kolb und Wolfram Kircher (1994) kommt es hierbei nicht auf eine einzelne zu erhaltende Pflanze an, sondern stellte man Pflanzengemeinschaften zusammen, die in ihrer Gesamtheit eine gewisse Dynamik zulassen. Die Praxis zeigt, dass das Staudenmischprinzip auch sehr gut funktioniert. Hier wird auf eine detaillierte Bepflanzungsplanung verzichtet und man arbeitet mit einem erprobten Artenspektrum in festgelegten Mengenanteilen: 10 Prozent Gerüstbildner, 35 Prozent Begleitstauden, 5 Prozent Füllpflanzen und Geophyten sowie 50 Prozent Bodendeckstauden. Pflanzenarten können auch mal ausfallen oder Wildkräuter einwandern, wird das akzeptiert und geduldet, solange die Gesamterscheinung der Pflanzung noch ästhetisch wirkungsvoll bleibt. Nach den ersten 8 bis 10 Jahren hat man wirklich wenig Pflegeeinsätze und eine dynamische Entwicklung der Pflanzen, bis man bei zunehmender Artenarmut irgendwann einen Neustart vornehmen und inselartig Neupflanzungen einbringen oder die gesamte Pflanzung erneuern muss.
Staudenmischpflanzungen werden heute oft im innerstädtischen Verkehrsbegleitgrün insbesondere auf Problemstandorten gepflanzt. Ganz besonders wichtig ist dort ein Pflanzsubstrat, dass unbedingt in einer ausreichenden Aufbaudicke (oft 30 cm hoch) aus Sand oder Kies oder gemischten Gesteinsfraktionen eingebaut wird. Für diese vegetationstechnisch schwierigen Flächen bieten genormte und getestete Substrate eine Sicherheit gegen zu große Verunkrautung und werden die Wurzeln der Pflanzen unter die Kiesschicht gezwungen. Dadurch sind sie mit zunehmenden Hitzesommern deutlich besser vor Bodentrockenheit geschützt. Es muss hervorgehoben werden, dass ein mineralischer Mulch auf keinen Fall mit einem pflanzenleeren Kiesgarten zu verwechseln ist. Die Mulchschicht soll mit artenreichen Pflanzungen zuwachsen.
Heute haben sich viele Artengemeinschaften bewährt, gibt es entsprechende Artenlisten auf der Internetseite des Arbeitskreises Pflanzenverwendung (BdS). Oft werden hierbei Blütenpflanzen von Gräsern unterstützt, wie niedrigen Festuca mairei, Stipa calamagrostis 'Algäu' oder höheren Panicum virgatum-Sorten. Doch bietet sich die Möglichkeit auch typische heimische Pflanzen einzubringen und einen Übergang zur regionalen Landschaft und insektenökologisch betonten Trittbaustein in der Stadt zu bieten.
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