Akku-Geräte und Mähroboter auf dem Vormarsch

Stihl verzeichnet starkes Umsatzplus mit Zukunfts-Technologien

Journalisten aus der gesamten Republik informierten sich über die Stihl-Neuheiten und probierten sie auch selbst aus. Foto: Hendrik Behnisch, Neue Landschaft

Die Firma Stihl hat im Geschäftsjahr 2017 ihren "Wachstumskurs beschleunigt", wie der Vorstandsvorsitzende Dr. Bertram Kandziora bei der traditionellen Herbstpressekonferenz in Waiblingen mitteilte. In nackten Zahlen bedeutet das ein Umsatzplus von 11,9 Prozent in den Monaten Januar bis August auf nunmehr 2,7 Milliarden Euro.

Als Wachstumstreiber erwiesen sich dabei insbesondere Akku-Produkte, deren Absatz laut Kandziora "überproportional und im dreistelligen Bereich" gestiegen sei. Folgerichtig intensiviert das Unternehmen Forschung und Entwicklung im Akku-Segment, um seine "Technologieführerschaft weiter auszubauen", so der Vorstandsvorsitzende.

Kontrollierte Offensive im Akku-Bereich

Nachdem sich der Absatz an Akkugeräten laut Norbert Pick (Vorstand Marketing und Vertrieb) verdreifacht hat, gelte es, diesen Trend in den Folgejahren zunächst zu stabilisieren. Rund zehn Prozent des Gesamtumsatzes sollen durch die sauberen und leisen Geräte fortan per annum erzielt werden. Die herausragenden Zahlen des aktuellen Geschäftsjahres wurden hierbei bewusst nicht zum Maßstab genommen; man könnte also von einer kontrollierten Akku-Offensive im Hause Stihl sprechen. Dazu passt auch die Einschätzung von Wolfgang Zahn, Vorstand Entwicklung, dass in den kommenden drei bis fünf Jahren "keine neue Akku-Revolution" zu erwarten sei, in der gleichermaßen leichtere und stärkere Akkus industriell gefertigt werden würden.

Der Vorstandsvorsitzende Dr. Bertram Kandziora (l.) sowie die Vorstandsmitglieder Norbert Pick (2.v.l.) und Wolfgang Zahn (r.) erläuterten die Stihl-Strategie der kommenden Jahre. Das Ziel ist klar: Weiter wachsen. Foto: Stihl

Benzingeräte und Akku-Technologie gleichberechtigt

Stihls Vorstoß auf den Akku-Markt erfolgte dabei vor allem aus ökonomischer Vernunft, wie Kandziora ausführte: "Zu glauben, man könnte ein existierendes Geschäft - also Benziner - behalten, indem man sich dem neuen - der Akku-Technik - verweigert, wäre ein fataler Fehler. Wenn wir keine Akku-Technologie anbieten, tun es andere." Gleichwohl habe man nicht vor, das Akku-Segment in der Stihl-Produktpalette zu priorisieren. Auch im Bereich der benzinbetriebenen Geräte, so Pick, gebe es weiterhin ein starkes Wachstum. Stihl habe sich von Anfang an bewusst dazu entschieden, sowohl Akku- als auch traditionelle Benzin-Technologie zu bedienen. Zahn führte dafür ganz pragmatische Gründe an: "Lediglich 40 Prozent der Erdbevölkerung haben dauerhaft Zugang zu Strom. Nur auf Akku-Technologie zu setzen, wäre daher unwirtschaftlich."

Höchste Anwendersicherheit bietet der weltweit erste Benzin-Trennschleifer TS440 durch seine eingebaute QuickStop Trennscheibenbremse. Foto: Hendrik Behnisch, Neue Landschaft

Stihl integriert Viking bis 2019

Zahns Statement unterstrich den globalen Ansatz des schwäbischen Familienunternehmens. Pick stieß in das gleiche Horn - zwar betonte er, dass die Top-Produkte für professionelle Anwender ausnahmslos im heimischen Waiblingen hergestellt würden. Doch Wachstumstreiber für Stihl waren auch in den ersten acht Monaten des Jahres 2017 wieder der westeuropäische sowie der US-amerikanische Markt. Einzig und allein in Brasilien laufe es laut Pick nicht so richtig rund für Stihl - was aber vor allem an der dortigen Konjunkturkrise liege. "Alle anderen Märkte entwickeln sich prächtig," so der Marketing- und Vertriebsvorstand des Unternehmens. Auch Zahn positionierte Stihl nachdrücklich als Global Player, indem er darlegte, weshalb Viking ab 2019 komplett unter dem Banner des Mutter-Unternehmens vermarktet wird: "Stihl ist eine starke Marke, die weltweit trägt. Die Bekanntheit von Viking ist viel geringer, daher findet bis 2019 die Integration ins Stihl-Sortiment statt. Das Qualitätslevel von Stihl und Viking ist ohnehin identisch."

Authentische Einsatzkulissen auf dem Feuerwehrgelände

Im Anschluss an die Pressekonferenz lud Stihl die Journalisten aus der gesamten Republik zu einer Leistungsschau jener Produktneuheiten ein, die im Frühjahr 2018 auf den Markt kommen werden. Dabei handelt es sich um den Benzin-Trennschleifer TS 440, die Rettungssäge MS 462, die Akku-Rasenmäher RMA 448 TC, RMA 2 RT und RMA 339 C sowie die Robotermäher-Flotte Viking iMow Team.

Die Leistungsschau der Geräte hatte dabei einen starken Entertainment-Charakter. Nicht nur, weil die schreibende Zunft selbst Hand anlegen durfte, sondern auch, weil Stihl für authentische Einsatz-Kulissen sorgte, etwa bei einem simulierten Feuerwehreinsatz mit der neuen Rettungssäge MS 462 C-M R. Um schnellstmöglich in einen verschlossenen Wellblechcontainer vorzustoßen, nutzten die Feuerwehrleute die MS 462 C-M R, die unter anderem durch ein geringes Motorgewicht von 6,5 kg und einen versierten Schnitttiefenbegrenzer punktet. So rasch wie der Feuerwehreinsatz begonnen hatte, war er auch schon wieder vorbei - die Rettungssäge hatte ganze Arbeit geleistet. Ähnlich unterhaltsam war die Demonstration des neuen Benzin-Trennschleifers TS 440, den ein Stihl-Mitarbeiter zielsicher auf engstem Raum zum Durchtrennen eines Rohres einsetzte. Beim Rückstoß, den der Mann gezielt herbeiführte, zeigte sich die Schutzfunktion des Geräts sofort: Im Bruchteil einer Sekunde stoppte die Trennscheibenbremse.

Um die neue Rettungssäge MS 462 in einer authentischen Anwendungssituation vorzuführen, wurde ein Feuerwehr-Einsatz in Waiblingen simuliert. Foto: Hendrik Behnisch, Neue Landschaft

App-gesteuerte Robotermäher-Flotte

Körperliche Anstrengung und Lärmbelastung nahmen im weiteren Verlauf für alle Gerätetester ab: Im idyllischen Landschaftspark Talaue in Waiblingen kamen am Ende die Akku-Geräte zum Zug. Der kompakte Akku-Rasenmäher RMA 339 C etwa - dessen Vorgänger noch unter dem Viking-Banner vertrieben wurde - erfreute sich dank des hohen Bedienkomforts bei den Journalisten großer Beliebtheit.

Ganz ohne Kraftanstrengung bestritten dann sowohl Pressevertreter als auch Stihl-Mitarbeiter am letzten Programmpunkt: Als das Viking iMow Team übernahm, erhielten die Anwesenden einen konkreten Eindruck von den Auswirkungen der voranschreitenden Automatisierung unserer Gesellschaft.

Bei dem iMow Team handelt es sich um eine bis zu zehnköpfige Flotte von Robotermähern, die für die Pflege großer Rasenflächen ab 4000 Quadratmetern konzipiert ist. Dabei ziehen diese "connected products" innerhalb des per App definierten Aktionsradius beharrlich ihre Bahnen, ohne sich gegenseitig zu behindern. Indem die iMow-Flotte Grünflächenpflegern die Basisarbeit abnimmt, können diese sich zeitgleich anderen Tätigkeiten widmen - ein effizienteres Arbeiten ist somit garantiert.

Hendrik Behnisch

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 10/2017 .

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