Studie des Instituts für sozial-ökologische Forschung

In zahlreichen Regionen wird das Grundwasser knapp

In immer mehr Regionen Deutschlands wird das Grundwasser knapp. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE) im Auftrag des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).
Wasserknappheit Entwässerung und Grundwasser
In 201 von 401 Kreisen wird das Grundwasser übernutzt, hat der BUND festgestellt. Es werde mehr entnommen, als neu gebildet werden kann. Die Gründe sind verschieden. Grafik: BUND

Danach herrscht jedem zweiten Landkreis bereits Wasserstress. In 201 von 401 Landkreisen wird mehr Grundwasser entnommen, als sich durch Niederschläge neu bilden kann.

Besonders betroffen sind nicht nur die bekannten Trockenregionen im Osten Deutschlands, sondern auch Ballungszentren wie die Rheinschiene und Regionen in Niedersachsen. Die Studie zeigt auch: Die Klimakrise verschärft das Problem. Von den betroffenen Landkreisen haben 94 akuten Grundwasserstress. Hier sind die Grundwasserstände in den letzten Jahren signifikant gesunken.

In nahezu allen Bundesländern neue Tiefststände

In nahezu allen Bundesländern haben die Grundwassermessstellen neue Tiefststände verzeichnet. Mehr Trockenheit und weniger Niederschlag lassen den Grundwasserspiegel sinken.

Heiße, trockene Sommertage lassen den Wasserbedarf von Privathaushalten, Kühlungs- und Bewässerungsanalagen sprunghaft ansteigen. In der Folge haben im Hitzesommer 2023 mehr als 80 Landkreise die Wasserentnahme eingeschränkt. Langfristig kann der Wasserbedarf in einzelnen Regionen noch steigen, wenn sich zum Beispiel wasserintensive Rechenzentren, Batterie- oder Halbleiterfabriken ansiedeln.

Erste Analyse zur ag Grundwassernutzung

Die Studie analysiert erstmals flächendeckend, wo und von wem Grundwasser in Deutschland genutzt wird. Über die Hälfte des Grundwassers wird für die Versorgung mit Trinkwasser entnommen. Mittels Fernleitungen wird es teils mehrere hundert Kilometer weit in größere Städte transportiert. Aber auch Bergbau, verarbeitendes Gewerbe und Landwirtschaft spielen eine Rolle. Der Braunkohletagebau senkt durch das Abpumpen riesiger Wassermengen die Grundwasserspiegel.

Auch die chemische Produktion, etwa in Ludwigshafen, benötigt erhebliche Mengen Grundwasser. In landwirtschaftlich intensiv genutzten Regionen wie dem Heidekreis in der Lüneburger Heide sorgt Bewässerung für sinkende Pegelstände. Auch wenn die Landwirtschaft bisher nur einen kleineren Anteil am Gesamtverbrauch hat: In den letzten Trocken- und Dürrejahren ist ihr Bedarf gestiegen. Vor allem Kulturfrüchte wie Kartoffeln, Zuckerrüben, Gemüse und Obst werden bewässert. Im Zuge der Erderhitzung ist damit zu rechnen, dass sich der Bewässerungsbedarf deutlich erhöhen wird.

DStGB und BUND fordern Wasserstrategie

Zugleich lässt auch die Klimakrise den Grundwasserspiegel sinken. Davon sind Regionen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt besonders betroffen. Während die strukturelle Übernutzung von Grundwasser vor allem langfristige Folgen hat, können schon wenige niederschlagsarme Monate eine große Herausforderung für grundwasserabhängige Ökosysteme darstellen. So zeigt der Landkreis Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern deutlich sinkende Grundwasserstände.

Die Veröffentlichung der Studie hat den Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) auf den Plan gerufen. Der Beigeordnete für Wasser und Abwasser, Bernd Düsterdieck, forderte in der "Rheinischen Post", die Nationale Wasserstrategie des Bundes, nun zeitnah und in Abstimmung mit Ländern und Kommunen umzusetzen. Der BUND forderte, die Entnahme von Grundwasser stärker zu regulieren und an die natürliche Regeneration anzupassen. Besonders in Regionen mit Wasserstress sollten Maßnahmen ergriffen werden, um den Verbrauch zu senken.

cm/BUND

NL-Stellenmarkt

Relevante Stellenangebote
Regionalleiter/in Süd-West , Weimar  ansehen
Teamleiter:in (w/m/d) im Planungsbüro mit..., Frankfurt am Main  ansehen
Landschaftsarchitekt:in (w/m/d) Projektsteuerung..., Frankfurt am Main  ansehen
Alle Stellenangebote ansehen

Ausgewählte Unternehmen
LLVZ - Leistungs- und Lieferverzeichnis

Die Anbieterprofile sind ein Angebot von llvz.de

Redaktions-Newsletter

Aktuelle GaLaBau Nachrichten direkt aus der Redaktion.

Jetzt bestellen