Stützen der Gesellschaft

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) fa?hrt seit Jahren eine beispiellose Image-Kampagne, um ihre Verdienste fu?r die Hauptstadt sta?rker ins Blickfeld zu ru?cken. Foto: BSR

Wenn es um den Wow-Effekt geht, können Pflegemaschinen nicht mit Krankenwagen und Feuerwehrfahrzeugen konkurrieren. Während letztere oft lautstark in Extremsituationen ausrücken und eine gewisse Dramatik verkörpern, verrichten Pflegemaschinen ihr Werk zwar verlässlich, aber unspektakulär. Dabei sind Kehrmaschinen, Wildkrautentferner und Co. für das Gemeinwesen genauso wichtig wie ihre blaulichtbewehrten Kollegen von den Rettungsdiensten. Nicht auszudenken, wie sehr öffentliche Räume verwahrlosen würden ohne die fleißigen Mitarbeiter der Kommunen, die Tag für Tag Müll beseitigen, Straßen reinigen und Rasen mähen. Ohne ihre maschinellen Helfer würden sie dem riesigen Pflegebedarf aber nicht nachkommen können. Höchste Zeit also, ein Schlaglicht auf kommunale Pflegemaschinen zu werfen. Denn gäbe es sie nicht, würde unser Land ein anderes sein - aber ganz gewiss kein schöneres.

Mit Wortwitz durch Berlin

Besonders schmuddelig ist es auf den Straßen jener Stadt, deren ehemaliger Bürgermeister sie einst als "Arm, aber sexy" titulierte: Berlin. In der Bundeshauptstadt verrichten die Mitarbeiter der Berliner Stadtreinigung (BSR) täglich Schwerstarbeit. Um die Hauptstädter an den Wert ihrer Dienste zu erinnern, fährt die BSR seit einigen Jahren eine humorvolle Image-Kampagne. Das Dienstleistungsunternehmen setzt sich dabei mit pfiffigen Slogans in Szene, die oft übergroß an den Seiten seiner Reinigungsfahrzeuge prangen. Dort wird eine Kehrmaschine schon mal semantisch zum Sportwagen umgedeutet - sei es nun zum "Kehrrari" oder "Wasserati". Alternativ sind in den Straßen Berlins auch das "Räumschiff" oder der "Lilliputz" im Einsatz. Die Müllabfuhr erledigen in der Spreemetropole unter anderem die "Leerforce One" und das "Mülltitalent". Würden die Fahrzeuge aber nichts leisten, stieße der BSR-Humor bei den Berlinern sicher auf taube Ohren. Die charmante Selbstdarstellung der Stadtreinigung ist auf einen leistungsstarken Fuhrpark angewiesen - genau wie die Hauptstadt selbst. Da Kommunalmaschinen immer fortschrittlicher konstruiert werden, können Städte und Gemeinden mit dem Pflegebedarf öffentlicher Räume weiterhin souverän umgehen - obwohl er wegen voranschreitender Urbanisierung und Verdichtung größer ist als je zuvor.

Anbaukehrgera?te erfreuen sich großer Beliebtheit, wie hier am Unimog. Dank hydraulischer Seitenverschiebung von bema kann auch dort gekehrt werden, wo das Fahrzeug nicht fahren kann. Foto: bema GmbH Maschinenfabrik

Durch Anbaugeräte zum Allrounder

Effizienz und Wirtschaftlichkeit sind zwei Schlüsselfaktoren, um diese Herausforderung zu meistern. Deshalb werden bei Pflegemaschinen immer häufiger flexibel einsetzbare Anbaugeräte genutzt. Sei es nun die Kehrmaschine, die Wildkrautbürste oder das Schneeschild: In vielen Fällen können sie sowohl an Kompakt-, Rad- und Teleskopladern als auch an Traktoren, Kommunalfahrzeugen und Gabelstaplern betrieben werden. Ein entscheidender Vorteil des Anbau-Prinzips: Auch wenn Pflegemaschinen vor allem im Kommunalbereich zum Einsatz kommen, können sie als anbaubare Allrounder auch leicht auf Baustellen und Betriebshöfen sowie im GaLaBau mit den dort üblichen Maschinen genutzt werden. Die Kommunen müssen also nicht zwingend ihren Fuhrpark, sondern nur ihren Fundus von Anbaugeräten erweitern - das spart Geld und Ressourcen. An Leistung büßen die Anbaugeräte dabei keinesfalls ein. Beispiel Anbau-Kehrmaschinen: Ein sauberes Kehrergebnis kommt am ehesten mit einer pendelnden Aufhängung zustande - dank ihr passen sich die Anbaukehrgeräte dem jeweiligen Gelände bestmöglich an. Ein Besenkörper mit spiralförmigem Borstenbesatz erledigt dann den Rest. Auch die Wildkrautentfernung läuft heute oft nach ähnlichen Prinzipien ab: Gesetzlich ist es schon länger untersagt, Unkraut mit Chemie oder Salz zu bekämpfen. Zwar sind Heißwasser und Dampf umweltschonende Alternativen, allerdings gelten Aufwand und Kosten dort als recht hoch. Daher sind Wildkrautbürsten mit horizontal rotierendem Teller eine zweckmäßige Alternative, die sich als Anbaugerät großer Beliebtheit erfreut. Ob mit oberflächenschonenden Drahtbüscheln oder aggressiven Drahtzöpfen: Die Maschine macht mit Unkraut kurzen Prozess - wobei viele Konstruktionen, die heute auf dem Markt sind, auch einen Großteil des Wurzelwerks entfernen.

Wir sehen also: Auch wenn der Einsatz von Pflegemaschinen nicht als Spektakel daherkommt, haben wir es mit ausgeklügelten und absolut verlässlichen Konstruktionen zu tun. In ihrer Funktion als nimmermüde Saubermacher verteidigen sie die Lebensqualität unserer öffentlichen Räume. Bei Lichte betrachtet ist es daher nicht übertrieben, sie als Stützen der Gesellschaft zu bezeichnen. Anders als bei den Fahrzeugen der Rettungsdienste ist die Brillanz der Pflegemaschinen jedoch eher subtiler Natur. Oder um es anders zu sagen: Sie bieten einen Wow-Effekt auf den zweiten Blick. hb

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Exkurs 01/2019 .

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