Der Mähroboter erweist sich als zuverlässig

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Der Automower 320 mähte den schmalen Korridor zuverlässig. Einwachsende Stauden sind zurückzuschneiden. Fotos: Nikolai Kendzia/LWG Veitshöchheim

Die Verlegung des Begrenzungskabels muss exakt erfolgen. Eine Baumscheibe wird mit der Kabelverlegemaschine TSK-Schlitzi umrundet.

Vor dem Begrenzungskabel darf das Gelände maximal 10 Prozent fallen, sonst kann der Mähroboter nicht mehr rechtzeitig umkehren. In der Fläche schafft der Automower 320 aber 40 Prozent Gefälle.

Rasenmähroboter halten Einzug in Privatgärten und öffentliche Anlagen. In einem Praxistest an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau wurde ein Automower 320 von Husqvarna eine Saison lang beobachtet. Das Ergebnis: Der Garten- und Landschaftsbau muss den Zeitaufwand und die Leistungsgrenzen bei der Installation berücksichtigen, wenn er vom Trend zum elektronischen Garten profitieren will.

In den Werbebotschaften der Hersteller wird der Eindruck vermittelt, dass mit dem Einsatz eines Robotermähers ein englischer Rasen vorprogrammiert ist und keinerlei Aufwand mehr für die Pflege der Rasenfläche aufgewendet werden muss. Dieses Werbeversprechen sollte aus der Sicht des Landschaftsgärtners im Versuchsgarten der Abteilung Landespflege überprüft werden.

Beratung und Planung

Es sollte sich zeigen, dass die Hinweise der Hersteller in den Bedienungsanleitungen sehr ernst zu nehmen sind. Wie bei allen Maschinen und Geräten ist auch eine laufende Reinigung und Wartung zu gewährleisten.

Ein Ortstermin von zwei Stunden - inklusive An- und Abfahrt - schaffte Klarheit über Flächenzuschnitt, Gefälle, Randeinfassungen und Standort der Ladestation. Die Ansprüche des Kunden (LWG) wurden abgefragt: Die Rasenfläche sollte bis zum Rand hin vollständig gemäht werden. Dies ist nur möglich, wenn das Gerät die Möglichkeit hat, bis zu 32 cm über den eigentlichen Rasenrand hinaus zu fahren. Schmale Korridore zwischen den Flächen können zum Teil nicht sauber gemäht werden, auch können Fahrspuren entstehen. Der Hersteller empfiehlt hier eine Breite von mindestens 1,50 m. In unserem Fall war die Durchfahrt 0,8 bis 1,0 m breit und es sollte versucht werden, diese vollständig zu mähen. Die Rasenfläche gliedert sich in zwei unterschiedlich große Teilflächen mit einer Gesamtfläche von 360 m2 und einer Geländeneigung bis zu 40 Prozent. Beim Einbau des Begrenzungskabels für den Mähroboter wurden starke Gefällestrecken ganz bewusst nicht ausgespart, obwohl der Hersteller steiles Gelände unmittelbar vor dem Induktionskabel verbietet. Der Mähroboter muss bei Erkennen der Begrenzungsschleife die Möglichkeit zur schnellen und leichten Umkehr haben. Deshalb dürfte das Begrenzungskabel nur in Bereichen unter 10 Prozent Steigung eingebaut werden. Die Plattform der Ladestation kann bis maximal 5cm geneigt werden. Vor der Station benötigt der Mäher laut Bedienungsanleitung eine Freifläche mit 2 m Radius. Eine entsprechende Fläche wurde gefunden.

In der Fläche liegen fünf Pflanzinseln mit etwa 2 m Durchmesser, die durch einen Graniteinzeiler eingefasst werden. Eine automatische Bewässerungsanlage mit Versenkdüsen und Getrieberegnern ist bereits vorhanden. Die Rasenfläche wurde in den letzten Jahren kaum gedüngt und zeigte eine reichhaltige Artenzusammensetzung an Beikräutern (Potentilla anserina, Bellis perennis, Taraxacum officinalis, …).

Der Rasen muss immer frei von Gegenständen sein, die vom Roboter überfahren werden könnten. Wenn Kleinkinder spielen, muss der Roboter stehen. An dieser Stelle wird deutlich, dass ein Mähroboter nicht in jedem Garten optimal eingesetzt werden kann. Bei einer Neuanlage hingegen kann auf die Bedürfnisse des automatischen Mähers reagiert werden.

Vorbereitende Arbeiten

Die Flächenbegrenzung erfolgte über ein ca. 4cm tief liegendes Begrenzungskabel. Bei diesem Robotermodell liegt die maximale Verlegetiefe bei 20 cm. Deshalb wurden die Randbereiche der vorhandenen Rasenfläche freigeschabt und überarbeitet, Randsteine um einen Hofeinlauf wurden höhenmäßig angehoben. Die Einzeiler aus Granit-Kleinstein um die Bäume mussten zum Teil neu erstellt werden. In der Rasenfläche selbst mussten Fangstellen (Löcher) eingeebnet und herausstehende Regner und Ventilkästen angeglichen werden. Hinter den Einfassungen und Stahlkanten wurde Boden aufgefüllt, damit diese nicht zur Fangstelle für die zwei vorderen Stützräder des Roboters werden.

Die Vorbereitungszeit betrug mit bis zu drei Mitarbeitern immerhin 99,5 Arbeitskraftstunden. Am Mäher selbst ist für den Landschaftsgärtner keine große Preisspanne zu erzielen. Jedoch sind die Kosten für die notwendigen Arbeiten für einen optimalen und fachgerechten Einbau beim Kunden durchzusetzen.

Unmittelbar vor dem Tag des Einbaus wurde mit einem Trennschleifer eine 4 cm tiefe Nut in die Kunststoffrasengitter geschnitten, die in den Ecken der Rasenfläche liegen und die Radien der angrenzenden Wegekreuzungen vergrößern. Ebenso wurde motormanuell an den Pflasterversprüngen der Schlitz für die Induktionsschleife im Abstand von 5 bis 10 cm zur Pflasterfläche eingefräst beziehungsweise mit dem Spaten vorgestochen. Eine Arbeitskraft benötigte dafür 12,5 Stunden. Diese kleinen Ecken wären mit der Kabelverlegungsmaschine TSK-Schlitzi der Firma Tiger schwer anzufahren gewesen. Vor dem eigentlichen Verlegen wurde der Rasen auf 3 cm kurz gemäht und vertikutiert. Der Regen am Vortag ersetzte ein Vornässen der Fläche, damit die Kabelverlegemaschine leichter in den Boden hätte eindringen können. Für die 330 m Begrenzungs- und Suchkabel benötige Jürgen Herrmannsdörfer von der Firma Garten-Decker zwei Stunden. Eine zweite Arbeitskraft befestigte das Kabel insbesondere in den Kurvenbereichen und Ecken mit den mitgelieferten Erdspießen. Ein überdimensionierter Betonkeil verzögerte die Arbeit. Ein selbstangefertigtes Spezialwerkzeug erleichterte das Eindrücken des Induktionskabels in den Kabelschlitz. Die Bauminseln wurden ausgehend vom äußeren Begrenzungskabel mit einer Schlaufe umfahren. Das Induktionssignal wird im Bereich der unmittelbar parallel laufenden Kabel aufgehoben und kann vom Mähroboter überfahren werden.

Zur Freude der Installateure leuchtete die Diode der Ladestation grün auf, sobald der Trafo eingesteckt war. Ein Zeichen dafür, dass sowohl das umlaufende Begrenzungskabel als auch das Suchkabel korrekt angeschlossen waren.

Installation

Ausschlaggebend für die zu programmierende Betriebszeit ist die Mähleistung des Automowers 320 von 90 m2 pro Stunde. Die maximale Flächenleistung umfasst 2200 m2 laut Hersteller und wird aber nur erreicht, wenn die Fläche täglich und rund um die Uhr gemäht wird. Verkaufsleiter Dirk Pfannenschmidt aus dem Hause Husqvarna legte die tägliche Mähzeit auf vier Stunden außerhalb der Bewässerungszeiten fest, da die Elektronik des Mähroboters keine Unterbodenwäsche durch ausfahrende Versenkregner verträgt. Die kleinere Rasenfläche wird bei 20 Prozent der Ausfahrten aus der Ladestation über das Suchkabel angefahren. Der Mähvorgang beginnt dann nach dem Zufallsprinzip erst 103 m von der Ladestation entfernt. Ein zweiter Bereich wurde für zehn Prozent der Ausfahrten hinter den Baumscheiben von der Ladestation aus gesehen programmiert.

Der Mähroboter beginnt die Suche nach der Ladestation immer mit einer unregelmäßigen Suchmethode, wählt also unterschiedliche Routen zur Station und beugt somit Fahrspuren vor. Drei Wege werden abgeprüft: Umfeld der Ladestation, Suchkabel und Begrenzungskabel. Die Zeit (Verzögerungszeit), nach der der Roboter die Suche zum Beispiel unmittelbar nach der Ladestation (Sendesignal mit Radius bis 8 m) abbricht, kann eingestellt werden. Anschließend wird nach dem Suchkabel gesucht und letztendlich würde der Mäher am Begrenzungskabel heimfahren.

Der Mäher von Husqvarna ist ohne Regensensor konzipiert, damit auch bei länger anhaltenden Niederschlägen die Rasenfläche vollständig gemäht wird. Der gewünschte Mulchschnitt erfolgt immer mit kleinen und rasch zersetzbaren Rasenschnipseln.

Auch für den Stiga Autoclip 225 S gilt: Entweder kann der Rand der Rasenfläche überfahren werden oder eine 18 cm breite Pflasterfläche begrenzt den Rasen. Dann erspart man sich ein manuelles Nachschneiden der Ränder.

Zwei kleine Handkoffer mit Elektrowerkzeug, Spaten, Kabelverlegemaschine und viel Fachwissen reichen in der Regel für die Installation aus.

Sicherheit geht vor: Beim Anheben wird die Mähscheibe nicht mehr angetrieben und die drei kleinen Klingen fallen ohne Fliehkraft unter die Abdeckscheibe zurück.

Betrieb

Beide Rasenflächen als auch der Korridor wurden zuverlässig auf 4 cm Halmhöhe gehalten. Selbst in den Randbereichen und im Korridor blieben keine Grasbüschel stehen. Einwachsende Stauden und Gehölze müssen zurückgeschnitten werden, da sie den Roboter zur Umkehr zwingen können. Das Gerät blieb - bis auf vier Ausnahmen - auf der zugewiesenen Fläche und verirrte sich nicht beim Rangieren in den Engstellen. Dreimal musste der Mähroboter aus der Pflanzfläche unterhalb der steilsten Stelle mit 40 Prozent geborgen werden. Eine Angleichung der Bodenoberfläche innerhalb des Pflanzrings hinter dem Pflastereinzeiler brachte zunächst Besserung, da der Elektromotor beim Wenden die nicht angetriebenen Vorderräder leichter zurückzieht. Da bei feuchter Witterung hier die Traktion nicht ausreicht, also die Räder durchdrehen und die Grasnarbe beschädigen, bekam der Roboter jetzt einen "Gelände-Kit". Die Standardbereifung der Hinterachse wurde gegen ein Paar Geländeräder mit weniger, dafür stärkeren, Stollen ausgetauscht.

Zudem wurde ein Bürstensatz eingebaut, der Schmutz von den hinteren Antriebsrädern abstreift. Bei dieser Gelegenheit wurden auch gleich die drei flexiblen Mähklingen nach einer Einsatzzeit von drei Monaten getauscht. Nach der Aufrüstung mit Stollenreifen rutschte der Roboter noch einmal an einer 35 Prozent steilen Stelle bei regennassem Gras in die Pflanzfläche ab.

Die Einwinterung erfolgte erst Mitte November. Eindeutig zu spät. Durch die feuchte Witterung entstanden Fahrspuren und die Grasnarbe wurde deutlich beschädigt. Ein rechtzeitiger Winterservice mit Säuberung und Einlagerung sollte vom Landschaftsgärtner angeboten werden.

Die Ladestation wurde im Freien belassen und die Stromversorgung wurde aufrecht erhalten. Im Frühjahr stellte sich allerdings heraus, dass der Strom an anderer Stelle abgestellt war und somit eine spannungsfreie Wintersaison zu verzeichnen war. Die Ladestation, die mit einem Kunststoff-Bottich abgedeckt war, nahm keinen Schaden.

Zweiter Mähroboter in Betrieb

Seit Anfang Mai diesen Jahres zieht ein Autoclip 225 S der Firma Stiga seine Bahnen an der LWG. Die "Mähphilosophie" unterscheidet sich deutlich von der Firma Husqvarna. Der Autoclip mulcht mit feststehenden Messern und hat eine höhere Arbeitsgeschwindigkeit. Ziel von Stiga ist es, die Ladezyklen zu minimieren und bei einer Ausfahrt eine möglichst große Fläche zu bewältigen. Die Anforderungen an die Rasenfläche sind vergleichbar: Vor einer Trockenmauer kann ein ca. 18 cm breiter Grasstreifen nicht gemäht werden, da die Messer aus Sicherheitsgründen unter der Abdeckung sitzen. Zum Einbau des Induktionskabels nutzte Timo Müller von der schwedischen Firma Stiga eine robuste, aber wendige Kabelverlegemaschine mit Bohrvorsatz. Die Ladestation wurde wegen des Drehstrahls der Getrieberegner außerhalb der Rasenfläche stationiert. Insgesamt ist der Stiga Autoclip nicht so stark abgedichtet wie der Automower, die Abdeckung ist dafür leichter zu öffnen. Der Autoclip arbeitet mit einem Regensensor, damit Fahrwerk und Messer durch feuchten Grasschnitt weniger verschmutzen.

Aber auch hier sollte das Schneidwerk monatlich oben und unten mit einem Messer gereinigt bzw. abgezogen werden. Der Vergleich der beiden elektronischen Schafe kann beginnen.

Tipps für die Praxis

Bestehende Gärten sind oftmals nicht "robotertauglich". Anspruch und Wirklichkeit können nur unter großem Aufwand, das heißt einem Zusatzauftrag zur Umgestaltung des Gartens, zur Deckung gebracht werden. Bei der Neuanlage hingegen kann der zukünftige Einsatz eines Mähroboters bereits berücksichtigt werden.

Die Installation ist anspruchsvoll und kann nicht von jedermann bewältigt werden. Eine ausführliche Beratung des Kunden schützt vor späteren Reklamationen. Wie bei allen technischen Produkten muss das Design stimmen und an den Geschmack des Kunden angepasst werden (Farbe, individuelles Muster, Garage über Ladestation). Aufgrund des Anschaffungspreises kann ein Mähroboter als Statussymbol gelten und für Technikbegeisterte auch ein Spielzeug sein. Im Vordergrund steht sicher, dass der Kunde sich von der beschwerlichen Mäharbeit befreit. Robotermäher komplettieren den "automatischen Garten". Die Nachfrage nach einem gärtnerischen Gesamtpaket für den Traumgarten mit eingebauter Pflegeerleichterung ist groß.

Eine sorgfältige Bestandserhebung und vorbereitende Arbeiten sind bei der Kalkulation zu berücksichtigen. Ein Angebot auf Stundenlohnbasis vergütet im Gegensatz zur Einbaupauschale die Leistungen, die durch unvorhergesehene Hindernisse anfallen.

Der Einsatz eines Robotermähers führt nicht automatisch zu einem Englischen Rasen. Zum Rasenstandort und -substrat kommen die Besonnung der Rasenfläche und das ganze Paket der Pflege: Bewässerung, Vertikutieren, Düngung. Die Mulchmahd führt wertvollen Stickstoff in den Kreislauf zurück. Aufgrund methodischer Probleme konnte ein genauer Nachweis der Düngeeinsparung noch nicht geführt werden. Es kann aber von einer ersparten Düngergabe von zirka 5 g Stickstoff/m2 ausgegangen werden.

Beide Hersteller liefern ein verständliches, gedrucktes Handbuch mit, das den Einbau und die Programmierung erklärt. Dem Kunden muss vermittelt werden, dass ein Mähroboter kein Spielzeug ist und eine lang anhaltende Freude nur durch fachkundigen Einbau gewährleistet werden kann.

Dieser Artikel basiert auf einem Vortrag des Autors am 26. Februar 2015 bei den 47. Veitshöchheimer Landespflegetagen der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 06/2015 .

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