Umfrage:

Verwertung von Mähgut aus dem kommunalen Bereich

von:
Das Abräumen des Mähguts ist ein wesentlicher Aspekt der naturfreundlichen und biodiversitätsfördernden Mahd von Wiesen. Das gilt auch für die Wiesen auf kommunalen Grünflächen im Siedlungsbereich und im Straßen- und Wegebegleitgrün. Das Mähgut aus diesen Bereichen sinnvoll und nachhaltig zu verwerten, stellt Kommunen jedoch häufig für große Herausforderungen.
Abfallentsorgung Grünflächenmanagement
Straßenbegleitgruen in Bad Saulgau. Foto: Jonas Renk

Vom Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt (Kommbio) wurde vor diesem Hintergrund im Frühjahr diesen Jahres eine Umfrage unter den Mitgliedern zum Thema Mähgut-Verwertung durchgeführt. Von den zum damaligen Zeitpunkt etwa 390 Mitgliedern haben 90 Kommunen und Landkreise unterschiedlicher Größe aus ganz Deutschland an der Umfrage teilgenommen. Die Umfrage ist nicht repräsentativ für alle Kommunen und Landkreise in Deutschland.

Das Ziel der Umfrage war es, zum einen zu ermitteln inwieweit in deutschen Kommunen das Mähgut von Wiesen auf kommunalen Grünflächen im Siedlungsbereich und aus dem Straßen- und Wegebegleitgrün abgeräumt und verwertet wird und wie das Material konkret verbwertet wird. Zum anderen sollten bestehende Hindernisse für eine sinnvolle, flexible und nachhaltige Verwertung von Mähgut aus dem kommunalen Bereich identifiziert werden.

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Mähgut im Straßenbegleitgrün bereit zum Abräumen. Foto: Jonas Renk

Die Umfrage lieferte folgende Ergebnisse:

Unter den teilnehmenden Kommunen und Landkreisen wird das Mähgut von Wiesen auf kommunalen Grünflächen im Siedlungsbereich und aus dem Straßen- und Wegebegleitgrün von 34 Prozent der Kommunen grundsätzlich beziehungsweise auf über der Hälfte der betreffenden Wiesen, von 13 Prozent der Kommunen auf ein Viertel bis ein Halb der betreffenden Wiesen, von 30 Prozent der Kommunen auf unter ein Viertel der betreffenden Wiesen abgeräumt und verwertet. Nur von circa 16 Prozent der Kommunen wird dieses Mähgut gar nicht abgeräumt und verwertet.

Die Gesamtgröße der betreffenden Flächen, von denen das Mähgut abgeräumt wird variiert sehr. Besonders groß ist sie unter den Großstädten in Leipzig und Freiburg im Breisgau.

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Naturnah gepflegte Wiesen sind vielfältige Lebensräume. Foto: Jonas Renk
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Naturnah gepflegte Wiesen sind vielfältige Lebensräume. Foto: Jonas Renk

Verwertungspfade in den Kommunen

Das abgeräumte Mähgut wird in den Kommunen in unterschiedlicher Form genutzt. Die mit Abstand häufigste Form der Verwertung ist die Kompostierung (Rang 1, in 56 Kommunen), gefolgt von der Verfütterung (in der Regel durch einen landwirtschaftlichen Betrieb) (Rang 2, in 18 Kommunen) und der Vergärung in Biogasanlagen (Rang 3, in 9 Kommunen).

Zur Kompostierung wird das Mähgut überwiegend an externe Firmen weitergegeben (in 41 Kommunen) und deutlich seltener in kommunalen Kompostanlagen durch die Kommunen selbst verarbeitet (in 16 Kommunen) (in manchen Fällen wird es auch teilweise selbst und teilweise extern verwertet). Dabei wird das Mähgut (soweit bekannt) in den allermeisten Fällen (zehnmal häufiger) mit anderem organischen Material gemischt und nur selten getrennt von anderem organischen Material verarbeitet. Für die Vergärung zur Biogasproduktion wird das Material in der Regel auch an einen landwirtschaftlichen Betrieb beziehungsweise eine externe Firma übergeben. Ob das Material dort mit anderem organischen Material gemischt wird, ist weitgehend unbekannt.

Neben den genannten Verwertungspfaden wird das Mähgut ebenso durch die Ausbringung auf landwirtschaftlichen Nutzflächen (zum Teil gemischt mit Stallmist) (in vier Kommunen) und die Verbrennung in Biomasse(heiz)kraftwerken (in drei Kommunen) genutzt. In der Stadt Riedstadt wird das Mähgut neben der Kompostierung auch zur rEntwicklung neuer Mähwiesen im Siedlungsbereich übertragen (Mähgut-Übertragung von Spenderflächen). Im Landkreis Bodenseekreis wird das Mähgut teilweise als Einstreu verwendet.

Bei den kommunalen Flächen, von denen das Mähgut abgeräumt wird, handelt es sich sowohl um Parkanlagen im Siedlungsbereich (59 mal angegeben) als auch um Straßen- und Wegebegleitgrün (57 mal angegeben). Darüber hinaus wird das Mähgut im Siedlungsbereich auch von anderen Grünflächen abgeräumt, zum Beispiel von den Außenanlagen öffentlicher Gebäude wie Verwaltungsgebäude und Schulen (insgesamt acht mal genannt) sowie von Spielplätzen und Sportanlagen (ebenfalls insgesamt acht mal genannt).

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Foto: Jonas Renk
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Foto: Jonas Renk
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Foto: Jonas Renk

Hindernisse für eine nachhaltige Verwertung

54 Prozent der teilnehmenden Kommunen sehen erhebliche Hindernisse für eine sinnvolle, flexible und nachhaltige Verwertung von Mähgut aus dem kommunalen Bereich.

Dabei wurden von den Kommunen Verunreinigungen des Mähguts durch Müll und Hundekot (22 mal) und hoher personeller beziehungsweise Kosten-Aufwand für das entsprechende Mähen mit Abräumen beziehungsweise für die Verwertung (18 mal) als Hauptprobleme genannt. Daneben beeinträchtigen insbesondere abfallrechtliche Hindernisse beziehungsweise die Einstufung des Mähguts aus dem Straßen- und Wegebegleitgrün als Abfall (elf mal genannt) und auf lokaler Ebene der Mangel an geeigneten Anlagen (ebenfalls elf mal genannt) die Verwertungsmöglichkeiten.

Zusammenfassung

Insgesamt zeigt die Umfrage, dass das Mähgut von Wiesen auf kommunalen Grünflächen im Siedlungsbereich und aus dem Straßen- und Wegebegleitgrün in vielen Kommunen in teils sehr großem Umfang abgeräumt und auf unterschiedliche Weise, insbesondere durch Kompostierung, verwertet wird und dass es klar benennbare Hindernisse für eine nachhaltige Verwertung des Materials gibt, die es zu lösen gilt.

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Zur naturnahen Mahd gehört auch der Einsatz schonender Mäh- und Abräumtechnik. Foto: Jonas Renk
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Mähgut – natürlicher Rohstoff mit vielfältigem Potenzial. Foto: Jonas Renk

Ausblick

Aktuell entwickelt Kommbio eine Arbeitshilfe, die Kommunen bei der Verwertung des kommunalen Mähguts unterstützen soll. In der Arbeitshilfe werden die Kommunen einen Überblick über die abfallrechtlichen Rahmenbedingungen sowie praktische Hinweise und mögliche Lösungsansätze zum Umgang mit kommunalem Mähgut finden.

Die Arbeitshilfe wird im Laufe dieses Jahres an die Kommbio-Mitgliedskommunen übermittelt und im Info-Portal der Kommbio-Website unter https://kommbio.de/dokumente/ zur Verfügung gestellt.

Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e. V.

Das Bündnis ist mit derzeit mehr als 426 Mitgliedskommunen (Stand Mai 2025) seit über zehn Jahren die zentrale Anlaufstelle für Städte, Gemeinden und Landkreise rund um das Thema Biodiversitätsschutz. Der Verein engagiert sich für die Erhaltung und Förderung von Natur im unmittelbaren Lebensumfeld der Menschen und rückt in den Kommunen den Schutz der biologischen Vielfalt in den Blickpunkt.

www.kommbio.de

M.Sc. Jonas Renk
Autor

Umweltplaner und Ingenieurökologe, Projektmanager beim Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt

Freiberuflicher Fachautor und Berater für Naturschutz und Biodiversität

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