Jahresgespräch mit dem BGL-Präsidenten

Von Wurmb: Die Städtebauförderung ist der Hebel zur Umsetzung des Weißbuchs

BGL-Präsident Lutze von Wurmb will auch unter veränderten politischen Bedingungen in Berlin mehr Grün in Städte und Gemeinden bringen. Foto: Baumschule Lorenz von Ehren

Die Umsetzung des Weißbuchs Stadtgrün muss nach Auffassung des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) auch unter veränderten politischen Bedingungen in Berlin weiter vorangetrieben werden. Ein wichtiger Hebel dazu werde das neue Städtebauförderprogramm "Zukunft Stadtgrün" sein, sagte BGL-Präsident Lutze von Wurmb im Jahresgespräch mit der Neuen Landschaft. Der Erhalt und Ausbau des Programms solle einer der Schwerpunkte der Verbandsarbeit in diesem Jahr sein.

Unser Ziel muss es sein, dass sich mehr Kommunen mit Grünprojekten bewerben als derzeit Mittel zur Verfügung stehen und eine Art Sogwirkung entsteht", sagte der BGL-Präsident. Nur so sei es möglich, dass die Mittel für das Förderprogramm "Zukunft Stadtgrün" künftig aufgestockt würden. Zu allererst müssten die Verantwortlichen in den Kommunen auf das Programm aufmerksam gemacht werden. "Viele wissen gar nicht, dass es dieses Programm gibt oder wie sie die Fördergelder beantragen können", sagte von Wurmb. Der BGL wolle seinen kommunikativen Schwerpunkt genau darauf legen.

Von Wurmb kündigte an, der BGL werde sich in den vom Bundesumwelt- und Bauministerium geplanten, neuen Bundeswettbewerb "Grün in der Stadtentwicklung" einbringen. Er soll zukünftig alle zwei Jahre stattfinden. Der Wettbewerb habe die Chance, zu einem "Leuchtturm-Projekt für eine grüne Stadtentwicklung" zu werden, so der BGL-Präsident: "Es kommt darauf an, dass der Bundeswettbewerb von den Kommunen als eine besondere Auszeichnung wahrgenommen wird, der den Kommunen im Wettbewerb mit anderen Kommunen Vorteile verschafft."

Nachfolger für "Entente Florale" gesucht

Wenn das gelinge, könne er ein echter Nachfolger des 2015 ausgesetzten Wettbewerbs "Entente Florale. Gemeinsam aufblühen" werden. "Konkret muss es nun darum gehen, die Handlungsfelder Gärtnerische Qualität, Klimaschutz, Gesundheit und Soziales durch die Auszeichnung vorbildlicher Grünprojekte der Kommunen auszubauen und in der Gesellschaft zu etablieren", erläuterte von Wurmb. Bei der Durchführung könne er sich vorstellen, dass die Stiftung "Die Grüne Stadt" eine aktive Rolle übernehme und gegebenenfalls die Durchführung des Wettbewerbs organisiere.

Mit Infoveranstaltungen in der Parlamentarischen Gesellschaft konnten BGL, BDLA und BdB bei den Bundestagsabgeordneten punkten. Foto: Ben Titze, Wikimedia Commons, Public Domain

Aktiv beteiligen will sich der BGL auch am jährlichen Dialogforum des Bundesumwelt- und Bauministeriums zum Weißbuch Stadtgrün. Dort sollen die neuesten Entwicklungen diskutiert und best-practise-Beispiele ausgetauscht werden. Für den BGL komme es darauf an, dort Problemstellungen und Hürden in den Kommunen zu erkennen und Lösungen zu entwickeln. Von Wurmb: "Hier werden wir unsere und die Erfahrungen aus den Landesverbänden bei der Umsetzung des Weißbuchs einbringen."

Strategische Lobbyarbeit in Berlin

Der BGL-Präsident ist überzeugt, dass ohne die kontinuierliche und strategische Lobbyarbeit des Verbandes in Brüssel und Berlin die Landschaftsgärtner politisch nicht da wären, wo sie heute sind: "Mit unserem Berliner Büro haben wir eine 'ständige Vertretung' in Berlin." Dort seien in den letzten Jahren gemeinsam mit dem Bund Deutscher Landschaftsarchitekten und dem Bund deutscher Baumschulen sehr erfolgreiche Veranstaltungen, vor allem im parlamentarischen Umfeld, durchgeführt worden. Sie sollen in den nächsten Jahren ausgebaut werden. "Genau hierüber führen wir auch konstruktive Gespräche mit dem Zentralverband Gartenbau", erklärte von Wurmb: "Zusammen möchten wir unsere Lobbyarbeit in Berlin verzahnen und politische sowie parlamentarische Veranstaltungen gemeinsam organisieren."

Zur Umsetzung des Weißbuchs Stadtgrün sollen auch die vielen BGL-Kampagnen beitragen. Ein zentrales Element solle die Kampagne "Grün in die Stadt" bilden. Sie habe geholfen, die Zusammenarbeit mit dem Bundesumwelt- und Bauministerium auf eine neue Ebene zu heben. "Im Gegensatz zu den letzten beiden Jahren, wo das Hauptaugenmerk der Kampagne auf der städtischen Bevölkerung lag, werden wir dieses Jahr die kommunalen Entscheider in den Fokus rücken", so der BGL-Präsident: "Lassen Sie sich überraschen."

Mit der Kampagne „Rettet den Vorgarten“ ist es dem BGL gelungen, gärtnerische Aspekte wieder in das Bewusstsein der Menschen zu rücken. Foto: Karla Krieger

Viele weitere BGL-Kampagnen helfen

Grün in die Stadt bringen soll auch die BGL-Kampagne "Rettet den Vorgarten". "Offenbar haben wir gerade hier einen Nerv getroffen", lächelt von Wurmb. "Es ist uns mit der Kampagne gelungen, gärtnerische Aspekte wieder ins Bewusstsein der Menschen aber auch der Landschaftsgärtner selber zu rücken." Innerhalb des Garten- und Landschaftsbaus sowie aller grüner Berufsstände sei die Zustimmung dazu groß.

Die Kampagne werde deshalb in diesem Jahr ausgebaut, sagt der Präsident. Ins Visier genommen wird nun auch der Nutzen im Klimawandel, als Teil der öffentlichen Grünraums in der Straße, als Spiel- und Erfahrungsraum für Kinder, Lebensraum für Tiere und Pflanzen sowie Versickerungsfläche für Regenwasser.

Wirklich begeistert ist von Wurmb von der starken Resonanz auf die Anfang 2017 gestartete AuGaLa-Kampagne zur Nachwuchswerbung. Die von einer Agentur geschaffenen und im Vorfeld an der Zielgruppe getesteten neuen Motive zündeten bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, berichtete der BGL-Präsident: "Dass uns die Informations-, Ausstattungs- und Werbematerialien regelrecht aus der Hand gerissen wurden, hat uns dann aber doch überrascht. Ich bin mir sicher, dass wir mit dieser Kampagne ins ,Grüne' getroffen haben."

cm

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 01/2018 .

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