Fortbildungsreihe des BDLA Bayern

Was bedeutet Nachhaltigkeit in der Landschaftsarchitektur?

Ein Bewertungssystem für die Nachhaltigkeit in der Landschaftsarchitektur bietet der FLL-Leitfaden "Nachhaltigkeit von Freianlagen". Foto: Hochschule Geisenheim

Der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA) Bayern richtete Ende März eine digitale Veranstaltung in der Fortbildungsreihe "Klimagerechtes Bauen - klimaneutrale Baumaterialien und Bauweisen" aus. Zu dem Thema "Wie kann die Landschaftsarchitektur nachhaltiger werden?" referierte Eike Richter, Landschaftsarchitekt und BDLA-Mitglied. Im Anschluss diskutierten rund 80 Teilnehmer über Klimaneutralität in der Landschaftsarchitektur.

Nachhaltigkeit ist mehr als Effizienter Bauen

Über 400 Milliarden Euro beträgt das jährliche Bauvolumen in Deutschland. Das geht aus dem Baukulturbericht 2020/21 hervor. Die Baubranche beansprucht etwa 90 Prozent der mineralischen Rohstoffe und zirka 40 Prozent des Energieverbrauchs. "Nachhaltigkeit wird viel unter dem Überbegriff Effizienz diskutiert. Effizienter zu bauen, bedeutet aber nicht per se nachhaltig zu sein", erläuterte Richter. Nachhaltige Landschaftsarchitektur bediene viele Aspekte wie Resilienz und Konsistenz. "Ein ganz wichtiger Bereich für die Außenanlagen ist für mich persönlich die Suffizienz: brauchen wir das, was uns gefordert wird überhaupt und passt es in das Gesamtbild?", veranschaulichte Richter.

Ökologie, Ökonomie und die soziokulturelle Dimension gelten als die drei Säulen der Nachhaltigkeit. "Artenschutz, grüne Infrastruktur, Flächenverbrauch, Holzbau und ein schonender Umgang mit Ressourcen sind Themenbereiche, die in der Landschaftsarchitektur immer von Bedeutung sein sollten" erläuterte Richter. Wie ist die Haltbarkeit der Außenanlagen oder welche langfristigen Unterhaltungskosten entstehen durch ein Vorhaben, müsse man sich fragen. Daher würden diese drei Säulen von deutschen Bewertungskriterien Standort-, Prozess- und technischer Qualität überlagert, so der Landschaftsarchitekt weiter.

"Effizienter zu bauen, bedeutet nicht automatisch nachhaltig zu sein", betont Landschaftsarchitekt Eike Richter. Foto: Christo Libuda, Lichtschwärmer

FLL-Leitfaden bald offizielles Bewertungssystem?

Der von der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) entwickelte Leitfaden "Nachhaltigkeit von Freianlagen" könnte bald ein neues Bewertungssystem für die Nachhaltigkeit werden. Ein entsprechender Antrag ist bei der deutschen Umweltstiftung bereits gestellt worden. Das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) für Außenanlagen enthält Empfehlungen zur nachhaltigen Planung und ist für zivile Bauvorhaben verpflichtend. Beispielsweise wirken sich Grünflächen mit einer hohen Blattmasse positiver auf ihre Umgebung aus als Grünflächen mit weniger Belaubung. Das BNB für Außenanlagen entwickelte Richter zusammen mit seinem Landschaftsarchitekturbüro LA.BAR von 2010 bis 2012. Die deutschen Bewertungssysteme für nachhaltige Landschaftsarchitektur würden verschiedene Vorteile mit sich bringen, erklärte der Architekt. Das Bewertungssystem Nachhaltiger Wohnungsbau (BNW) weist unter den Bewertungssystemen eine Besonderheit auf: Es werden Teilnahmezertifikate in puncto Nachhaltigkeit ausgestellt, ohne dabei ein Ranking anzugeben. Beim BNB werden im Gegensatz dazu die Qualitäten prozentual aufgefächert, so Richter. Die mehrteilige Fortbildungsreihe "Klimagerechtes Bauen" organisiert der BDLA Bayern in Kooperation mit dem Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (VGL) Bayern.

Der Vortrag "Wie kann die Landschaftsarchitektur nachhaltiger werden?" von Eike Richter war die vierte Veranstaltung im Rahmen des Lehrgangs. Teil II der Weiterbildung befasst sich im Anschluss mit dem Schwerpunkt "Klimagerechte Bauwerksbegrünung".

Danilo Ballhorn

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 04/2021 .

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