Was das Top-Management an Hochschulen lernen kann
Studium heute, Geschäftsführung morgen!
von: Prof. Dipl.-Ing. (FH) Martin Thieme-HackDer Landschaftsbau ist eine sehr kleine Branche. Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) hebt zwar immer die tatsächlich beachtlichen Wachstumsraten hervor, allerdings zeigt ein Vergleich mit anderen Branchen, wie klein die Branche ist. Im Schnitt haben die durch das AuGaLa (Ausbildungsförderwerk Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau) erfassten Betriebe 6,8 Mitarbeiter je Betrieb. Da nicht alle Betriebe von dem AuGaLa erfasst werden, liegt der Durchschnitt deutlich darunter. In der Regel starten die Unternehmer mit ein bis zwei Mitarbeitern. Jeder deutsche Automobilbauer macht deutlich mehr Gewinn, als der Landschaftsbau als Branche Umsatz erwirtschaftet.
Landschaftsbau als Branche
Durch die aktuelle Entwicklung, nach der Finanzinvestoren den Landschaftsbau als attraktive Branche erkannt haben, verändern sich Unternehmensgrößen und -strukturen, aber auch der Bedarf an angestellten Führungskräften. Aktuell sind mehrere Unternehmensgruppen mit mehr als 150 Millionen Euro Umsatz und über 1000 Mitarbeiter am Markt. Solche Unternehmen sind auf der Suche nach Menschen, die bereit sind, Verantwortung und Führungsaufgaben zu übernehmen, das Risiko der eigenen Unternehmensgründung jedoch scheuen. Dadurch ergeben sich für junge Menschen auf dem Arbeitsmarkt ganz neue Perspektiven. Man könnte sagen: weg vom praktischen Unternehmensstart mit Pick-up und Anhängerkupplung, hin zum direkten Einstieg in eine Führungsverantwortung.
Unternehmerpersönlichkeiten im Landschaftsbau
Die Unternehmerinnen und Unternehmer, die heute ein inhabergeführtes Landschaftsbauunternehmen leiten, sind häufig besondere Persönlichkeiten, die aus ganz unterschiedlichen Motivationen und persönlichen Zielen in die Selbstständigkeit gegangen sind.
Da sind die Gartenverliebten, die einfach nur schöne Gärten bauen wollen. Da gibt es die nachhaltigen Gärtner, die mit dem Lastenfahrrad die Stuttgarter Berge hochfahren, um einen Apfelbaum zu pflanzen, oder die Choleriker, die Risikofreudigen, Lean-versessenen, die Controller, die Grenzkostenrechner, die Spontanen, die Nachdenklichen und die Abwägenden. Meist ist das Unternehmen ein Abbild der Persönlichkeit des Unternehmers.

Generation X, Y, Z, Alpha
Schon Sokrates wusste 469 v. Chr., dass die Jugend den Luxus liebt. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer. Fast 2 500 Jahre danach ist die Jugend die Jugend geblieben. Es hat sich nichts geändert.
Eine besonders aussagekräftige Quelle ist die regelmäßig erscheinende Shell Studie. Die Ausgabe 2023 ist überschrieben mit "Eine Generation meldet sich zu Wort" (Albert et al. 2023). Die Ausgabe 2024 hat den Titel "Pragmatisch zwischen Verdrossenheit und gelebter Vielfalt" (Albert et al. 2024). Befragt werden jeweils die Altersgruppe von 15 bis 25 Jahre.
Die wesentlichen Schlagworte aus diesen beiden Studien sind unter anderem:
- Gesucht wird eine Orientierung an Leistungsnormen.
- Die Jugendlichen positionieren sich politisch deutlicher.
- Es bestehen Verlustängste durch Krieg in Europa und durch die aktuelle wirtschaftliche Lage.
- Gesucht werden stabile soziale Beziehungen im persönlichen Nahbereich.
- Es wird Wert auf eine deutlich bewusstere Lebensführung gelegt.
- Ansprüche an eine nachhaltige Gestaltung von Umwelt und Gesellschaft artikulieren Jugendliche deutlich und vernehmbar.
- Die Sinnhaftigkeit des eigenen Handelns im Erwerbsleben steht im Vordergrund.
- Die Unterschiede zwischen Ost und West, zwischen männlichen und weiblichen Jugendlichen sowie zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund werden eher kleiner als größer.
- Eine positive Identifikation mit Staat und Gesellschaft überwiegt die gravierende Kritik.
- Das Vertrauen in Institutionen ist gewachsen.
In der Studie wird der Versuch unternommen, ähnlich wie in den Sinus-Milieus der Sinus Markt- und Sozialforschung GmbH Heidelberg, Schlagworte für Gruppierungen zu finden. Im Jahr 2023 waren dies die folgenden:
- Kosmopoliten,
- Weltoffenen,
- Nicht-eindeutig-Positionierten,
- Populismus-Geneigten,
- Nationalpopulisten.
- In der Studie 2024 wird hingegen unterschieden in:
- Mainstream, Anteil 38 Prozent,
- Progressive, Anteil 15 Prozent,
- Verunsicherte, Anteil 18 Prozent,
- Selbstbezogene, Anteil 17 Prozent,
- Verdrossene, Anteil 12 Prozent.
Für 93 Prozent der Jugendlichen steht berufliche Sicherheit weiterhin an erster Stelle. Damit lässt sich der ungebrochene Drang in den öffentlichen und damit sicheren Dienst begründen. Nicht Umziehen für den Job ist deutlich seltener wichtig (52 %). Für 93 Prozent dürfen Familie und Kinder neben dem Beruf nicht zu kurz kommen, Teilzeittätigkeiten werden angestrebt sobald Kinder da sind.
Zusammenfassend werden drei Orientierungsrichtungen der Jugendlichen unterschieden:
- Nutzenorientierung: umfasst hohes Einkommen und gute Aufstiegsmöglichkeiten, aber auch genügend Freizeit neben der Berufstätigkeit.
- Karriereorientierung: umfasst die Idee, dass Überstunden zur beruflichen Karriere dazugehören sowie die Bereitschaft, am Wochenende zu arbeiten, wenn es zu einem entsprechenden Ausgleich unter der Woche kommt.
- Wertorientierungen: diese ist in 2024 neu hinzugekommen, da die Orientierung an Werten deutlich zugenommen hat.
Interessant ist auch, dass sich die Geschlechter deutlich unterscheiden. So ist Frauen Feminismus wichtiger geworden, hier stimmen aktuell 59 Prozent zu, in 2023 waren es noch 20 Prozent. Auch ist den Frauen zunehmend eine vielfältige, bunte Gesellschaft wichtig. Hier ist die Zustimmung von 56 auf 72 Prozent gestiegen. Die Zustimmung zu veganer Ernährung ist von 7 auf 21 Prozent angestiegen.
Etwas überraschend erscheint, dass den Männern Männlichkeit wieder wichtiger geworden ist, hier ist die Zustimmung von 20 auf 67 Prozent angestiegen. Auch die Bedeutung von Statussymbolen ist gestiegen, wie das Fahren sportlicher Autos oder Motorräder. Hier ist die Zustimmung von 14 auf 48 Prozent deutlich gestiegen. Auch wünschen sich junge Männer mehr Wettbewerb, heute 44 statt 36 Prozent. Gendern trifft auf mehr Ablehnung 42 Prozent als Befürwortung 22 Prozent. Einem Drittel ist das Thema egal.
Es gibt jedenfalls nicht die Jugend. Die Altersgruppe der 15- bis 25-Jährigen ist bunt, hat unterschiedliche Interessen und Ziele. Auch bei Studierenden gibt es eine Gruppe, denen Werte wichtig sind. Das kann aber auch Bereitschaft zur Arbeit an Samstagen oder sogar Arbeiten in der Nacht bedeuten, wenn es sinnvoll ist oder etwas bringt. Manche suchen den Erfolg im Sinne von Status oder in Form von Einkommen. Andere legen vor allem Wert darauf, schöne Gärten zu bauen. Studierende haben sich schon so geäußert, dass sie den Auftrag zum Bau eines Kiesgartens ablehnen würden.
Woher wir kommen. Wohin wird es gehen?
An vielen Hochschulen hat sich die Landschaftsarchitektur in den 1960er-Jahren aus dem Gartenbau entwickelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand die Sicherung der Ernährung der Bevölkerung im Vordergrund, daher sind an vielen Orten in der jungen Bundesrepublik Deutschland Gartenbauschulen entstanden. Später gab es dann zunehmend Bedarf an der Gestaltung und dem Bau von Grünanlagen.
Im Bereich der akademischen Ausbildung kann festgehalten werden, dass die Landschaftsarchitektur aus dem Gartenbau oder aus der Architektur entstanden ist. Viele Firmeninhaber mit akademischem Hintergrund haben Landschaftsarchitektur oder wie es früher genannt wurde, "Landespflege" studiert. Ein Studium im Landschaftsbau wurde erst kurz vor der Jahrtausendwende möglich.
Auch wenn die Bauabwicklung immer wieder von Rechtsfragen begleitet wird, Unternehmern eine gewisse Vertragssicherheit abverlangt wird, die Grundsätze des Werkvertragsrechts sogar vorausgesetzt werden, haben sich Juristen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nicht als Unternehmenslenker durchgesetzt. Gleichwohl ist eine gewisse Grundkenntnis von Rechtsfragen rund um die Bauabwicklung erforderlich.
Ganz anders ist es mit dem Studium der Betriebswirtschaftslehre. Hier gibt es auch im Landschaftsbau prominente Beispiele von Unternehmen, die von Menschen geführt werden, die eine kaufmännische Ausbildung praktischer oder akademischer Natur vorweisen können.
Sehr viele Großunternehmen und Konzerne werden auch von Betriebswirten geführt. So sind zum Beispiel die Top 20 Unternehmen im Garten- und Landschaftsbau der USA unter der Führung von Betriebswirten. Andere Großunternehmen und Weltkonzerne haben zwar Betriebswirte in ihrer Führungsmannschaft, an erster Stelle stehen jedoch Ingenieure. Das gilt beispielsweise für die meisten Autobauer und Baukonzerne.

Ingenieurswissenschaften im Landschaftsbau
Das Studium zum Landschaftsbauingenieur ist an allen bekannten Standorten in Weihenstephan, Osnabrück, Höxter oder Berlin aus der Landschaftsarchitektur entstanden. Hätten sich die Standorte nicht wie oben beschrieben überwiegend aus dem Gartenbau entwickelt und würden diese Studiengänge heute ganz neu auf einem weißen Blatt Papier geordnet, wären die Landschaftsarchitekten vermutlich eine Vertiefung bei den Architekten neben den Innenarchitekten und den Stadtplanern. Der Landschaftsbauingenieur würde heute vermutlich neben dem Wasserbau, Massivbau, Grundbau, Verkehrsanlagenbau eine Vertiefung im Studium des Bauingenieurwesens sein.
Da Architekten und Bauingenieure zumindest für den Hochbau auch gemeinsam zum "Baumeister" ausgebildet wurden, erscheint diese Entwicklung nicht ganz abwegig. Eine solche Entwicklung zeichnet sich zudem aktuell an den Standorten Höxter beziehungsweise Detmold/Lemgo und Osnabrück ab.
Mehr Ingenieure braucht das Land
Aktuell gibt es im Bereich der sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) eine gegenläufige Entwicklung. Auf der einen Seite gibt es nach Angaben des CHE (Centrum für Hochschulentwicklung) im Bereich der Ingenieurwissenschaften einen Rückgang der Studierendenzahlen von über 30 Prozent. Auf der anderen Seite gibt es bei den Fächern der Sozialwissenschaften und Psychologie in gleichem Umfang eine Zunahme der Studierendenzahlen (Hachmeister, Hüsch 2023).
Diese Abnahme der Beliebtheit von Ingenieurstudiengängen steht einer deutlichen Zunahme des Bedarfs an Ingenieuren im Baubereich gegenüber. Gründe sind die zunehmende Komplexität des Bauens durch die Zunahme von Gesetzen, Normen und Regelwerken, höhere Anforderungen an Umweltgerechtigkeit und von Einzelinteressen sowie die Notwendigkeit von Sonderfachleuten für zum Beispiel Umweltbaubegleitung, ökologische Baubegleitung, baubegleitender Bodenschutz und vieles mehr.
Auch im Bereich der öffentlichen Vergabe werden gerade unter dem Stichwort IPA (integrierte Projektabwicklung) zunehmend Planungsleistungen dem Auftragnehmer übertragen. Diese Planungsleistung kann sich der Unternehmer zwar auch extern einkaufen, steht aber vor dem Dilemma, dass das externe Planungsbüro haftungsoptimiert statt kostenoptimiert plant. Bei internen Planungen im ausführenden Unternehmen ist die Bereitschaft höher, beherrschbare Risiken zu tragen, um einen Kostenvorteil gegenüber dem Wettbewerb zu generieren.
Ist der Landschaftsbau bereit für eine Akademisierung?
Diese Frage muss an dieser Stelle gestellt werden. Aus eigener Erfahrung ist die Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Studienangeboten mit keiner Berufsgruppe so schlecht wie mit dem Landschaftsbau. Das mag daran liegen, dass es insbesondere ehrenamtlichen Funktionären häufig an einer akademischen Ausbildung fehlt. Möglich ist aber auch, dass die eigene Auftragsstruktur keine ingenieurmäßigen Anforderungen stellt, zum Beispiel, weil lediglich im Bereich Hausgarten Leistungen angeboten werden oder technische Probleme von der Zulieferindustrie gelöst werden.
Auch wenn es eine Vielzahl von Unternehmen mit akademischem Hintergrund im Landschaftsbau gibt, ist vermutlich die größere Zahl der Unternehmensinhaber nicht akademisch ausgebildet. Zahlen liegen darüber leider nicht vor.
Über Organisation wie den FLH (Förderverein Landschaftsbau Hochschulen) suchen die Verbände durchaus Nähe zu Hochschulen. Zu einer vertieften, wirklichen Zusammenarbeit über Anwerbung von Studierenden oder Ausgestaltung von Studieninhalten ist es bisher jedoch kaum gekommen.
Auch die Forderung nach einem "Grünen Campus für die Zukunft Nordrhein-Westfalens" wirkt etwas unbeholfen, da es an Substanz fehlt, was von den Ingenieuren hier gefordert wird. Sinnbildlich steht vielleicht das auf der Homepage dargestellte Bild eines Landschaftsgärtners mit Pflasterhammer und Motortrennschleifer, welches Werbung für eine akademische Ausbildung machen soll.
Auch in den Tarifverträgen im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau gibt es für gartenbautechnische Angestellte (so die offizielle Bezeichnung) die Gruppen T 1 bis T 7. Die Gruppierung T 7 ist wie folgt beschrieben: "Gartenbautechnische Angestellte, die sich dadurch aus der Gruppe T 5 herausheben, dass ihnen die selbstständige Leitung eines größeren Betriebes übertragen ist (als größere Betriebe sind in der Regel solche mit durchschnittlich mehr als 60 Beschäftigten anzusehen)".
Aktuell wird diese Aufgabe gemäß Bundes-Gehaltstarifvertrag für Angestellte im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau mit 5814,30 Euro/Monat entlohnt. Das ist ziemlich genau das, was ein Angestellter in einem Bundesland mit einem Bachelorabschluss ganz ohne Personalverantwortung nach 15 Jahren Tätigkeit bekommt. Vermutlich wäre es besser für den Berufsstand diese Eingruppierungen ganz zu streichen, denn das schreckt junge Menschen nur von einem Studium in diesem Berufsfeld ab.



Anforderungen an Führungskräfte
"Können Ihre Absolventen auch Schwimmteiche bauen?" so die Frage eines Landschaftsbauunternehmers vor über 20 Jahren zu einer Zeit, als ein Großteil der Anlagen schwerlich funktioniert hat. Später war zu erfahren, dass dieser Unternehmer gerade mit einem Schwimmteichprojekt große Probleme hatte, weil er selbst nicht so genau wusste, wie es richtig geht. Er wollte sich das Know-how bei einem Studienabsolventen einkaufen.
Lernziel einer akademischen Ausbildung ist es nicht, alles zu wissen. Eine Ausnahme ist vielleicht das Medizinstudium. Ein Akademiker erlernt nicht Wissen, sondern Kompetenzen. Gerade Ingenieure werden dazu ausgebildet, Probleme selbst zu lösen. Es geht um das Handwerkszeug, sich selber eine Lösung zu erarbeiten. Ein Bauingenieur lernt zwar, was ein Tunnel ist mit Sohle, Strosse und Kalotte. Deshalb kann der Bauingenieur aber noch lange keinen Tunnel bauen. Das kann er nur, weil er die Grundlagen der technischen Mechanik, dem Grundbau, der Bauphysik, der Bauchemie und des Baubetriebs mit seinem rudimentären Tunnelbauwissen verbinden kann und so für die 100.000 unterschiedlichen Aufgaben beim Tunnelbau einen Beitrag leisten kann. Wir nennen es Kompetenz.
Nach Klafkis (2007) ist Kompetenz die Fähigkeit und Fertigkeit, in den genannten Gebieten [selbstständig] Probleme zu lösen, sowie die Bereitschaft, dies auch zu tun. Dazu gehören sachlich-kategoriale, methodische und volitionale (willentliche Umsetzung) Elemente.
Anderson, Krathwohl (2001) stellten dazu folgende Lernziele als Grundsätze jeder [akademischen] Ausbildung in den folgenden Stufen vor:
- Erinnern (remember)
- Verstehen (understand)
- Anwenden (apply)
- Analysieren (analyse)
- Evaluieren (evaluate)
- Erschaffen (create)
Für Führungskräfte im Landschaftsbau ist es daher ideal, wenn eine solide Ausbildung zum Ingenieur (technische Kompetenzen) mit Fragen der Betriebswirtschaftslehre (kaufmännische Kompetenzen) verbunden wird. Damit lassen sich aktuell wohl am besten die Lernziele und Kompetenzen umsetzen.
"Die mittelmäßigsten Studenten sind später die besten Unternehmer", ist die nüchterne Feststellung eines ehemaligen Dozenten an der Hochschule in Osnabrück. Das ist vermutlich sogar wahr, denn Unternehmer sein und im TOP-Management arbeiten sind zwei unterschiedliche Dinge.
Ein guter Unternehmer verkauft sich und seine Leistungen, braucht eine sehr hohe Risikobereitschaft, Entscheidungsfreude, den unbedingten Willen etwas zu erreichen. Der statistische mittlere GaLaBau-Unternehmer hat irgendetwas zwischen 3 bis 6 Mitarbeiter, muss also häufig noch selbst mitarbeiten.
Im Top-Management müssen die Dinge deutlich besonnener angegangen werden. Entscheidungen sind natürlich, wenn nötig, schnell zu treffen, aber es gilt nur Dinge zu tun, die sicher beherrschbar sind, weil gelernt wurde, wie es geht und es verstanden wurde. Bestimmte Instrumente wurden schon angewendet und nur nach ausreichender Analyse wurden neue Themen angegangen. Die ersten Gehversuche in einem neuen Markt werden dann bewertet, ob das Geschaffene wirklich für einen neuen Markt taugt.
Die Hochschullehrer versuchen dazu einen Beitrag zu leisten. Mal gelingt es gut, mal weniger gut.
Literatur
- Albert, Mathias, Gudrun Quenzel, Frederick De Moll, Ingo Leven, Sabine Wolfert, Anna Rysina, Sophia Mcdonnell, Ulrich Schneekloth (2023): Eine Generation meldet sich zu Wort – 19. Shell Jugendstudie, Shell Deutschland Holding
- Albert, Mathias, Gudrun Quenzel, Frederick De Moll, Ingo Leven, Sabine Wolfert, Anna Rysina, Sophia Mcdonnell, Ulrich Schneekloth (2024): Pragmatisch zwischen Verdrossenheit und gelebter Vielfalt – 20. Shell Jugendstudie, Shell Deutschland Holding
- Anderson, L. W., & Krathwohl, D. R. (2001): A taxonomy for learning, teaching, and assessing: A revision of Bloom's taxonomy of educational objectives. New York: Longman.
- Hachmeister, Denis, Marc Hüsch (2023): Check Entwicklung der Studienanfänger:innen in Deutschland, CHE gemeinnütziges Centrum für Hochschulentwicklung, Gütersloh
- Klafki, W. (2007): Didaktische Analyse als Kern der Unterrichtsvorbereitung. In: W. Klafki (Hrsg.), Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik.
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