Weißbuch Stadtgrün von 2017 wird weiterentwickelt
Forschungsprojekt "Agenda Stadt grün-blau" beendet erste Phase
Es soll an das 2017 veröffentlichte Weißbuch Stadtgrün der Bundesregierung anknüpfen und bis 2027 Antworten auf in den vergangenen Jahren deutlich gewordene Herausforderungen wie Nutzungskonflikte, Klimaanpassung, Umweltgerechtigkeit und Gesundheitsvorsorge in den Städten geben. Vor allem aber soll das Forschungsprojekt zum Handeln in Gesellschaft, Politik und Verwaltung animieren.
Fünf Fokusthemen festgelegt
Die erste Projektphase wurde inzwischen abgeschlossen. Sie lief vom Spätsommer vergangenen Jahres bis in dieses Frühjahr. Getragen wurde sie von den Auftragnehmern des Forschungsprojekts Urbanizers Neumüllers Langenbrinck (Berlin), bgmr Landschaftsarchitekten (Berlin) und plan zwei Stadtentwicklung | Stadtforschung | Kommunikation (Hannover). Es ging um den Rahmen des Projekts, um relevante Hebel und darum, die wichtigsten Akteure an Bord zu holen.
Als Rahmen wurden fünf Fokusthemen festgelegt: "Grün-blau als Verbund – Struktur und neue Raumpotenziale", "Grün-blau statt grau – wassersensible Stadtentwicklung", "Grün-blau gesund – Gesundheit schützen und fördern", "Grün-blau sozial – gemeinschaftlich und gerecht" sowie "Grün-blau kompetent – Regeln und Standards entwickeln".
Ansätze für schnellere Umsetzung
Im November 2024 wurden in einem Gespräch mit Vertretern von Kommunen und Verbänden zentrale Ansätze für eine schnellere Umsetzung grün-blauer Infrastrukturen notiert. Erstens: Zur Entschärfung der Flächenkonkurrenzen in Städten und Gemeinden könnten Obergrenzen für die Flächennutzung Kommunen dabei unterstützen, öffentlichen Raum stärker für den Ausbau von Grün zu "reservieren". Zweitens: Der rechtliche Rahmen zur Priorisierung von Grün könnte verbessert werden, wenn Grünentwicklung zu einer kommunalen Pflichtaufgabe würde.
Drittens: Die hohe Bedeutung von Grün muss klar kommuniziert werden. Begriffe sollten die hohe Bedeutung von Grünraum als treibende Kraft der Stadtentwicklung widerspiegeln. Viertens: Ökosystemleistungen von Grün sind anzuerkennen und Kommunen müssen beim Ausbau der grünen Infrastruktur unterstützt werden. Eingesparte Umwelt- und Gesundheitskosten sollten abgebildet und die Arbeit der Kommunen als öffentliche Leistung honoriert werden. Fünftens: Das interdisziplinäre, integrierte Arbeiten und der Wissenstransfer müssen durch Weiterbildungsangebote unterstützt werden. Denn im Gespräch wurde deutlich, dass Themen wie Gesundheit und Biodiversität im Zusammenhang mit Grünflächen noch eine untergeordnete Rolle in vielen Kommunen spielen.
Rechtlichen Rahmen überarbeiten
Bei einem Auftaktworkshop zur "Agenda Stadt grün-blau" im Bundesbauministerium mit rund 50 Teilnehmern aus Verbänden, Bundesressorts und Kommunen wurden auch Hebel gefunden, die für alle Fokusthemen wichtig sind: Der rechtlichen Rahmen müsse überarbeitet werden, um Stadtgrün stärker in Wert zu setzen. Die Stadt sollte stärker vom Freiraum aus gedacht und konkrete Maßnahmen definiert werden. Das Stadtgrün sei als Gemeinschaftaufgabe von Bund, Ländern und Kommunen anzusehen. Außerdem müsse mit Mut zur Lücke und zum Experiment gehandelt werden.
Im Laufe der nächsten Monate sollen konkrete Maßnahmenpakete in thematischen Workshops ausgearbeitet und Verantwortlichkeiten bestimmt werden, sodass eine Umsetzung der Lösungsvorschläge für das urbane Grün durch den Bund 2026 beginnen kann. Parallel dazu werden schon in diesem Jahr erste, besonders dringende Maßnahmen sowie leicht umsetzbare Projekte im Rahmen einer Fast-Track-Agenda initiiert.
cm/BMWSB/Grün in der Stadt
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