Wohnungsbau: Zinssorgen belasten das Geschäftsklima

Die Stimmung im Wohnungsbau hat sich im März wieder verschlechtert. Das Geschäftsklima sank von -17,7 auf -19,5 Punkte. Dies war auf merklich pessimistischere Erwartungen zurückzuführen. Die aktuelle Lage wurde hingegen etwas besser beurteilt.
Baupolitik Wohnungsbau
25,8 Prozent mehr Baugenehmigungen als im Januar und Februar 2025 registriert das Statistische Bundesamt in diesem Jahr. Besonders die Genehmigungen für Zweifamilienhäuser sind gestiegen. Foto: Neue Landschaft

„Die Sorge vor wieder steigenden Zinsen belastet die Erwartungen im Wohnungsbau“, sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. Höhere Finanzierungskosten würden die Ambitionen vieler Haushalte beim Hausbau wieder dämpfen. Im operativen Geschäft zeigen sich dagegen erste Lichtblicke: Die Auftragslage entspannt sich langsam.

Der Anteil von Unternehmen, die über zu wenig Aufträge berichten, ging deutlich zurück – auf 43,4 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit Juli 2023. Grund dafür ist ein Anstieg der Baugenehmigungen in jüngster Zeit. Auch die Stornierungen nahmen ab und lagen zuletzt bei 10,8 Prozent.

„Die Auftragslage verbessert sich langsam, aber die Unsicherheit bleibt hoch“, so Wohlrabe. Im Zeitraum von Januar bis Februar 2026 wurde in Deutschland der Bau von 41.700 Wohnungen in neuen sowie bereits bestehenden Gebäuden genehmigt, so das Statistische Bundesamt. Das waren 16,2 Prozent oder 5.800 Wohnungen mehr als von Januar bis Februar 2025. Besonders viele Baugenehmigungen wurden für Zweifamilienhäuser (ZFH) erteilt: Ihre Zahl nahm um 25,8 Prozent (+500) auf 2.400 zu. Die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser stieg um 14,2 Prozent (+1.000) auf 7.800.

„Auch wenn die Baugenehmigungen zaghaft steigen, ist dies kein Automatismus dafür, dass mehr gebaut wird“, kommentierte Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), die neuen Zahlen. „Viele Bauherren nutzen zwar die Möglichkeit, endlich eine Genehmigung zu erlangen. Nach wie vor hohe Kosten, Auflagen und Bürokratie stehen einem tatsächlichen Baubeginn aber nach wie vor entgegen“, sagte der HDB-Geschäftsführer.

cm/ifo Institut/Destatis/HDB

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