Unternehmensführung

Zahlungsverzug steigt, Zahlungsziele werden gekürzt

Im Vergleich zum 1. Halbjahr 2017 zeigt sich beim Zahlungsverzug ein ansteigender Trend. Damals wurde ein halber Tag früher gezahlt als heute. Grafik: Creditreform

Lieferanten und Leistungserbringer haben ihre Zahlungsziele in den letzten Monaten spürbar gekürzt: Das durchschnittliche Zahlungsziel liegt inzwischen bei 31,70 Tage (1. Halbjahr 2017: 32,51 Tage). Das ist der niedrigste Wert seit zwei Jahren. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 verringerte sich das Zahlungsziel, das Kunden gewährt wurde, um 0,81 Tage. Auch das Baugewerbe erhielt nicht mehr so lange Zahlungsziele wie noch im Vorjahreszeitraum (-1,54 Tage). Zu diesem Ergebnis kommt der "Creditreform Zahlungsindikator Deutschland - Sommer 2018".

Im Schnitt zahlten deutsche Unternehmen im ersten Halbjahr 2018 nach 10,59 Tagen. Am größten sind die Zahlungsverzögerungen im Baugewerbe (16,40 Tage). Deutlich schlechter als der Durchschnitt zahlten auch unternehmensnahe Dienstleister (12,87 Tage), Unternehmen aus Verkehr und Logistik (12,67 Tage) sowie persönliche Dienstleister (12,53 Tage).

Die durchschnittliche Verzugsdauer bei Zahlungen im B2B-Geschäft im 1. Halbjahr 2018 blieb nahezu unverändert. Sie betrug 10,59 Tage, von Juli bis Dezember 2017 waren es 10,58 Tage. Im Vergleich zum 1.Halbjahr 2017 zeigt sich gleichwohl ein ansteigender Trend. Der Zahlungsverzug hatte damals nur 10,11 Tage betragen. Das war ein halber Tag weniger als heute.

Eine Befragung mittelständischer Unternehmen durch die Creditreform Wirtschaftsforschung in diesem Frühjahr bestätigt die Entwicklung: Danach hatten mehr Unternehmen als noch im vergangenen Jahr nennenswerte Forderungsausfälle zu beklagen.

Möglicherweise betreiben Unternehmen ihr Kreditmanagement in dem gegenwärtigen Auftragsboom weniger konsequent als früher, so dass dadurch Rechnungen später gezahlt werden. Nehmen Zahlungsverzögerungen zu, wird die Liquiditätslage des Leistungserstellers oder des Lieferanten strapaziert, da er entsprechend länger vorfinanzieren muss. Bei steigenden Kosten für Liquidität kann das zu einer Belastung werden.

cm/Creditreform

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 09/2018 .

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