Die GaLaBau-Schaugärten auf der IGA Berlin 2017

Zehn neue Ideen für das Grün im Haus- und im Privatgarten

Der Themengarten "Honey Suite" stellt die Bienen und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt. Foto: Hendrik Behnisch/Neue Landschaft

Die Internationale Gartenausstellung (IGA) Berlin 2017 ist vor allem eine Leistungsschau der grünen Branche. Der Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (FGL) Berlin und Brandenburg präsentiert dort zehn Schaugärten, sogenannte Gartensituationen. Sie sollen Haus- und Gartenbesitzer mit neuen Ideen begeistern. Gebaut wurden sie von zehn GaLaBau-Unternehmen, die sich dafür mit qualifizierten Planern zusammengetan haben. Wir stellen die IGA-Gartensituationen hier vor.

"Honey Suite", Eckhard Kanold GmbH & Co. KG mit Fugmann Janotta Partner Landschaftsarchitekten und Landschaftsplaner: Der Themengarten stellt die Bienen und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt. Die Pflanzenauswahl besteht aus nektar- und pollenreichen Pflanzen, die auch zu Hause im Garten verwendet werden können. Die Beete sind höhengestaffelt, um auch Besuchern mit Mobilitätshilfen die Möglichkeit zu bieten, den Duft kleinerer Pflanzen zu erleben und sie aus der Nähe zu betrachten. Zum Garten gehören auch eine artenreiche Blumenwiese und drei Apfelbäume. Am Rande des Gartens steht ein Bienenkasten für Honigbienen. Bodenplatten und Wandelemente sind wie sechseckige Waben ausgeführt.

Der Garten "Kontraste machen Menschen" setzt auf moderne Formen, vereint mit natürlich wirkenden Elementen. Foto: Hendrik Behnisch/Neue Landschaft

Der Garten "Perspektivenwechsel" lebt von verschiedenen Blickwinkeln. Die Besucher schauen von oben, von unten oder in Augenhöhe auf das Arrangement. Foto: Hendrik Behnisch/Neue Landschaft

"Kontraste machen Menschen", Herold GmbH & Co. KG Ingenieurgesellschaft für den Garten und Landschaftsbau mit Lenard Filges, Peter-Lenné-Schule OSZ Natur und Umwelt: Dieser Garten setzt auf moderne und repräsentative Formen, die mit natürlich wirkenden Elementen vereint werden. Hochbeete mit Cortenstahleinfassung gliedern das Grün. Verarbeitet wurden verschiedene Holzarten, Keramikplatten, Natursteine, Findlinge und auch Betonsteine. Für die Pflanzenauswahl galten vorrangig die Kriterien Blühzeitpunkt, Blütenfarbe und Standortansprüche. Der Entwurf ging aus einem internen Wettbewerb der Peter-Lenné-Schule hervor. Er wurde von Mitschülern des Gewinners weiterentwickelt und von Lehrkräften betreut.

"Perspektivenwechsel", Ulrich Schultze Garten und Landschaftsbau mit grünplan berlin GbR: Der Garten lebt von verschiedenen Blickwinkeln. Die Besucher schauen von oben, von unten oder in Augehöhe auf das Arrangement. Je nach Perspektive finden sie immer wieder neue Situationen vor. Am Portal eröffnet sich zunächst die Froschperspektive. Ein von Mauern eingefasster Sitzplatz bietet Erholung mit der Normalperspektive. Farbige Holzstelen und eine Heckenbepflanzung formen ein stimmungsvolles Gesamtbild. Ein Rundweg führt vorbei an einer Bank, von der sich in der Vogelperspektive Einblicke in den Garten eröffnen. Die Wegesränder sind von Stauden und Gräsern gesäumt, die im Wind beruhigend rauschen und die Gedanken treiben lassen.

Der Garten "Präriepflanzung mit Holz" kombiniert Holz mit Stauden und Gräsern einer Präriepflanzengemeinschaft. Foto: Hendrik Behnisch/Neue Landschaft

Im Themengarten "Move Me!" lassen sich alle Elemente verschieben. Foto: Hendrik Behnisch/Neue Landschaft

"Präriepflanzung mit Holz", Kracht GaLaBau GmbH mit Garten- und Landschaftsplanung Claudia Rump: Der Garten kombiniert Holz mit Stauden und Gräsern einer Präriepflanzengemeinschaft. Dabei wird das Areal in quadratische Flächen und abgestufte Holzpodeste auf drei Ebenen gegliedert. Auf der mittleren Ebene befindet sich eine Grassenke mit Feuerstelle. Blütenstauden und Gräser der Prärie- und Steppengärten sind abwechslungsreich und bieten im Jahresverlauf verschiedene Höhepunkte. Viele sind an trockene Perioden und kalte Winter angepasst und daher gut für den innerstädtischen Bereich oder für den Einsatz in kälteren Bereichen Deutschlands wie Ostbrandenburg geeignet. Auf Insekten und Vögel haben sie eine große Anziehungskraft.

"Move Me!", Alpina AG Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau mit LA 21 Landschaftsarchitektur office berlin: In diesem Themengarten lassen sich alle Elemente verschieben. Sitzelemente stehen heute im Schatten und sind morgen sonnenexponiert. Hohe Elemente mit Bambus oder Heckenpflanzen dienen als Sichtschutz oder als Solitäre an verschiedenen Stellen. Kräuterbeete lassen sich je nach Anbaupflanze und Lichtansprüchen verschieben. Die Bäume können einen Hain bilden, den Garten einrahmen oder ihn in verschiedene Räume einteilen. Staudenelemente schmücken jeden beliebigen Ort. Alle Elemente wurden aus bereits verwendeten Materialien gefertigt. Den Boden bilden engmaschige Gitterroste, die mit speziellen Sedumkulturen dauerhaft begrünt werden.

Diese Gartensituation "Pflanzen Streifen Klinker" zeigt, wie aus Pflanzen und Ziegelsteinen ein effektvoll gemusterter Gartenteppich entsteht. Foto: Hendrik Behnisch/Neue Landschaft

Der "Aquaponic Garten" liegt hinter einem Reihenhaus. Die Wand zum Nachbarn wird begrünt. Zehn Goldfische in einem Aquarium düngen die grüne Wand. Foto: Hendrik Behnisch/Neue Landschaft

"Pflanzen Streifen Klinker", Hartmann Ingenieure GmbH mit gruppe f Landschaftsarchitekten: Diese Gartensituation zeigt, wie aus Pflanzen und Klinkern ein effektvoll gemusterter Gartenteppich entsteht. Die Fläche zeigt ein Raster aus weißen, grauen, roten und blau-bunten Pflasterklinkern. Es ist mit beständigen Bodendeckern bepflanzt, die jeweils das Muster weiterführenn. Die trittstabilen Pflanzenarten bilden einen begehbaren Teppich und verhindern die Unkrautentstehung. Der Teppich eignet sich für die Verwendung auf einer Terrasse oder einer Einfahrt. Zur Anwendung kamen vier verschiedene Pflasterklinker und sieben verschiedene Muster. Pflanzenauswahl und Klinker sind marktüblich und für jeden Gartenbesitzer im Handel erhältlich.

"Aquaponic Garten", Kittel und Kruska GmbH & Co. Garten-, Landschafts- und Sportplatzpflege KG mit glaßer und dagenbach landschaftsarchitekten GbR: Hier geht es um einen Reihenhausgarten. Die Wand zum Nachbarn wird begrünt. Zehn Goldfische in einem Aquarium düngen die grüne Wand, ein Gemüseregal und eine schwimmende Kräuterrinne im Gartentisch. Solarzellen liefern den Strom, um die Pumpe anzutreiben. Das Wasser wird schließlich gefiltert und in das Aquarium geleitet. Hochkant verlegte Pflasterklinker bilden ein Rasenfugenpflaster. Alle Holzausstattungselemente bestehen aus wiederverwendetem Holz. Neben der Aquaponic-Wand schließen eine Buchen- und eine Aronia-Hecke den Garten ein. Ein Beet zeigt robuste immergrüne Farne, Gräser, Frühjahrs- und Herbstblüher.

"Grünstreifen", Schnieber & Mehlitz Garten- und Landschaftsbau GmbH mit grünplan berlin GbR: Der Garten ist sowohl ein repräsentativer Schmuckgarten als auch ein Nutzgarten für den Gemüseanbau. Zierbeete und Nutzflächen wurden so angeordnet, dass Platz für eine Gartengestaltung auf kleinstem Raum blieb.

Der "Grünstreifen"-Garten ist sowohl ein repräsentativer Schmuckgarten als auch ein Nutzgarten für den Gemüseanbau. Foto: Hendrik Behnisch/Neue Landschaft

Strandgefühl will dieser Garten vermitteln. Ein schmaler Weg verbindet die Terrasse mit dem hinteren Gartenbereich. Foto: Hendrik Behnisch/Neue Landschaft

Die Fläche "CityTrop" vereint Gartenideen für einen lichtarmen Hinterhof, einen Townhouse-Garten und einen Dachgarten. Foto: Hendrik Behnisch/Neue Landschaft

Eine zweistufige Treppe führt auf die Terrasse, die von üppigen Staudenbeeten eingefasst wird. Weinpflanzen in Spalierform bieten einen luftigen Sichtschutz. Auch in den übrigen Beeten werden Ziergehölze und Nutzpflanzen gemischt. Der hintere Gartenbereich liegt erhöht und wird von Natursteinmauern eingefasst. Auf der Rückseite bildet ein Spalier von Säulenobstgehölzen den Abschluss. Mauern werden durch einfache Holzauflagen zu Sitzgelegenheiten.

"Privatgarten Beach", Grüner Flor GmbH mit Hager Partner AG: Strandgefühl will dieser Garten vermitteln. Ein schmaler Weg verbindet die Terrasse mit dem hinteren Gartenbereich. Dort lädt ein gemütlicher Urlaubspavillon mit Bartresen und benachbarter Grillstelle zum Essen, Feiern und Verweilen ein. Der im Werden befindliche, jugendliche Garten verfügt über mehrstämmige Bäume in kreisförmig angelegten Pflanzfeldern. Dazwischen liegen runde Trittplatten aus Beton in verschiedenen Größen und Qualitäten. Dem Besucher wird durch eine Vielzahl von Gartenutensilien, Gebrauchsgegenständen und individueller Möblierung ein privates Refugium vermittelt, in dem er wie zufällig ein Gast geworden ist.

"CityTrop", Roland Riedel Garten- und Landschaftsbau Inh. Mattias Lösch e.K. mit Jonas Reif, Zeuthen: Die Fläche vereint Gartenideen für einen lichtarmen Hinterhof, einen Townhouse-Garten und einen Dachgarten.

Auf dem Hinterhof überwiegen hellgrüne Blätter von Schirmmagnolien und Bambus. Wärmebedürftigere Arten profitieren von der geschützten Lage, darunter Hanfpalmen und zahlreiche Exoten in der Krautschicht. Im Townhouse-Garten wird gezeigt wie mit Coppicing, einem regelmäßigen bodennahen Rückschnitt und Pollardin, dem wiederkehrenden Kopfbaumschnitt viel Lebendigkeit erreicht wird.

Der Subtropische Dachgarten punktet mit Sukkulenten wie Yucca und Kakteen sowie trockenheitsresistenten Gräsern. Alle sind winterhart und windresistent.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 05/2017 .

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