Ökonomisch betrachtet

Zeit und Arbeit

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Betriebsversammlung: "Im zweiten Halbjahr arbeiten wir nur noch mittwochs" kündigt die Geschäftsleitung an. Stimme von hinten aus dem Plenum: "aber doch wohl nicht jeden Mittwoch!" Ein alter Kalauer sorgt immer wieder für Erheiterung, trifft aber im Kern die aktuelle Situation. Die Menschen sind im GaLaBau der Schlüssel zum Erfolg. Dreh- und Angelpunkt ist dabei die Arbeitsproduktivität. Sie ist entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg und steht im Mittelpunkt des unternehmerischen Handelns. Die Frage ist nur, wie arbeiten wir und wann arbeiten wir. Wie flexibel können wir arbeiten, damit die Produktivität trotzdem stimmt. Die Einstellung zur Arbeit verändert sich. Die jungen Generationen sehen in ihr nicht mehr den Mittelpunkt des Lebens, sondern sie streben eine Balance an. Einerseits soll und muss ihre Arbeit die Familie ernähren. Andererseits soll und muss aber noch ausreichend Zeit für die Familie bleiben damit der gemeinsame Nenner im Privatleben groß ist. Arbeit ja, aber nicht nur. Die Arbeit ist nicht mehr der bestimmende Faktor im Leben, sondern Teil eines Ganzen. Und das besteht aus Wertschätzung, Zufriedenheit, Partnerschaft, Familiengründung, Freizeit und Selbstbestimmung.

Es ist an der Zeit sich mit flexiblen Arbeitszeitgestaltungen zu beschäftigen. "Familien benötigen Zeit, um überhaupt als Familien bestehen zu können und Zeit für die vielen alltäglichen Synchronisationserfordernisse und Abstimmungen zwischen Arbeitszeiten, Betriebszeiten, Öffnungszeiten oder Pflegezeiten", so bringt es die Arbeitspsychologin Prof. Dr. Ulrike Hellert auf den Punkt. Die Anforderungen sind hoch und gleichzeitig unbequem, denn es müssen alte Werte über Bord geworfen werden. Dazu braucht es logisches Kalkül und eine grundsätzliche positive Einstellung zum Produktionsfaktor Arbeit. Wer sich heute über Veränderungen in der Arbeitswelt ärgert, wird morgen der Verlierer sein. Der Erfolg in den Betrieben ist zu einem großen Teil abhängig von der Qualität und dem Engagement der Mitarbeiter.

Der Faktor Arbeit muss neu geplant, besser organisiert und vor allem perfekt koordiniert werden. Repräsentative Umfragen zeigen deutlich, dass mit familienbewusster Personalpolitik auch betriebswirtschaftlich gepunktet wird. Die Fehlzeitenquote sinkt um zwölf Prozent und die Krankenquote ist um 22 Prozent geringer als im Durchschnitt. Was sagt uns das? Wenn die Rahmenbedingungen im Unternehmen stimmen, steigt die Produktivität. Wenn die Strukturen rund um die Arbeit optimiert werden, können wir mit weniger Arbeit die gleichen wirtschaftlichen Ergebnisse erreichen.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 07/2018 .

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