Der Kommentar

Zukunftsprognosen

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Nachdem die Konjunktur etwas langsamer steigt als in den vergangenen Jahren, werden wieder die Fragen nach der schwarzen Null oder einem Schuldenmachen zur Förderung der Konjunktur in den Raum geworfen. Der alte Streit zwischen einem sich selbst regulierenden freien Markt und dem Keynesianismus, nach dem bei Bedarf die Wirtschaft durch vermehrte Staatsausgaben belebt werden soll, wird erneut entfacht.

Zu dieser Theorie, die auf John Maynard Keynes zurück geht, gehört auch eine expansive Geldpolitik, wie sie schon seit fast zehn Jahren von der Europäischen Zentralbank zum Leidwesen der Sparer betrieben wird. Wirtschaftsweise und Berater sehen zwei Problemfelder: Einerseits die Unsicherheiten auf den Exportmärkten, Stichwort China, USA und Brexit, und andererseits eine unsichere Zukunft der deutschen Automobilindustrie, weil es bald eine ganz andere Art der Mobilität geben könnte.

Der Verband der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik (VDBUM) hält dagegen und vermutet, dass der anhaltende Bauboom zum Anker der Wirtschaftskrise wird. Das klingt, als könne die Low-Tech-Branche zum Retter der Wirtschaft werden. Ganz abwegig ist das nicht. Der Ausbau der Deutschen Bahn wird schon klimapolitisch unumgänglich sein. Hier warten 5700 Bahnhöfe, 25 000 Brücken und 33 000 km Schienen auf Ertüchtigung. Klimapolitisch geboten ist ebenfalls eine Förderung der Fahrradmobilität, wobei der Straßenbau teilweise über Gelder in doppelter Höhe verfügt. Auch der Wohnungsbau hat enormen Nachholbedarf, damit die Mieten nicht ins Unermessliche steigen. Bei all diesen Projekten werden Landschaftsgärtner für Planung und Ausführung gebraucht.

Dazu kommt der Wunsch in der Bevölkerung nach mehr Natur und weniger (intensiver) Landwirtschaft. Diese kann durch Extensivierung der Landwirtschaft, wie es die EU-Agrarförderung nach 2020 vorsieht, oder durch Renaturierungen erfolgen. Auch die Städtebauförderung setzt Akzente in punkto Umweltschutz. Das Stichwort Stadtnatur beinhaltet stets eine Einbindung des Landschaftsbaus. Die Vorzeichen für die kurz- und mittelfristige Prognose stehen also nicht schlecht, sofern die Politik die richtigen Entscheidungen trifft.

Etwas anders sieht es im stark gewachsenen Privatgartenbereich aus. Wenn die gut bezahlten Angestellten in den großen Konzernen Sorge um ihren Arbeitsplatz bekommen, wie aktuell bei den Banken, rutscht der Garten auf der Wunschliste nach unten. Zudem haben Projekte im Hausgarten sehr wenig Vorlaufzeit. Anders als bei einem öffentlichen Projekt, das über Jahre in der Planung ist, wird im Hausgarten von heute auf morgen entschieden. Wird das Projekt in Angriff genommen, wird es unmittelbar enger im Ausschreibungsmarkt, weil sich mehr Unternehmen um die Aufträge bewerben. Es lohnt sich aber in jedem Fall, vorbereitet zu sein, beispielsweise mit Notfallplänen oder einer gefüllten Kasse. Am Ende bleiben Prognosen eben doch schwierig, insbesondere wenn diese in die Zukunft gerichtet sind.

Ihr Martin Thieme-Hack

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 11/2019 .

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