Zuwanderer: Das Sprachniveau entscheidet über die Integration

Je besser die Sprachkenntnisse, desto höher die Abschlüsse der Zuwanderer. Das schlechteste Deutsch spricht, wer ohne Berufsabschluss ist. Grafik: © 2019, IW Medien • iwd 22

Schlechte Sprachkenntnisse sind ein Hauptgrund für die geringere Arbeitsmarktintegration von Zuwanderern. Wenn diese aber das gleiche Sprach- und Bildungsniveau haben wie Einheimische, verdienen sie auch gleich viel, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln.

Deutschland wird in Zukunft auf den Zuzug von ausländischen Fachkräften angewiesen sein. Aktuell ist die Arbeitsmarktlage von Zuwanderern in der Bundesrepublik allerdings noch deutlich schlechter als die der Einheimischen. So verdienen Zuwanderer im Schnitt weniger als Personen ohne Migrationshintergrund und sind häufiger erwerbslos.

Ein Grund für die Unterschiede: Zwar sind zuletzt zunehmend Hochqualifizierte nach Deutschland gekommen, viele Zuwanderer der ersten Generation verfügen aber nur über ein geringes Bildungsniveau. Entsprechend schlechter sind ihre Chancen am Arbeitsmarkt. Doch auch wenn die Faktoren Bildungsniveau, Alter und Geschlecht berücksichtigt werden, gibt es Unterschiede zwischen Zuwanderern und Einheimischen. So verdienen vor 2010 Zugewanderte bei ansonsten gleichen Voraussetzungen bis zu 2,60 Euro pro Stunde weniger als Personen ohne Migrationshintergrund.

Werden jedoch die geringeren Sprachkenntnisse der Migranten berücksichtigt, gehen die Lohnunterschiede so weit zurück, dass sie in der Praxis nicht mehr relevant sind. Anders ausgedrückt: Bei gleichem Sprach- und Bildungsniveau verdienen Zuwanderer genauso viel wie Einheimische. Bei der Erwerbslosigkeit zeigt sich kein so eindeutiges Bild. Die Unterschiede werden aber auch hier deutlich kleiner, wenn man die Sprachkenntnisse einbezieht. Aktuell gibt es noch viel Potenzial bei den Deutschkenntnissen von Zuwanderern. Das verdeutlicht eine Befragung für das Sozio-oekonomische Panel von 2017 (Grafik). Darin gaben von den vor 2010 zugewanderten Personen nur knapp 33 Prozent an, dass sie sehr gut Deutsch sprechen, lesen und schreiben können. Dagegen schätzen 28 Prozent ihre Deutschkenntnisse als zufriedenstellend oder schlechter ein. Bei den nach 2010 Zugewanderten ist die Lage noch schlechter. Das ist jedoch nicht verwunderlich, da viele von ihnen noch dabei sind, Deutsch zu lernen.

Bei allen Zugewanderten schneiden Personen mit Hochschulabschluss klar besser ab als Personen mit niedrigem Bildungsniveau. Da die Sprache offensichtlich der Schlüssel zur erfolgreichen Arbeitsmarktintegration ist, sollten Angebot und Qualität der Sprachförderung ausgebaut werden. Das gilt nicht nur für Zuwanderer, sondern auch für geringqualifizierte Einheimische - denn sie schneiden bei Sprachtests oft schlechter ab als Zuwanderer mit Hochschulabschluss.

iwd

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 11/2019 .

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