Klimawandel zwingt zu neuen Gartenschutzmaßnahmen
Schwetzingen: Alarmierende Baumschäden im Schlossgarten

Die Dynamik der Schadphänomene stellt Park- und Baumpfleger vor immer neue Herausforderungen, daher weiteten die Fachleute die bereits getroffenen Maßnahmen aus. Aufgrund der akuten Gefährdung durch herabfallende Äste und umstürzende Bäume musste der Schlossgarten bereits teilweise gesperrt werden. Die Kontrollen der Bäume wurden intensiviert.
"Der Klimawandel bedroht die Substanz des historischen Gartens. Die Schäden sind nicht zu übersehen: Auch die bislang als robust geltenden Arten – wie Hainbuche und Feldahorn – sind betroffen", bilanzierte Patricia Alberth, Geschäftsführerin der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Die Sommer 2018 und 2019 waren außergewöhnlich heiß, zudem gab es relativ wenig Niederschlag. Die Schäden an den Bäumen breiten sich mit zunehmender Geschwindigkeit aus. Schädlinge befallen nicht nur Totholz, sondern auch noch lebende, aber geschwächte Bäume. Alte Bäume sterben ab – oder müssen aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden. Der historische Bestand des Schlossgartens wird lichter, die Etablierung von Neupflanzungen immer schwieriger. Auch die Gewässer sind vom Klimawandel betroffen. Starkes Algenwachstum und Verkrautung beeinträchtigen die Wasserqualität und die Tierwelt.
"Der Hitzesommer 2018 war gewissermaßen eine Zäsur – er zwang uns, unsere bisherige Strategie zu überdenken", erklärte Hartmut Troll, Referent für historische Gärten bei den Staatlichen Schlössern und Gärten. Eine Vielzahl an Maßnahmen wurde daraufhin ergriffen. So gaben die Staatlichen Schlösser und Gärten Gutachten zur Bewertung der Baumstandorte in Auftrag, reaktivierten die historische Baumschule und führten umfangreiche Standortsanierungen sowie Nachpflanzungen, wie etwa im südlichen Boskett, durch. "Um den Schlossgarten für die Zukunft zu wappnen, müssen wir weitere Maßnahmen treffen und in der Breite umsetzen", ergänzte Alberth. Besonders den sich zunehmend verschlechternden Standortbedingungen müsse entgegengewirkt werden. Außerdem sei es notwendig, die Arbeit der Baumschule zu erweitern und eine Kompostieranlage einzurichten. Die Umgestaltung des Englischen Landschaftsgartens und die Bewässerung der Pflanzen seien weitere Baustellen. Nicht zuletzt werden die Kooperationen im Initiativbündnis Historische Gärten im Klimawandel, das 2019 gegründet wurde, intensiviert.
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