Bundesweite Unternehmensumfrage

Elektroantriebe im Landschaftsbau

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Elektrische Antriebe Bagger und Lader
Nur wenige GaLaBau-Unternehmen haben einen elektrisch angetriebenen Radlader in ihremFuhrpark. Foto: Piller, LWG

Elektro-Nutzfahrzeuge im Garten- und Landschaftsbau sind selten, aber sie sind da. Die Akkutechnik kommt nach den guten Erfahrungen bei den Handgeräten langsam aber sicher auch im Nutzfahrzeugbereich an. Unzählige Firmen verkaufen Elektro-Schubkarren und Akku-Dumper. Verdichtungsgeräte auf Akkubasis werden schon seit Jahren angeboten. Inzwischen gibt es mindestens vier Hersteller von Radladern. Mindestens drei Fahrzeugbauer, die Bagger auf Akkubasis produzieren, stehen in den Startlöchern. Mehr als zehn Firmen arbeiten daran, elektrische Trucks für den alltäglichen Innenstadtverkehr zur Serienreife zu entwickeln. Neben den E-Autos kommen zunehmend E-Kleinlaster und Transporter auf den Markt.

Die Chancen stehen gut, dass sich die Aussage von Prof. Dr. Jens Tübke, Abteilungsleiter Angewandte Elektrochemie im Fraunhofer-Institut, aus dem Jahre 2015 bewahrheitet: „Eine batteriegebundene Elektromobilität wird sich zwischen 2020 und 2030 etablieren und schließlich sukzessive verbreiten, mit enormen langfristigen Marktchancen für Lithium-Ionen-Batterien.“ (Quelle: Technologie-Roadmap Lithium-Ionen-Batterien 2030 des Fraunhofer ISI Stand 2010)

Die Akku-Technologie hat in den vergangenen Jahren hinsichtlich Speicherkapazität und Produktpalette gute Fortschritte gemacht. Die Fahrzeughersteller sehen den Elektroantrieb mehr und mehr als Alternative zum konventionellen Dieselantrieb und versuchen ihn in dafür geeigneten Einsatzgebieten zu verwenden. Aber ist die Wende von kraftstoffbetriebenen Maschinen hin zur EMobilität bereits im GaLaBau angekommen?

Das wollte die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim herausfinden. Deshalb hat sie im Rahmen ihres Netzwerkes „LandSchafftEnergie-Projektes“ (LSE) (vgl. Anmerkung) die Online-Umfrage „Energieeffizienz im GaLaBau“ in Kooperation mit „Landschaft Bauen & Gestalten“ entwickelt, an der alle GaLaBau-Betriebe deutschlandweit im Herbst 2018 teilnehmen konnten.

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Elektrische Antriebe Bagger und Lader
Noch eine Seltenheit, denn nahezu 100 Prozent der Transporter im GaLaBau laufen nach wie vormit fossilen Kraftstoffen. Foto: Giehl, LWG
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Abb.1: Anteil der Betriebe, die mit Akkubetriebenen Maschinen ausgestattet sind, im Verhältnis zur Anzahl der Betriebe, die diese Maschinengruppe grundsätzlich besitzen (n). Quelle: Giehl, LWG
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Tab.1: Verteilung der häufigsten Nutzfahrzeuge in den GaLaBau-Betrieben und deren Antriebsart in Prozent (mit Mehrfachnennungen) bezogen auf 241 befragte Unternehmen. Quelle: Giehl, LWG

Maschinen und Fahrzeuge in den Betrieben

Bei der Umfrage wurde unter anderem abgefragt, welche Maschinen und Fahrzeuge in welcher Antriebsart in den Betrieben verwendet werden. Die meisten Betriebe besitzen einen kraftstoffbetriebenen Radlader, Bagger, Pkw, Transporter und Lkw (Abb.1). Nur rund 50 Prozent nennen einen Dumper ihr Eigen. Mit deutlich unter zehn Prozent Anteil bei Dumper, Pkw und Radlader, sind Betriebe mit Akkumaschinen immer noch etwas Besonderes. Bezieht man den Anteil der Betriebe, die mit Akkugeräten ausgestattet sind, auf die Anzahl der Betriebe, die diese Maschinengruppe grundsätzlich besitzt (Abb.1), so stellt sich die Lage, zumindest bei den Dumpern, ein wenig besser dar. Da nur rund 50 Prozent der Betriebe einen Dumper im Fuhrpark haben, liegt der Anteil der Akkugeräte im Verhältnis zu den vorhandenen Akku-und Kraftstoffgeräten mit elf Prozent etwas höher. Die etwas häufigere Anschaffung von Akku-Dumpern und Schubkarren kommt vermutlich daher, dass sie schon mehr als zehn Jahre als abgasfreie Modelle auf dem Markt erhältlich sind. Konkret wurde der TeMax der Firma Kneilmann von den Betrieben in der Umfrage am häufigsten genannt, außerdem Geräte von PowerPac und Makita.

Lediglich drei Prozent der Betriebe besitzen E-Pkws. Die genannten Hersteller waren hier zu gleichen Teilen: Fiat, Mercedes Benz, VW und Smart. Bei den Radladern hat etwa ein Prozent der Betriebe angegeben, dass sie einen e-Lader der Firma Kramer oder von Linde verwenden. Nahezu 100 Prozent der Transporter, Lkw und Bagger im GaLaBau laufen nach wie vor mit fossilen Kraftstoffen. Hier ist die Angebotspalette auch noch sehr gering, beziehungsweise noch nicht über die Prototypenphase hinausgekommen.

Eine mögliche Ursache für die sehr geringe Verbreitung der Batterie-Modelle ist, dass bei diesen Maschinen in vielen Fällen erst einzelne Hersteller dazu übergegangen sind solche Varianten anzubieten. Offensichtlich sind die Umgestaltungszeiträume sehr lang und verlaufen zäh. Viele GaLaBau-Betriebe wissen möglicherweise noch gar nicht, dass es kraftstofffreie Versionen gibt, oder sie wollen abwarten bis die Prototypen ausgereift sind. Dazu kommt, dass Lebensdauer und Anschaffungspreis bei den großen Maschinen in der Regel deutlich höher sind als zum Beispiel bei Handgeräten. Große Maschinen werden eben generell weniger oft neu angeschafft. Dass mit zunehmenden Produktionszahlen die einzelnen Modelle kostengünstiger angeboten werden können, ist für viele vermutlich auch ein Argument, noch abzuwarten. Nichts desto trotz gibt es viele Argumente für die Anschaffung und den Einsatz von elektrisch angetriebenen Maschinen:

Der Verzicht auf Kraftstoffe hat viele Vorteile Elektrisch betriebene Geräte schonen die Gesundheit der Mitarbeiter durch weniger Lärm, keine Abgase und weniger Vibrationen. Den Kunden gefällt es, wenn Arbeiten am Grundstück geräuscharm und geruchslos ablaufen. Die Industrie entwickelt unter Hochdruck leistungsstärkere und ressourcenschonendere Akkumulatoren. In den meisten Fällen sind die Akkuversionen gleichwertig und können mit den Kraftstoffgeschwistern gut mithalten. Den manchmal noch höheren Anschaffungskosten stehen geringere Wartungs- und Kraftstoffkosten gegenüber. Die Umwelt wird geschont, weil bei Akkugeräten kein Öl verschüttet wird oder Benzin ausläuft und keine Abgase beim Arbeiten entstehen.

Elektrische Antriebe Bagger und Lader
Elektrisch betriebene Geräte schonen die Gesundheit der Mitarbeiter durch weniger Lärm,keine Abgase und weniger Vibrationen. Außerdem gefällt es den Kunden, wenn Arbeitenam Grundstück geräuscharm und geruchslos ablaufen. Foto: Giehl, LWG

Auch die geringere Lärmbelastung kommt lärmsensiblen Gebieten, wie Schulen, Krankenhäusern und Friedhöfen zu Gute. Selbst im Kundengespräch werden diese Argumente immer wichtiger, um sich von anderen Unternehmen abzuheben und den Zuschlag für Aufträge zu erhalten. In sensiblen Bereichen, wie zum Beispiel Wasserschutzgebieten ist der Einsatz von kraftstoffbetriebenen Maschinen sogar verboten. Es profitieren also alle: GaLaBau-Betrieb, Mitarbeiter, Kunden und die Umwelt.

Förderung für E-Fahrzeuge

Denjenigen, die bald e-mobil durchstarten möchten, seien noch die Fördermöglichkeiten ans Herz gelegt, die vielleicht die eine oder andere Entscheidung positiv beeinflussen können. Hier werden in der Regel nur straßentaugliche Fahrzeuge direkt bezuschusst. Für alles andere können derzeit nur zinsgünstige Darlehen angeboten werden. Im Folgenden eine Auflistung:

Für alle Vorhaben gilt: Antragstellung unbedingt vor Vorhabenbeginn! Also vor Bestellung und Kaufvertrag, sonst ist die Förderung nicht möglich. Alle Darlehen-Programme laufen über die Hausbanken. Jetzt bleibt es abzuwarten, ob und wie schnell sich die Akkutechnik im Bereich der „Großen Maschinen“ im GalaBau dank Förderung und politischer Unterstützung durchsetzt. Vielleicht kann die bauma in München hinsichtlich der Antriebstechnik für die Besucher einen Blick in die Zukunft ermöglichen. Dann wird man auch sehen, ob Prof. Dr. Jens Tübke vom Fraunhofer Institut mit seiner Aussage Recht behält.

Elektrische Antriebe Bagger und Lader
Abb. 2: Verwendung der häufigsten Handgeräte im GaLaBau (mit Mehrfachnennungen). Quelle: Giehl, LWG

Akzeptanz für vollelektrische Handgeräte ist deutlich höher

Die Frage nach Ausstattung mit akkubetriebenen Handgeräten ergab, dass etwa 30 Prozent aller Handgeräte in den GaLaBau-Betrieben Akkugeräte sind. In Abbildung 2 sieht man den prozentualen Anteil der am häufigsten genannten Handgeräte in den Betrieben. Hier lässt sich eine deutliche Tendenz erkennen. Mehr als 80 Prozenz der GaLaBau-Betriebe besitzen Heckenscheren, Laubbläser, Freischneider, Rasenmäher
und ein Verdichtungsgerät, die mit Kraftstoff betrieben werden. Auffallend ist, dass 70 Prozent der Befragten bereits eine akkubetriebene Heckenschere besitzen, dagegen lediglich zwei Prozent ein akkubetriebenes Verdichtungsgerät. Dieser geringe Anteil kommt vermutlich daher, dass diese Geräte erst seit einigen Jahren auf dem Markt sind oder es Alternativen gibt, die zum Beispiel durch Gas betrieben werden.

Fazit: Die E-Mobilität im Bereich GaLaBau ist noch nicht sehr weit fortgeschritten, was zum einen an der geringen Anzahl verfügbarer Modelle liegt, zum anderen am Preis, da in vielen Fällen die Serienreife und damit die Massenproduktion noch nicht eingetreten ist. Möglicherweise ist im GaLabau auch nicht bekannt, dass es schon einige E-Modelle gibt, oder das Vertrauen in diese relativ neue Technologie gerade im Nutzfahrzeugbereich noch nicht so groß ist. Zumindest im Bereich der Handgeräte hat die Akku-Technologie schon ihren Siegeszug begonnen und auch im Maschinenbereich ist die Tendenz sichtbar. Gespannt sollte man auf die bauma in München blicken, die mit Sicherheit so manche Neuheit ans Tageslicht bringt.

Elektrische Antriebe Bagger und Lader
Quelle: Förderdatenbank des Bundes unter www.foerderdatenbank.de/(Stand 14.02.2019)
Elektrische Antriebe Bagger und Lader
Quelle: Förderdatenbank des Bundes unter www.foerderdatenbank.de/(Stand 14.02.2019)
Elektrische Antriebe Bagger und Lader
Tab. 2: Mitarbeiterzahlen der teilnehmenden Betriebe. Quelle: XXX Quelle: Giehl, LWG

Wer hat mitgemacht?

An der bundesweiten Umfrage beteiligten sich 241 GaLaBau-Unternehmen. Vor allem kleinere Betriebe mit einem bis fünf Mitarbeitern sind mit etwas über 40 Prozent sehr stark vertreten. Knapp ein Drittel der befragten Betriebe hat sechs bis15 Mitarbeiter, Mit rund zehn Prozent stellen die Betriebe mit mehr als 30 Mitarbeitern den kleinsten Bereich der befragten Gruppe dar. Eine genaue Übersicht der Befragungsteilnehmer enthält Tabelle 2.

LandSchafftEnergie (LSE) ist ein ressortübergreifendes Beratungsnetzwerk zur Umsetzung der Energiewende in Bayern. Als gemeinsames Projekt der Bayerischen Staatsministerien für Wirtschaft, Energie und Technologie (StMWi) sowie für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) bietet das Netzwerk eine kostenfreie und produktneutrale Information und Beratung rund um die Energiewende im ländlichen Raum.
Ziel ist es, die effiziente Erzeugung und den verantwortungsvollen Verbrauch von Strom und Wärme zu fördern, die Umsetzung von Projekten rund um erneuerbare Energie voranzutreiben und klimaschonende Mobilitätskonzepte zu unterstützen.

Dipl. Ing (FH) Lydia Giehl
Autorin

Landschaftsbau/-management LWG

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