Rettungsaktion für Britanniens Apfelerbe
England: Forscher sichern "Fingerabdrücke" alter Obstbäume
Die Apfelbäume im Garden Rosemoor der Royal Horticultural Society (RHS) sind in diesem Frühjahr im Rahmen eines Forschungsprojekts beprobt worden, um verloren gegangene Äpfel wiederzufinden und Sorten zu identifizieren, die wichtige genetische Merkmale für die britische Apfelzucht und die Klimaresistenz aufweisen. Die Beprobung fand im Rahmen eines von der Universität Bristol und der Sandford Obstplantage geleiteten Forschungsprojekts statt. Es sichert "DNA-Fingerabdrücke" von Apfelblättern aus seltenen und wichtigen Obstgärten West-Englands. Im Rahmen des Forschungsprojekts werden vor allem "überlebende" Sorten gesucht, die bisher nicht erfasst wurden. Gefunden wurden Sorten, die an mehr als einem Standort veredelt wurden, sowie einzelne Bäume, die wahrscheinlich die letzten ihrer Art sind.
"Die Identifizierung und Erhaltung verschollener oder seltener Apfelsorten dient nicht nur dem Schutz der biologischen Vielfalt", sagte Keith Edwards, emeritierter Professor der Universität Bristol, "sondern kann auch die Widerstandsfähigkeit der britischen Apfelindustrie angesichts des Klimawandels stärken."
Traditionelle Obstgärten sind in England im letzten Jahrhundert stark zurückgegangen. 80 Prozent der kleinen Obstgärten in Großbritannien gingen seit 1900 verloren. Die Universität Bristol hatte zunächst die Öffentlichkeit gebeten, Proben von Apfelbäumen in privaten Gärten einzusenden, woraufhin über 800 Exemplare eingesandt wurden. Seit Beginn des Projekts hat das Team von mehr als 8000 Obstbaum-Proben die "Fingerabdrücke" genommen.
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