Baubetriebshof der Stadt Crailsheim

Ökologische Grünflächenpflege erfährt hohe Bürger-Akzeptanz

"Das Ergebnis ist genial", schwärmt Johannes Köder (l.), Leiter des Baubetriebshofes Crailsheim, wenn er von der ökologischen Herangehensweise bei der Grünflächenpflege in seiner Stadt spricht. Neben ihm steht Gerhard Glump, Leiter der Abteilung Grünwesen. Foto: AS-Motor

Dass man den Baubetriebshof der Stadt Crailsheim durchaus mit einem klassischen Unternehmen vergleichen kann, wird schnell klar, wenn man das Gelände in der Ludwig-Erhard-Straße betritt. Hier herrscht Ordnung, die Hallen sind sauber und aufgeräumt, der Maschinenpark ist gut sortiert und am Eingang weisen Schilder den Weg. Unter anderem direkt zum Chef: Johannes Köder. Bei seiner Arbeit haben drei Dinge Priorität: Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und seine Mitarbeiter. Und so verwundert es nicht, dass im Fuhrpark einige Geräte aus dem Hause AS-Motor zu finden sind.

Geräte-Test vor Anschaffung

Mit aktuell 91 Mitarbeitern und den Abteilungen Hochbau, Tiefbau und dem Grünwesen ist der Crailsheimer Baubetriebshof ein echter Regiebetrieb mit eigener Verwaltung und Rechnungsbearbeitung. Die Hauptaufgaben sind die Pflege und Sicherung der städtischen Infrastruktur. Eine große Rolle spielt dabei natürlich die Grünpflege. Immerhin müssen in der 35 Tausend Einwohner zählenden Stadt im Landkreis Schwäbisch Hall, Baden-Württemberg, 20 ha Straßenbegleitgrün, weit über 10 ha Parkflächen, 105 Spielplätze, 27 Sport- und Bolzplätze und sieben Friedhöfe gepflegt werden.

"Wenn es um die technische Ausstattung geht, dann betreiben wir intensive Markterkundung, um die für uns richtige Maschine zu finden. Dazu gehören auch Tests im echten Praxiseinsatz. Es werden nur die Geräte angeschafft, die uns absolut überzeugen", erklärt der Leiter der Abteilung Grünwesen, Gerhard Glump. "Die Anschaffung jeder einzelnen Maschine und jedes Gerätes muss zudem aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll sein", ergänzt Köder und erklärt: "Der Baubetriebshof muss sich selber tragen, wir dürfen zwar keinen Gewinn erwirtschaften, aber wir müssen uns rechnen. Es gibt Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen zu allen Maschinen. Diese werden jährlich nachkalkuliert und wenn der freie Markt günstiger ist bei einer Leistung, dann lassen wir das den freien Markt machen."


Auf Flächen, die nur noch ein bis zwei Mal im Jahr gemäht werden, sind die Hochgrasmäher von AS-Motor in ihrem Element. Im Bild zu sehen ist Christian Böttinger, Mitarbeiter in der Abteilung Grünwesen. Foto: AS-Motor

Eine insektenfreundliche Stadt

Schon lange fester Bestandteil des Fuhrparks sind Mäher des Hochgrasspezialisten AS-Motor aus Bühlertann. Aktuell helfen zwei AS Sherpa, ein AS YAK, eine Mäh-Raupe von AS-Motor, eine AS WeedHex 50 und mehrere AS Mulch-Rasenmäher bei den täglichen Arbeiten. "Mäher von AS-Motor haben wir schon lange im Einsatz. Sie sind durchzugs- und leistungsstark. Es gibt einfach nichts Vergleichbares am Markt", sagt Glump.

Ganz neue Bedeutung gewonnen und noch wichtiger wurden die Hochgrasmäher, als die Stadt im Jahr 2015 mit ihrem Projekt Stadtbiene begonnen hat, um mehr insektenfreundliche Lebensräume zu schaffen. "Vor allem seit wir unsere Grünflächen extensiv bewirtschaften und nur noch ein bis zwei Mal pro Jahr gemäht wird, sind die Hochgras-Mäher unersetzlich. Hohes Gras und dank Allrad auch Hanglagen machen unseren AS 940 Sherpas nichts aus. Und wenn wir es dann auf den Flächen, die nur alle zwei bis drei Jahre gemäht werden, mit Verbuschung zu tun haben, dann setzen wir unseren AS 1040 YAK ein. Der ist auch dann leistungsfähig, wenn man es nicht mehr nur mit Gras zu tun hat."

"Ins Leben gerufen hat dieses Projekt der damalige Baubürgermeister Herbert Holl", erzählt Köder rückblickend. "Zu Beginn musste er gegen echte Widerstände kämpfen. Auch in mir hat er zunächst keinen Befürworter gefunden. Obwohl ich sehr naturverbunden bin, habe ich das Ganze in meiner Funktion als Baubetriebshofleiter zunächst nur aus wirtschaftlicher Sicht betrachtet. Ich stellte mir die Frage, wie das umsetzbar sein kann. Bisher wurden die Flächen gemäht und abgesaugt und dann war alles sauber. Für das neue Konzept war plötzlich zusätzliche Technik wie ein Schwader und ein Ladewagen gefragt, ganz abgesehen von der zusätzlichen Handarbeit."

Es blüht das ganze Jahr

Gut fünf Jahre später wird in Crailsheim fast das gesamte Straßenbegleitgrün nur noch zwei Mal pro Jahr gemäht und so steht auf den meisten Flächen hohes Gras. Bei Neuanlagen werden zudem echte, regionale Hohenloher Kräuter gesät, um die typische Artenvielfalt herzustellen. Blütenarme Rasenflächen wurden durch artenreiche Blumenwiesen ersetzt, ebenso wie die gesamte Bepflanzung im Stadtgebiet durch einjährige Saatmischungen und Staudenpflanzen, um das Blütenangebot zu steigern. Und die anfängliche Skepsis ist der Begeisterung gewichen. "Das Ergebnis ist genial", schwärmt Köder. "In Crailsheim blüht es das ganze Jahr, von Frühjahr bis Herbst, einfach herrlich. Und die Grünflächenpflege spielt eine große Rolle, wenn es um die Akzeptanz des Baubetriebshofes in der Bevölkerung geht. Das sieht der Bürger, wenn er morgens in die Arbeit fährt oder am Abend einen Spaziergang macht."

"Die großen Flächen mähen wir mit einem Scheibenmähwerk am Traktor und fahren das Gras mit dem Ladewagen ab. Auf allen anderen Flächen kommen unsere AS-Motor-Mäher zum Einsatz," erklärt Glump die Vorgehensweise. "Inzwischen ist der Aufwand nicht mehr größer, sondern einfach anders. Über die Jahre haben wir einiges an Erfahrung gesammelt. So wissen wir genau, wann wir welche Fläche am besten mähen, was man idealerweise an welchem Standort ansät und welche Flächen, wie beispielsweise Sichtdreiecke, weiterhin klassisch und regelmäßig gemäht werden müssen."

Der gelernte Gärtner und sein Team wissen genau, dass es noch weit mehr Dinge zu beachten gibt, als nur ein bis zwei Mal im Jahr zu mähen, wenn man Grünflächenpflege aus ökologischer Sicht sinnvoll betreiben will und nennt Beispiele: "Wir mähen nicht, wenn die Sonne scheint, denn dann sind die meisten Insekten unterwegs. Wir versuchen die Mäharbeiten in den Morgenstunden zu erledigen. Sehr wichtig ist auch, dass man die Mährichtung beachtet und beispielsweise von innen nach außen mäht, so dass die Tiere die Chance haben, zu fliehen."

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 06/2021 .

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