Elfter BGL-Verbandskongress im September in Potsdam

August Forster: Alleinstellungsmerkmal Pflanze gehört in den Mittelpunkt des Berufsalltags

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August Forster, Präsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL), will auf dem elften Verbandskongress eine Lanze für die Pflanze brechen. Foto: BGL/Lothar Berns
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Tagungsort des BGL-Verbandskongresses ist die Biosphäre im Volkspark Potsdam, dem früheren Gelände der BUGA 2001. Foto: Biosphäre Potsdam/Merkau
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Auf Schloss Kartzow, einem ländlichen Herrensitz mit gepflegter Parkanlage, treffen sich die Landschaftsgärtner am letzten Abend. Foto: KUBA Marketing GmbH

Eine Lanze für die Pflanze brechen will August Forster, Präsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL), in einer Strategierede auf dem elften Verbandskongress, der vom 10. bis 13. September in Potsdam stattfindet. Das GaLaBau-Alleinstellungsmerkmal muss nach seiner Auffassung stärker in den Mittelpunkt des Berufsalltags und der Kundenbeziehungen rücken. Anders werde es nicht gelingen, sich von Mitbewerbern wie Tiefbau, Facility Management oder auch Hausmeisterdiensten zu unterscheiden.

Betroffen ist Forster von der um sich greifenden Kies- und Schotterkultur in Deutschlands Gärten. Die unter dem Vorzeichen der Pflegeleichtigkeit gepriesene Design-Welle sei nicht nur langweilig, sondern stelle vor allem den Nutzen des landschaftsgärtnerischen Berufsstandes infrage. Genauso entsetzt ist er über die in den Privatgärten entstehende Monokultur mit Bonsai-Kiefern, Kirschlorbeer und Thujen. Ökologisch sei das höchst fragwürdig, weil heimische Insekten und Vögel damit nichts anfangen könnten. Und auch die Kunden hätten sich das über alle Jahreszeiten gleiche, immergrüne Landschaftsbild bald sattgesehen.

Betroffen von Kies- und Schotterkultur

Wer solchen Trends folge, brauche sich nicht wundern, dass der Pflanzenabsatz falle und manche Kunden sich dafür nur noch interessierten, wenn Billigangebote lockten. Forster setzt dagegen auf die vielfältigen gestalterischen Möglichkeiten und das Fachwissen der GaLaBau-Betriebe. Das müsse den Kunden allerdings durch Beratung und Aufklärung vermittelt werden. Nur im persönlichen Gespräch könne man erläutern, warum ein Laubgehölz mit flächiger Staudenbepflanzung interessanter wirke, als ein immergrüner Solitär und warum zu einem blühenden Garten auch eine gute Bodenvorbereitung, Bodenpflege, Pflanzenernährung und integrierter Pflanzenschutz gehöre.

Zusammenarbeit mit den Baumschulen

Solle der Teufelskreis von Schotter, Monokultur und sinkendem Pflanzenabsatz aber nachhaltig durchbrochen werden, bedürfe es der Zusammenarbeit von Baumschulen, Staudengärtnern und Landschaftsgärtnern, sagt Forster. Vor allem die Baumschulen müssten über ihre Sortimente nachdenken, weil ihre Pflanzenauswahl oft auf wenige, gängige Arten beschränkt sei. Gedanken machen müsse man sich auch über die Stressresistenz der Sortimente, die Schaderregern noch zu viele Möglichkeiten ließen.

Zum BGL-Verbandskongress in Potsdam wird die Gelegenheit zur Diskussion vieler berufsständischer Fragen bieten. Er findet diesmal im Tagungszentrum der Biosphäre statt, einem spektakulären Tropenhaus im Volkspark Potsdam, dem früheren Gelände der Bundesgartenschau 2001. Das Gebäude beherbergt rund 20000 tropische Pflanzen mit etwa 350 verschiedenen Arten sowie tropische Tiere.

Zur Eröffnung wird Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt erwartet, der an der Ausarbeitung des "Grünbuchs Stadtgrün" beteiligt war.

Ingrid Schegk bewertet Bachelor-Abschluss

Prof. Dr. Ingrid Schegk von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf wird über ihre Erfahrungen mit den Fähigkeiten und Kompetenzen von Bachelor-Absolventen sprechen. Um die globale Erwärmung geht es im Vortrag des Meteorologen Karsten Schwanke. Der Wirtschaftskolumnist Roland Tichy nimmt die Mittelstandspolitik der Bundesregierung unter die Lupe und der Bonner Landschaftsarchitekt Stephan Lenzen erläutert die Herausforderungen "Nachhaltiger Stadtlandschaften".

Am zweiten Kongresstag startet der interne Kongress des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau. Er wird nur 75 Minuten dauern. Auf der Tagesordnung steht die Neuwahl zweier Vizepräsidenten: Die Amtszeit der GaLaBau-Unternehmer Helmut Schingen aus Petschow, zugleich Vorsitzender des BGL-Ausschusses Betriebswirtschaft, und Jürgen Hoppe aus Uelzen, der auch Vorsitzender des BGL-Ausschusses Landschaftsgärtnerische Fachgebiete ist, läuft aus. Die Delegierten der Landesverbände werden sich wie jedes Jahr auch mit dem Haushalt des Bundesverbandes beschäftigen.

Der Kongress ist zugleich eine Plattform berufsständischer Leistungen und dient dem kollegialen Austausch. So werden am 12. September jene GaLaBau-Betriebe geehrt, die sich im Rahmen der landschaftsgärtnerischen Wettbewerbe "Themengärten" und "Pflege" zur Bundesgartenschau 2015 platziert haben.

Zum Abendessen ins "Krongut Bornstedt"

Viele interessante Gespräche wird es auf den vom Bundesverband organisierten Abendveranstaltungen geben. Am Eröffnungsabend findet ein "Landschaftsgärtner-Treff" statt. Am Freitag ziehen die Landschaftsgärtner und ihre Gäste abends zum "Krongut Bornstedt", dem früheren Mustergut der Hohenzollern-Dynastie.

Kurz vor Toresschluss gibt es auf Schloss Kartzow, einem ländlichen Herrensitz mit gepflegter Parkanlage, ein warm-kaltes Buffet. Am Sonntag lädt der BGL zu einer Fachführung über die Bundesgartenschau in Brandenburg an der Havel. cm

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