Eye-Tracking-Studie in Hannovers Großem Garten

Niedersachsen Forschung und Bildung
Die Tracking-Brille filmte das Blickfeld des Nutzers, registrierte Augenbewegungen und zugleich die Geräusche der Umgebung. Foto: Hochschule Osnabrück

Anfang August war der barocke Große Garten in Hannover-Herrenhausen Versuchslabor eines Forschungsprojekts der Hochschule Osnabrück. Freiraumplaner Prof. Dipl.-Ing. Dirk Junker von der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur führte dort mit dem Team des neuen Eye-Tracking-Labors (ETC.la) der Hochschule eine wissenschaftliche Studie zur "Analyse der Blicklenkung und des Nutzerverhaltens in den Wandelgängen unterschiedlicher Gartenepochen und -stile" durch.

Freiwillige Probanden wurden darum gebeten, mit einer Tracking-Brille der Firma SMI den Großen Garten zu besuchen. Weitgehend unbeeinflusst wurde ihr Verhalten im Park dann für etwa eine halbe Stunde über die Brille aufgezeichnet. Sie filmte das Blickfeld des Nutzers, registrierte Augenbewegungen und zugleich die Geräusche der Umgebung, aber auch die Gespräche über das Gesehene. Mit einer Auswertungs-Software wurden die verschiedenen Eindrücke dann übereinander gelegt und konnten anonymisiert analysiert werden.

Wohin wurden die Blicke gelenkt? Wie orientierten sich die Besucher, am Lageplan oder an den Orientierungshinweisen im Park? Welche Elemente erweckten Aufmerksamkeit und welche lenkten ab? Die Methode Eye-tracking ist in klassische Untersuchungsmethoden wie Befragungen eingebettet, um eine bessere Einschätzung des Versuchsergebnisses zu ermöglichen. Für die Herrenhäuser Gärten ist das Ergebnis von großem Interesse. "Wir erwarten wertvolle Tipps zur Verbesserung unserer Wegweisung im Großen Garten", erklärte Direktor Ronald Clark.

Die Versuchsreihe in den Herrenhäuser Gärten mit insgesamt circa 40 Probanden ist der Auftakt zu einer umfangreicheren Studie, in der die Bedeutung des Wandelns in Garten- und Parkanlagen im kulturhistorischen Kontext untersucht wird. Durch die neuen technischen Möglichkeiten war es erstmals möglich, eine weitgehend unbeeinflusste Aufzeichnung des Verhaltens von Besucher in Parkanlagen durchzuführen und die Ergebnisse miteinander zu vergleichen. Die visuelle Wahrnehmung von Parkanlagen aus verschiedenen Gartenepochen und -kulturen steht im Mittelpunkt der Untersuchung. Das Forschungsprojekt wird finanziert von der Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur und wird nach dem barocken Garten von Herrenhausen auch den weltbekannten englischen Landschaftsgarten in Stourhead untersuchen.

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