GaLaBau Wissen:

„…und drumherum ein Zaun“

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76. folge Unsere Serie für den Nachwuchs erläutert das wichtigste GaLaBau-Grundlagenwissen vom Abstecken bis zum Zaunbau: Diesmal geht es um das Thema Zäune.

Der Zaun ist eines der ältesten Gestaltungselemente der Gartenbaukultur und erst durch ihn, in den unterschiedlichsten Formen, wurde der Gartenbau so wie wir ihn heute kennen erst möglich. Selbst das Wort "Garten" lässt sich in seinem Ursprung mit dem Zaun verbinden. In Fachkreisen kursieren unterschiedliche Meinungen über die Entstehung des Wortes "Garten". Sicher ist, dass dieses Wort indogermanischen Ursprung hat. Es ist verwand mit dem lateinischen "hortus" und dem griechischen "chortos". Diese Worte haben in ihrer Bedeutung eine Gemeinsamkeit. Sie bezeichnen etwas Eingezäuntes, Umhegtes oder Geschütztes. Zu dieser alten Wortfamilie zählen auch Begriffe wie "Gürtel", "gürten" oder das gotische Wort "garda", was so viel wie "umgerten" oder umzäunen bedeutet. Zäune werden also zur Begrenzung von Grundstücken, zur Abgrenzung oder zum Schutz besonderer Nutzung (Teiche, Ballspielfelder, Gehege usw.) gebraucht. In erster Linie werden sie traditionell aus Holz und Metall gebaut. Es werden aber auch Zäune aus Kunststoff hergestellt. Der Handel bietet industriell vorgefertigte Systeme an. Im Privatkundensegment werden allerdings zunehmend individuell handwerklich gefertigte Zäune gewünscht und installiert.

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Der Metallzaun

In der Kategorie der Metallzäune unterscheidet man zwischen Drahtgeflechtzäunen, Stahlgitterzäunen, Metallgitter- und Metallstaketenzäunen.

Drahtgeflechtzäune, auch Maschendrahtzäune genannt, sind in der DIN EN 10244-1, DIN EN 10244-2 für mit Zink und dessen Legierungen überzogene Bauteile und in der DIN EN 10245-1, DIN EN 10245-2 für verzinkte Bauteile mit einem Kunststoffüberzug beschrieben. Die Kunststoffbeschichtung ist in den verschiedenen Farben (grün, grau, braun, anthrazit und schwarz) erhältlich.

  • Viereckgeflecht: traditionelle Bespannung für Zaunanlagen
  • Sechseckgeflecht: Baumschutz (Drahthose), Hasendraht (Volierenbau)
  • Knotengeflecht: Landwirtschaft (Weidezaun), Forst (Wildschutz)

Die Zaunhöhe ergibt sich aus dem industriell vorgefertigten Maß. Sie ist die Summe aus der Rollenbreite der Bespannung und der geforderten Bodenfreiheit. Die Bespannung ist in untenstehenden Abmessungen erhältlich:

Die für Metallzäune benutzten Pfosten sind meistens aus Rundrohr. Selten werden quadratische oder rechteckige Profile genutzt. Für Zäune mit großen Höhen kann Formstahl zum Einsatz kommen. Der Pfostenabstand richtet sich nach der Höhe des Zaunes. Bei einer Zaunhöhe von weniger als 4 m beträgt der Pfostenabstand (lichte Weite) bis 3 m; bei einer Zaunhöhe über 4 m nur bis 2,50 m. Die Abdeckung und damit der Verschluss des Pfostens sind mit einer Kappe aus dem gleichen Material oder Kunststoff zu bewerkstelligen.

Die Betonfundamente der Pfosten werden aus Ortbeton C12/15 hergestellt oder sind als Fertigteil einzubauen. Die Spanndrähte werden mit Spannschlössern gestrafft. Die Anzahl der Spanndrähte richtet sich nach der Zaunhöhe.

Stahlgitterzäune, zum Beispiel Stabmatten und Doppelstabmattenzäune, werden im Handel als Industrieware für Sichtschutz- und Sicherheitszäune angeboten und in den obengenannten DIN EN beschrieben. Zusätzlich werden sie als Korbmaterial für den Gabionenbau verwendet.

Die Bespannung, sprich die Matte, besteht aus senkrechten Rundstäben, die im gleichmäßigen Abstand auf waagerecht angeordneten Rundstäben oder Profilstählen verschweißt sind (bei Doppelstabmatten zwischen zwei Rundstäben oder Profilstählen).

Die Punktfundamente (Siehe auch obenstehende Tabelle) bestehen aus Ortbeton C12/15 oder aus Betonfertigteilen auf denen die Pfosten mittels Fußplatte (Ø = 10mm) aufgedübelt werden.

Zusätzlich werden im Handel noch Abdeckkappen (aus Kunststoff oder Metall), Eckverbinder oder Eckpfosten, Distanzhalter und verschiedene Befestigungssysteme angeboten. Bei den Metallgitterzäunen und Metallstaketenzäunen handelt es sich in der Mehrzahl der Anwendungen um individuelle Anfertigungen. Sie werden als spezielle Bauaufgabe entsprechend der ATV DIN 18360 "Metallbauarbeiten" hergestellt.

In ihrer Ausführung werden sie blank verschweißt und erst danach verzinkt oder beschichtet (mit Kunststoff) oder gänzlich aus Edelstahl hergestellt. Vereinzelt werden auch Lochblech oder Streckmetall als Zaunfeld verarbeitet.

Bei Metallgitterzäunen sind die Drähte entweder gewellt (Wellengitter) oder glatt (Schweißgitter). Im Unterschied zu den Stahlgitterzäunen sin die einzelnen Zaunfelder mit Form- oder Hohlprofilen gerahmt.

Der Holzzaun

Das Material für den Bau eines Holzzaunes richtet sich nach der Art seiner Herstellung. Werden imprägnierte Hölzer gewünscht, sind dies in der Regel Fichte und Kiefer; ohne Imprägnierung werden Lärche, Douglasie, Eiche, Kastanie und Robinie genutzt. Die Hölzer sind werden geschält und danach gefräst und gerundet. Die Lattung wird entweder senkrecht (zum Beispiel Staketenzaun) oder diagonal (zum Beispiel Jägerzaun) auf die Riegel geschraubt oder genagelt. Am oberen Ende sind alle Latten abgeschrägt. Die dient dem konstruktiven Holzschutz.

Zäune können auch komplett aus Riegeln bestehen (meist Bohlen oder Schwartenbretter). Diese Zäune werden als Bohlen- oder Riegelzäune bezeichnet und sind in der Mehrzahl im ländlichen Wohnbereich zu finden.

Bei der Fundamentierung sollte auf Einschlaghülsen mit Pfostenschuhen (Pfostenträger) oder auf angekohltes beziehungsweise imprägniertes Material zurück gegriffen werden. Bei Betonfundamenten mit aufgeschraubten Pfostenträgern gelten oben genannte Regelungen.

Tür und Tor steht offen

Bei Türen und Toren ist es in den meisten Fällen auch wichtig, dass die Dinger auch aufgehen. Deshalb sollte bei der Konstruktion und dem Bau dieser Anlagen das Gefälle des Geländes mit ins Auge gefasst werden um eine gewisse Bodenfreiheit zu gewährleisten. Die Bezeichnung der Tür wird i n der DIN 107 geregelt. Dort wird die Tür nach Lage ihrer Drehachse von außen gesehen bezeichnet. Klingt kompliziert, ist aber recht einfach: Eine Tür, die nach rechts innen aufgeht ist eine Linkstür. Donnerwetter - typisch deutsch!

Die Höhe der Türen richtet sich natürlich nach der Zaunhöhe. Bei der Breite liegt die Empfehlung bei einflügligen Türen zwischen 0,60 und 1,25 m; bei zweiflügligen Türen (Toren) zwischen 2,00 und 4,00 m.

Zur Stabilisierung des Tür oder des Tores wird eine Verstrebung eingebaut, welche bei Holztüren als Druckstrebe und bei Metalltüren als Zugstrebe eingebaut wird (Siehe Abbildung).

Neben den Türen mit Drehrichtung besteht auch die platzsparende Variante des Einbaues einer Schiebetür. Diese können freitragend oder auf Laufschienen bewegt werden. Die Gefällesituation kann bei deren Einbau vernachlässigt werden, allerdings benötigen dies Tür/Tor-Konstruktionen mehr Platz in der Breite.

Uwe Bienert

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 Uwe Bienert
Autor

Landschaftsgärtner-Meister und Ausbilder

  • Uwe Bienert hat sich bereits mit AuGaLa-Begleitheften für Kurse der überbetrieblichen Ausbildung einen Namen gemacht.
  • Er ist bei der Diako Thüringen angestellt, wo er in der Nesseltalwerkstatt Stockhausen mit behinderten Menschen im GaLaBau arbeitet.

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