Kalkausbringung, Transporte und Abdecken von Zuckerrüben

80 Kilometer pro Stunde schneller Traktor steigert Effizienz deutlich

"Effizienz in die Landwirtschaft bringen und den umliegenden Landwirten durch Spezialtechnik einen Mehrwert bringen", so beschreibt Jan Würsig seinen unternehmerischen Zugang. Der 43-Jährige führt drei Unternehmen in der Region Oberlausitz, mit dem Hauptstandort Niedercummersdorf. Seit April 2023 arbeitet Würsig mit seinem eigenen Spezialtraktor Syn Trac ST420, made in Austria.
Syn Trac Landwirtschaft
Der Syn Trac beim Kalkstreuen in der Oberlausitz. Foto: Syn Trac

Schon 2006, mit 26 Jahren, hat Jan Würsig den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Mit einer klassischen landwirtschaftlichen Laufbahn angefangen, nämlich einer Lehre als Landwirt, dann Weiterbildungen zum landwirtschaftlichen Wirtschafter, später zum Meister und einigen Jahren Berufserfahrung konnten er und seine Frau mit einem eigenen Unternehmen starten.

Seine Familie bot ihm Unterstützung in Form von Know-How zur Unternehmensführung und dem notwendigen Startkapital. Heute führt er drei Unternehmen, zwei davon in Deutschland, eines in Tschechien und beschäftigt 40 Mitarbeiter, die ihn unterstützen.

Sein Fuhrpark umfasst sehr viele Spezialmaschinen, darunter drei selbstfahrende Pflanzenschutzspritzgeräte, zwei selbstfahrende Gülleausbringer, zwei selbstfahrende Zuckerrübenladegeräte – genannt Lademäuse – und 15 Sattelzugmaschinen, Lkws vom Typ Tatra, Scania und Mercedes, die Transporte übernehmen, sowie zwei Standardtraktoren.

Mit dem landwirtschaftlichen Lohnunternehmen, namens Dienstleistungsunternehmen Würsig, liegen die Haupttätigkeiten in der Ausbringung und im Transport von Gülle. 100.000 m³ Gülle werden 2023 ausgefahren, ein Teil dient landwirtschaftlichen Betrieben und wird auf Feldern ausgebracht. Der andere Teil wird zu Biogasanlagen geliefert.

Neben dem Gülletransport kümmert sich das Dienstleistungsunternehmen unter anderem um Containerdienste und andere Abfalltransporte. Der Boom der Biogasanlagen 2008 und die daraus resultierenden Anfragen aus seinem Bestandskundenkreis, veranlassten Würsig dazu, über eine immense Technikinvestition oder respektive den Kauf eines bestehenden Lohnunternehmens nachzudenken.

2011 ergab sich diese Gelegenheit in der umliegenden Nachbarschaft. Sein zweites Unternehmen, die Agroservice GmbH Niedercummersdorf, beschäftigt sich mit dem Anbau, der Ernte und Logistik von Getreide, Futter- und Lebensmitteln.

Der Schwerpunkt des GMP zertifizierten Betriebs liegt auf der Organisation der Zuckerrübe. Insgesamt 2200 ha Zuckerrüben von Landwirten im Umkreis sind vertraglich an eine Zuckerrübenfabrik in Tschechien vergeben, die das Produkt weiter zu Zucker und Ethanol verarbeitet. Vorab wird von anderer Stelle die Abholreihenfolge definiert, dann verladen 35 Lkws und zwei Lademäuse das Lebensmittel.

Das dritte Unternehmen unter der Feder von Würsig, ist der Hauptauftragnehmer der besagten Zuckerrübenfabrik.

Der interessanteste Faktor für den Unternehmer ist Zeit. Seine Maschinen müssen, um effizient zu sein, täglich laufen. Bei seinen Investitionen berücksichtigt er daher vor allem Ausfallwahrscheinlichkeiten.

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Syn Trac Landwirtschaft
Gerhard Neudorfer (r.) übergibt ein Modell des Spezialtraktors Syn Trac an den Unternehmer Jan Würsig (l.). Foto: Syn Trac

"Jede Stunde, in der eine große Maschine steht, beispielsweise ein Gülletrac, kostet mich 400 Euro/h. Entsprechend ist die Serviceleistung der Hersteller absolut entscheidend. Es ist mir wichtig Maschinen zu haben, bei denen die Hersteller dahinterstehen und mir den bestmöglichen Service anbieten."

Für seinen Syn Trac ST420 entschied sich der findige Unternehmer, weil er ursprünglich einen Standardtraktor ersetzen wollte. Seine Überlegungen dazu waren, dass der Traktor 1500 Betriebsstunden im Jahr leisten müsse, damit sich die Investition rechne.

Er suchte nach einer Möglichkeit zur Ganzjahresauslastung, die ihn allgemein in der Effizienz im Fuhrpark unterstützen würde. Die angedachten Aufgabengebiete für die Maschine lagen im Pflanzenschutz, Kalkstreuen und Zuckerrübenabdecken. "Dafür brauchte ich einen Traktor, der mindestens 60 km/h fährt.

Der Syn Trac liefert mir 80 km/h, unterstützt mich also massiv bei den Transporttätigkeiten. Das schnelle Wechseln der Anbaugeräte durch das Dockingsystem erleichtert die Arbeit und macht uns vor allem noch schneller. Das ist für uns perfekt.", erklärt Würsig seine Entscheidung.

"Für den Pflanzenschutz setzen wir den Syn Trac jetzt nicht ein, weil die Spurbreite nicht passt. Es war gut, dass das vom Hersteller auch so offen kommuniziert wurde. Die Aufgaben vom Syn Trac sind jetzt vor allem die Kalkausbringung, Transporte und das Abdecken der Zuckerrüben. Für kommunale Tätigkeiten im Winter werden wir ihn auch einsetzen."

Seine größte Motivation sei es, die Landwirte im Umkreis von 100 km mit Spezialmaschinen zu unterstützen, die sie sich selbst nicht leisten. Eine Standardmaschine könne jeder kaufen. Wenn aber alle landwirtschaftlichen Unternehmen dasselbe machten, wäre der Markt bald gesättigt und man mache sich gegenseitig das Geschäft kaputt. Darin läge aus seiner Sicht eine große Chance, und zwar für alle in der Branche.

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