Panicum - Gräserwolken für den Herbst

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Eines der zu Recht bekanntesten Ziergräser ist die Rutenhirse Panicum virgatum. Es handelt sich um ein typisches Hochgras der Nordamerikanischen Prärien mit einem wahrhaft gigantischen Verbreitungsareal, beinahe über den gesamten nordamerikanischen Kontinent. So konnten sich verschiedene Ökotypen entwickeln, die sich in der wachsenden Zahl der gärtnerischen Sorten wiederfinden. Wer die heute verfügbaren Gartensorten vergleicht staunt über deren erhebliche Varianz, man glaubt kaum, dass es sich tatsächlich um die gleiche Art handeln soll.

Grob unterteilt gibt es streng horstig wachsende Tieflandtypen mit besonders breitem Laub und beeindruckender Wuchshöhe und Hochlandformen mit etwas schmalerem Laub sowie meist gedrungenerem Habitus. Letztere neigen zu kurzen Ausläufern, ihre Horste sind damit etwas lockerer. Welten liegen zwischen der straff aufrechten Auslese 'Heiliger Hain' von Friedrich Camehl, dem Hochland-Typ zuzuordnen, zudem besonders kompakt und der wolkig-ausladenden, breitbelaubten Riesensorte 'Cloud Nine', einem typischen Tiefland-Vertreter.

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Dazwischen ist in puncto Wuchsform, Höhe und Laubfarbe, inklusive sensationeller Herbstfärbung fast alles möglich: Die breitlaubige übermannshohe 'Dallas Blues' wandelt kühles Metallicblau im Herbst zu Goldgelb. Längst übertrumpft die kompakt-standfeste 'Shennandoha' bereits ab Sommermitte mit ihrem warmen Pflaumenpurpur ältere bewährte Sorten wie 'Hänse Herms' oder 'Rotstrahlbusch', die erst ab Mitte Oktober ihr heftiges Herbstlaubspektakel in Orangetönen zünden. Wer eine straffe grüne Gräserhecke möchte, verwende die extrem standfeste 'Northwind', eine Sorte die so zackig daherkommt, dass man meint jemand habe sie heimlich zusammengebunden. Weitere viel versprechende Sorten werden aktuell gesichtet.

Rutenhirse profitiert von warmen, vollsonnigen Standorten, ihr tiefes Wurzelsystem kann Böschungen befestigen. In ihrer Heimat wird die Trockenstress tolerierende Art mit ihrem starken Wurzelsystem, neben ihrem Einsatz als ornamentalem Ziergras, tatsächlich zur Erosionsbekämpfung eingesetzt. Was bedeutet dies für die Verwendung? Sie braucht keine "guten" Standorte, warme sandige oder kiesige Böden tun es ebenso. Einmal etablierte Pflanzen sollte man tunlichst nicht mehr bewässern und keinesfalls düngen, denn dann sind die wolkigen Gräser viel standfester. In Gärten und Grünanlagen kann Panicum großzügig flächig eingesetzt werden, aber es spricht auch nichts gegen Einzelstand als klassisches Solitärgras. Ein wichtiger Punkt: Niemals Absaaten verwenden. Sämlingsbestände können langfristig durch ungezügelte Selbstversamung lästig werden. Am besten entscheidet man sich für nur eine einzelne Klonsorte, mischt also nicht verschiedene Sorten. Das gibt ein angenehm ruhiges Bild und zügelt die Tendenz zur Selbstaussaat entscheidend. Der fällige Rückschnitt erfolgt im Spätwinter. Wer sich traut nimmt ein Streichholz, denn trockenes Panicum brennt wie Zunder, eine Gemeinsamkeit echter Präriegräser.

 Till Hofmann
Autor

Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof

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