17. Dresdner StadtBaumtage in Tharandt

Mit mehr Pflege und Kooperation den Schäden zuvorkommen

Mitte März war das idyllisch gelegene Tharandt wieder Treffpunkt von Baumspezialisten aus ganz Deutschland. Schon zum 17. Mal jährten sich die beliebten Dresdner StadtBaumtage und glücklich war, wer einen Platz im Vorlesungsaal des Judeich-Baus des Forstbotanischen Instituts bekommen hatte.
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Auf der Fachausstellung konnte man sich über Produktneuheiten informieren. Foto: Ines Lauzat, Pro Baum

Für die 150 Teilnehmer hatten die Veranstalter ein exzellentes Programm mit Vorträgen namhafter Referenten, Fachausstellung, Zeit zum Netzwerken und für Gespräche, Abendveranstaltung sowie Exkursion in den Forstbotanischen Garten Tharandt auf die Beine gestellt.

Generationswechsel in vollem Gange

Wichtige Themen der Tagung waren Baumarten, Pflanzkonzepte in der Stadt, Alleen-Besonderheiten, Baumschutzsatzungen, Besonderheiten der Birken und Sträucher in der Stadt, Baumpflege von Uraltbäumen und in historischen Parkanlagen, Wundreaktionen sowie Kappung und Verstümmelung an Stadt- und Straßenbäumen. Zu den Referenten zählten beispielsweise Steffen Löbel vom Amt für Stadtgrün der Stadt Dresden, die Leiterin der Weihenstephaner Gärten Prof. Swantje Duthweiler, Prof. Jürgen Peters von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), Prof. Dirk Dujesiefken vom Institut für Baumpflege in Hamburg, Dr. Ulrich Pietzarka und natürlich Prof. Andreas Roloff vom Institut für Fortbotanik in Tharandt. Bereits nach den ersten Vorträgen war allen Anwesenden klar, wie hoch die Ansprüche an urbanes Grün inzwischen sind und somit auch die Herausforderungen an die Fachkräfte, die für die Versorgung des Stadtgrüns verantwortlich sind, zugenommen haben.

An den Hochschulen wie in den Ämtern sei zudem der Generationswechsel in vollem Gange, erzählte Prof. Norbert Weber, Sprecher der Fachrichtung Forstwissenschaften Tharandt, in seinem Grußwort zu Veranstaltungsbeginn. Ein Lichtblick sei allerdings, dass die Beliebtheit der grünen Berufe und Studiengänge unglaublich zugenommen habe. Noch gebe es eine "Überlast bei der Lehre", darauf müsse man sich besser einstellen und die Kapazitäten an Fach- und Hochschulen ausbauen, so Weber. Aber letztlich könne der Bedarf an den dringend gebrauchten Fachkräften so zukünftig besser gedeckt werden, sagte Prof. Duthweiler, die den Sturm auf die Studienplätze auch für die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf bestätigte.

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Am 14. Und 15. März fanden in Tharandt die 17. Dresdner StadtBaumtage statt. Foto: Ines Lauzat, Pro Baum

Neue Baumarten im Klimawandel

Einen spannenden Einblick in die Entwicklung der Baumarten im Straßenbaumbestand von Dresden gab Steffen Löbel. Der Sachgebietsleiter für Straßenbäume im Dresdner Amt für Stadtgrün berichtete, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt 141 Baumarten im Straßenbaumkataster erfasst sind. 1910 waren es gerade einmal 59 Baumarten. Einen großen Anteil an der Zunahme der Baumarten hat die Teilnahme der Stadt Dresden am Straßenbaumtest der Gartenamtsleiterkonferenz (GALK) bewirkt. "Zukünftig werden wir uns mit der Baumartenauswahl noch mehr auf die zu erwartenden klimatischen Bedingungen einstellen. Die richtige Pflege der Bäume und der Austausch über Probleme mit den Kollegen deutschlandweit, können helfen, Schäden zuvorzukommen", so Löbel.

Strauchförmige Gehölze seien gerade in der Stadt wesentliche Elemente in Grünanlagen, erklärte Ulrich Pietzarka. Mit dem Projekt "KlimaArtenMatrix" (KLAM-Sträucher) stehe nun eine Verwendungshilfe für Sträucher in der Stadt zur Verfügung, denn die kleinen Gehölze könnten immer dort zum Einsatz kommen, wo für große Bäume kein Platz sei, so Pietzarka. Die Sträucher überzeugen durch Vielfältigkeit und weisen eine hohe Stresstoleranz auf. Es wurden knapp 300 Gehölzarten für eine Verwendung im Stadtbereich bei prognostiziertem Klimawandel bewertet.

Prof. Jürgen Peters berichtete von den Bemühungen um die Alleen in Deutschland. Bereits seit vielen Jahren setzt er sich für eine Bestandserfassung sowie den Erhalt und die Möglichkeiten von Neupflanzungen ein. Es folgte ein Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) von 2019 bis 2022. Mit dem Projekt solle auch das Bewusstsein für den Schutz und die Erneuerung von Alleen in Deutschland gestärkt werden, erklärte Peters. Der Leitfaden "Alleen und Baumreihen an Straßen und Wegen – Eine Anleitung zur Kartierung, zur Pflanzung und zum Schutz" kann auf der HNEE-Projektseite heruntergeladen werden.

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