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Späth'sche Baumschulen feiern ihr 300. Jubiläum

Die Späth'schen Baumschulen in Berlin-Treptow feiern im September ihren 300. Geburtstag mit einer historischen Ausstellung und der Pflanzung einer Späth-Erle (Alnus spaethii). Seit 300 Jahren steht der Name Späth für Qualität von Pflanzen, Bäumen und Gewächsen.

1720 wurde das Berliner Traditionsunternehmen von Christoph Späth vor dem Halleschen Tor gegründet. Sein Sohn, Carl Späth, verlegte die Gärtnerei für eine Vergrößerung der Flächen ab 1760 an die damals noch völlig unbebaute Köpenicker Straße. 1864 erfolgte der erneute Umzug auf die Britzer Wiesen, die weitläufigen Flächen am heutigen Standort.

Es war Franz Späth, Firmeninhaber in fünfter Generation, der den Betrieb zur größten Sortiments-Baumschu-le der Welt machte. Bis nach China und Japan reichte der Ruhm der Späth'schen Pflanzenzüchtungen. Ab 1895 gab es eine eigene Abteilung für Gartengestaltung. Ein prächtiges Herrenhaus wurde 1874 erbaut und ein 1879 ein Arboretum als Schau- und Sichtungsgarten. Reichskanzler Otto von Bismarck pflanzte dort einen Baum. Heute wird das Arboretum von der Berliner Humboldt-Universität genutzt.

Die Dramatik des letzten Jahrhunderts traf auch die Baumschulen. Dr. Hellmut Späth, Firmeninhaber in sechster Generation, wurde im Februar 1945 von den Nazis im KZ Sachsenhausen erschossen. 1947 enteignete die Sowjetische Militäradministration die Späth'schen Baumschulen. Die DDR gliederte die Berliner Zentrale der VEG Saatzucht Dresden an, der Ableger in Ketzin wurde als VEG Baumschule Ernst Thälmann weitergeführt. Trotzdem blieben beide für den Osten Deutschlands das Zentrum des Baumschulwesens. Nach der Wende musste jahrelang ein Kampf gegen die Zerschlagung geführt werden.

Inzwischen künden die blühende Späth'sche Pflanzenwelt und Neuansiedlungen auf dem historischen Gelände von moderner Entwicklung. Im Lauf der Jahrhunderte prägten die Späth'schen Baumschulen die Entwicklung ihrer Umgebung. Sie gaben mehreren Straßen ihren Namen. Ein Berliner Ortsteil, zwei Siedlungen und eine S-Bahn-Station wurden nach ihnen benannt: "Baumschulenweg", "Späthsfelde" und "Späthsches Viertel".

cm/Späth'sche Baumschulen

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