Potsdam: Marmorpalais im Neuen Garten

Außenanlagen nach jahrelanger Restaurierung wiederhergestellt

Die unmittelbare Umgebung des Marmor Palais ist nun wieder in ihrer ursprünglichen Schönheit mit Bäumen, Rasenspiegeln, Blumenbeeten, Kübelpflanzen, Fontänen zu erleben. Foto: Ines Lauzat, Neue Landschaft

Zum Finale gab es Gold. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) hat mit der Montage kostbarer, vergoldeter Treppengeländer die Restaurierung der Außenanlagen des Potsdamer Marmorpalais abgeschlossen. Großzügig unterstützt wurden die Restaurierung durch die Cornelsen Kulturstiftung.

Vorsicht Steinbeißer und Fledermäuse

Die unmittelbare Umgebung des Palais ist nun wieder in ihrer ursprünglichen Schönheit mit Bäumen, Rasenspiegeln, Blumenbeeten, Kübelpflanzen, Fontänen und architektonischen Elementen zu erleben. Möglich wurden die im Juni 2015 begonnen Baumaßnahmen durch das Sonderinvestitionsprogramm 1 für die preußischen Schlösser und Gärten, das der Bund sowie die Länder Brandenburg und Berlin für die Jahre 2008 bis 2017 zur Rettung bedeutender Denkmäler der Berliner und Potsdamer Schlösserlandschaft aufgelegt hatten.

Die Gesamtkosten für die Sanierung der Außenanlagen am Marmorpalais beliefen sich auf 1,9 Mio. Euro. Die Wiederherstellung umfasste die Instandsetzung der großen Freitreppen auf der Nordseite und der Ufermauer mit Ufertreppen, die direkt hinunter ans Wasser des Heiligen Sees führen sowie die Uferpodeste, die in königlichen Zeiten als Bootsanleger dienten. Ebenso wurden die Außentreppen am Hauptbau und Südflügel des Marmorpalais, der Marmorfußboden des Altans und sämtliche Holzfenster des Kellergeschosses saniert.

Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh, Mitglied des Beirats der Cornelsen Kulturstiftung und Generalintendant des Humboldt Forums im Berliner Schloss, war einer der Haupt-Initiatoren des Sonderinvestitionsprogramms. "Großer Dank geht an die Cornelsen Kulturstiftung, ohne ihre mehr als großzügige Unterstützung wäre die Umsetzung auf diesem großartigen Niveau schwierig geworden", sagte Dorgerloh.

Während der Bauarbeiten gab es einige Überraschungen für die vielen beteiligten Handwerksbetriebe. So galt es beispielsweise eine Steinbeißerfamilie während der statischen Sicherung der Ufermauer zu schützen. "Das war doch eine Herausforderung der besonderen Art", so Dorgerloh. Die hochgeschützte Fischfamilie hat inzwischen den Wohnsitz wieder.

Der Naturschutz war ein ständiger Begleiter der Bauarbeiten, erzählte auch Sven Kerschek, SPSG-Fachbereichsleiter Abteilung Gärten im Neuen Garten. Neben der Steinbeißerfamilie mussten auch die Bedürfnisse der dort lebenden Fledermäuse gesichert werden, erkläfte Kerschek.



Die filigrane Handwerkskunst der Geländer gehörte zur ursprünglichen Gestaltung des Ensembles. Foto: Ines Lauzat, Neue Landschaft

Restaurierung nach historischem Vorbild

Die Natursteinmauer aus sächsischen Sandsteinblöcken mit ihrer Balustrade aus schlesischem Marmor wurde aufwendig restauriert. Die Witterung hatte der Ufermauer und der Balustrade stark zugesetzt. Hinzu kamen Salzschäden und Krustenbildung aufgrund der ständigen Durchfeuchtung. Zur Sicherung der Standsicherheit wurde das Fundament abschnittsweise unterfangen.

Fehlstellen im Naturstein wurden mit Vierungen oder Antragungen wieder ergänzt. Die Verfugung der Sandsteinblöcke ist insgesamt erneuert worden, das figürliche Relief auf der Südseite wurde konserviert. Die Marmor-Baluster wurden sorgsam gereinigt und anschließend geschlämmt. Verlorene Baluster der Treppengeländer und der Balustrade sind durch neue Elemente ersetzt worden, die nach originalem Vorbild angefertigt wurden.

Die Blockstufen und Podestplatten der nördlichen Frei- und beider Ufertreppen samt Bootsanleger waren nicht mehr betretbar. Der gesamte Bereich bedurfte umfangreicher Reparaturen. Die Stufen wurden vollständig aufgenommen und nach der Herstellung eines neuen tragfähigen Unterbaus wiederverlegt.

Die Uferpodeste, die zum Teil nur noch fragmentarisch erhalten waren, sind komplett wiederhergestellt worden. Dabei wurden die fehlenden Platten und Einfassungen materialgetreu in Sandstein ergänzt. Die südliche Freitreppe war bereits 1997 instandgesetzt worden. Neben der Freitreppe am See wurden auch die Außentreppen am Hauptbau des Schlosses repariert beziehungsweise wiederaufgebaut.

Ruth und Andrea Cornelsen (Mitte, vorn) waren vom Ergebnis der Restaurierung sichtlich begeistert. Foto: Ines Lauzat, Neue Landschaft

Pyramidenpappeln und Robinien nachgepflanzt

Auf der Grundlage historischer Pläne und Fotografien aus der Zeit um 1880 erfolgte die gartendenkmalpflegerische Wiederherstellung der beiden Parterres nördlich und südlich des Hauptbaus. Rasenspiel und Blumenbeete wurden angelegt sowie 2016 im Innenhof und auf dem Südparterre vier Pyramidenpappeln und drei Robinien an ihren ursprünglichen Standorten nachgepflanzt.

An allen im Laufe des 19. Jahrhunderts angefügten Außentreppen des Marmorpalais gab es vergoldete Geländer mit aus Kupfer gefertigten Handläufen. Die Geländer umfassen jeweils die Podeste und die in Rundungen endenden Treppen. Ornamentik und Größe der schmiedeeisernen Gitterfelder waren typisiert, die Verbindungen zwischen den Zierelementen genietet, die Pfosten in der Natursteintreppe sowie im Mauerwerk verankert.

Die Geländer mussten Ende der 1980er-Jahre demontiert und deponiert werden. Im Zuge der durch die Cornelsen Kulturstiftung geförderten Restaurierungen wurden Korrosionsschäden beseitigt und Elemente, die nicht dem originalen Erscheinungsbild entsprachen entfernt. Gelöste Verbindungen wurden nach historischem Vorbild wiederhergestellt.

ILa

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 10/2018 .

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