Jahresgespräch mit dem BGL-Präsidenten

Banzhaf: Ministerin gab GaLaBau ein Versprechen

Voraussichtlich wird der Garten- und Landschaftsbau bei den Kürzungen des Bundeshaushalts 2024 mit einem blauen Auge davonkommen. Über einzelne Etat-Titel wird noch im Bundestag gerungen. Doch Bundesumweltministerin Steffi Lemke hat Thomas Banzhaf, dem Präsidenten des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL), persönlich erklärt, dass sich der GaLaBau diesbezüglich keine Sorgen machen müsse. Darauf weist der BGL-Präsident im Jahresgespräch mit der Neuen Landschaft hin.
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BGL-Präsident Thomas Banzhaf setzt gezielt auf die Programme des Klima- und Transformationsfonds, der bis 2027 mit rund 160 Milliarden Euro ausgestattet ist. Foto: Martin Rottenkolber, BGL

Tatsächlich hatte Bundeskanzler Olaf Scholz Mitte vergangenen Monats vor der Presse angekündigt, der Klima- und Transformationsfonds (KTF) werde das zentrale Instrument des klimafreundlichen Umbaus bleiben. Zwar müsse er 2024 um rund zwölf Milliarden Euro gekürzt werden. Bis 2027 würden sich die Kürzungen auf 45 Milliarden Euro belaufen. Dennoch werde das Gesamtvolumen des Fonds bis dahin etwa 160 Milliarden Euro betragen. "Die Regierung hält an ihren Zielen fest", unterstrich Scholz. Klimaschutz, Sozialpolitik und die Solidarität mit der Ukraine seien "weiterhin priorisiert".

"Klima- und Transformationsfonds von großer Bedeutung"

"Der Klima- und Transformationsfonds ist auch für unsere Branche von großer Bedeutung", sagt BGL-Präsident Banzhaf. Dabei geht es aus Sicht des GaLaBaus vor allem um die Programme "Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz", "Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel" und die "Förderung der Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen". Noch könne man aber "nicht mit absoluter Gewissheit sagen, wie sich die politische Einigung zum Bundeshaushalt auf diese Programme auswirkt".

Der BGL werde Bundesumweltministerin Lemke an ihrer Aussage messen und "wenn es sein muss, daran erinnern", erklärt Banzhaf: "Klar ist, dass die grüne und blaue Infrastruktur in Deutschland flächendeckend und massiv ausgebaut werden muss." Ohne Bundesmittel würden die Kommunen den Umbau von versiegelten, heißen Städten hin zu klimagerechten Schwammstädten nicht schaffen. Dazu hätten sie zu viele andere Aufgaben.

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Der BGL-Präsident im Gespräch mit Bundesumweltministerin Steffi Lemke auf dem Grünen-Parteitag im November 2023. Foto: Thomas A. Krämer, BGL

Städtebauförderung von Kürzungen wohl unangetastet

Gutes kann der BGL-Präsident auch von der Städtebauförderung des Bundes berichten. Sie werde "von den Haushaltskürzungen wohl unangetastet bleiben". In diesem Programm sei Grün Fördervoraussetzung geworden, was er ausdrücklich begrüße. "Wir sind als Bundesverband dazu regelmäßig im Austausch mit Bundesbauministerin Klara Geywitz." Gemeinsam mit bdla-Präsident Prof. Stephan Lenzen ziehe er zudem an einem Strang, um die "Grünförderung als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz" zu verankern, sagt Banzhaf.

Der BGL-Präsident erinnert die Politik an die Bundesverfassungsgerichts-Entscheidung von 2021, das die Politik dazu verpflichtet, deutlich mehr in Sachen Klimaschutz und Klimaanpassung zu unternehmen. "Dieses Urteil gilt es genauso umzusetzen, wie das aktuelle Urteil zum Haushalt", erläutert Banzhaf. "Da bin ich in meinen Gesprächen mit Mitgliedern der Bundesregierung und mit den Abgeordneten des Deutschen Bundestages auch ganz deutlich und werde nicht lockerlassen!"

Grün kann im Gesundheitsschutz Milliarden einsparen

"Wie kostspielig die Folgen vernachlässigter Klimapolitik sein können, zeigen uns nicht nur die Milliarden, die für die Sanierung von Hochwasserschäden benötigt werden", warnt der BGL-Präsident. Gerade auch der Gesundheitsschutz durch den Faktor Grün könne zukünftig helfen, Milliardenausgaben im Gesundheitswesen einzusparen. "Herz-und Kreislauferkrankungen, teilweise mit Todesfolge durch Tropennächte und Hitzeextremen im urbanen Raum kann man mit massiven Investitionen in die grüne Infrastruktur abmildern, vielleicht sogar vielfach ganz vermeiden", so Banzhaf. Schon in den 1980er Jahre habe der GaLaBau den Slogan "Umwelt für morgen – bauen mit Grün" geprägt. Dazu stehe er auch heute.

Banzhaf weist zugleich darauf hin, dass der Markt für private Gärten mit rund 60 Prozent nach wie vor von elementarer Bedeutung für die BGL-Mitgliedsbetriebe ist. "Erfreulicherweise ist die Lage bei unseren Betrieben hier noch stabil, wie unsere letzte Herbstumfrage gezeigt hat", so der Präsident. Trotz eines eher zurückhaltenden Konsumklimas und gestiegener Zinsen, die sich natürlich auch in der Bauwirtschaft auswirken, seien die Verbandsmitglieder zuversichtlich.

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"Die Zielgruppe sind nicht nur junge Männer und das sollen auch die Bilder unserer Kampagnen darstellen", betont Banzhaf. Foto: AuGaLa

Akquise von Fachkräften bleibt unverzichtbar

Um die Arbeit in der Branche auch künftig bewältigen zu können, bleibe die Akquise von Fachkräften unverzichtbar. "Für meine Präsidentschaft ist es ein ganz wichtiges Anliegen, junge Leute, aber auch Quereinsteiger, für unsere Branche zu begeistern", sagte er im Gespräch mit der Neuen Landschaft. Deshalb setze der BGL an vielen Stellen an, um die Branche mit Blick auf geeignetes Personal gut zu positionieren.

"So werden wir zum Beispiel im Frühjahr die Arbeitsvermittler der Agenturen anschreiben, um ihnen unseren Berufsstand und die Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten darzustellen", sagte er. Vielen Berufsberatern sei die Vielseitigkeit und das Tätigkeitsfeld des Garten- und Landschaftsbaus nicht gut genug bekannt. Wenn sich Menschen mit dem Wunsch nach einer Beschäftigung im Natur-, und Umweltbereich an die Berufsberatung wenden, sollten sie nicht zwangsläufig in ein Biologiestudium gelotst werden.

Pilotprojekt mit der BA und neue Kampagne

"Der GaLaBau hat gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit ein Pilotprojekt angestoßen, in dem es um die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland geht", sagt der BGL-Präsident. Das sei sicher nicht das Allheilmittel. In Verbindung mit der Aktivierung inländischer Arbeitskräfte, die durch Informationskampagnen erreicht werden sollen, sei es aber ein richtiger und wichtiger Ansatz.

Wichtig werde es auch sein, dass die Motive der Landschaftsgärtner-Kampagnen vielseitiger würden: "Die Zielgruppe sind nicht nur junge Männer und das sollen auch die Bilder unserer Kampagnen darstellen", betont Banzhaf. Gezielte Information von Beratungslehrerinnen und -lehrern in allen Schulformen gehörten ebenso dazu, wie die Maßnahmen bei Arbeitsagenturen und Berufsberatungen.

Mit dem Sozialpartner des GaLaBaus, der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, seien Tarifverträge vereinbart worden, die verlässliche und attraktive Rahmenbedingungen setzten. "Ich kenne viele Betriebe, die darüber hinaus gute Angebote machen, damit sich alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit ihrem Betrieb positiv identifizieren können", sagt der BGL-Präsident. Dazu gehöre auch das "Employer Branding", zu dem die Landesverbände ein breit gefächertes Angebot bereithielten. cm

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