Nachhaltiges Regenwassermanagement für Berlins Gendarmenmarkt

Berlin Nachhaltigkeit und Innovation
Ein Stück Schwammstadt für Berlin: Innerhalb der kommenden zwei Jahre erhält der historische Gendarmenmarkt im Bezirk Mitte ein nachhaltiges Regenwassermanagement. Grafik: Grün Berlin/bloomimages

Einer der populärsten Plätze der Bundeshauptstadt wird ein nachhaltiges Regenwassermanagement erhalten und so zu einem Stück Schwammstadt werden: Das landeseigene Unternehmen Grün Berlin hat im Oktober mit der klimagerechten Sanierung des Gendarmenmarkts im Bezirk Mitte begonnen. Im Zuge der Arbeiten soll der geschichtsträchtige Ort eine umfangreiche unterirdische Infrastruktur erhalten und künftig barrierefrei nutzbar sein. Die Bauzeit soll sich planmäßig auf zwei Jahre belaufen. Grundlage für die Sanierung ist ein vorgelagertes umfassendes Beteiligungsverfahren. Die intensive Nutzung des 14.000 m² großen Platzes hat über die vergangenen Jahrzehnte deutliche Spuren mit maroden Oberflächen hinterlassen. Das mit den Bürgern abgestimmte Konzept zur Weiterentwicklung des Gendarmenmarkts sieht dessen nachhaltige und denkmalgerechte Umgestaltung vor. Rund 6000 t Natursteinpflaster werden abgetragen. Der Platz erhält ein unterirdisches, rund 5 km langes Leitungsnetz für Strom, Wasser und Abwasser. Dieses Netz wird die bisherigen temporär oberirdisch verlaufenden Leitungen auf dem Platz langfristig ablösen.

Künftig wird darüber hinaus ein nachhaltiges Regenwassermanagement Niederschlagswasser auffangen und dem Grundwasser zuführen. Das anfallende Regenwasser wird dafür in unterirdischen technischen Anlagen vorgereinigt und in Rigolen gesammelt. Besonders bei Starkregenereignissen fungieren die Rigolen als wichtige Speicherräume. Sie halten überschüssiges Wasser zurück, entlasten das Kanalnetz und sorgen dafür, dass örtliche Überschwemmungen verhindert werden.

Abschließend wird neuer Naturstein verlegt. Die Mosaikpflaster und Platten orientieren sich dabei an der aktuellen Pflasterrasterung. Das historische Bild der Pflasterfläche bleibt somit erhalten und wird gleichzeitig für die in den letzten Jahrzehnten gestiegenen Nutzungsansprüche modifiziert. Die Kosten für die denkmalgerechte Sanierung belaufen sich auf rund 20 Millionen Euro und werden im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" mit Bundes- und Landesmitteln gefördert. hb/Grün Berlin

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