Pflanzenverwendung: New German Gardening

Kräftige Burschen

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Was bleibt im Garten übrig, wenn kaum gepflegt wird? Gibt es Stauden, die dem Unkraut widerstehen und auch nicht gleich verdursten, wenn es mal nicht regnet? Anders ausgedrückt, welche Stauden kann man pflanzen, wenn von vorneherein zu befürchten ist, dass wenig gepflegt werden wird? Welche vertragen den rauen Alltag in Parks und öffentlichen Grün? Es gibt sie, die kräftigen Burschen, die, einmal etabliert, mit sich selbst zufrieden sind.

Überraschend selten verwendet wird für entsprechende Zwecke die Großblättrige Wucherblume - Tanacetum macrophyllum. Sie stammt aus Südost-Europa und vom Kaukasus, wo sie in Hochstaudenfluren stabile, dichtwachsende und sehr ausdau- ernde Bestände bildet. Im Sichtungsgarten Hermannshof bildet sie an absonnigen bis sonnigen Gehölzrändern seit Jahrzehnten stabile Gemeinschaften mit anderen Unverwüstlichen. Mit dem wohlbe- kannten Goldfelberich - Lysimachia punctata ergibt sich eine nicht nur funktionierende, sondern auch sehr ansehnliche Partnerschaft. Weitere bewährte Partner sind, neben stark wachsenden Geranium-Arten und Frauenmantel - Alchemilla mollis, der große Schein-Alant - Telekia speciosa, sowie der Große Schuppenkopf - Cephalaria gigantea. Lauter robuste Juniblüher-Stauden, deren raue Herzlichkeit besondere Würdigung verdient.

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Tanacetum macrophyllum erweist sich in Weinheim als außerordentlich langlebig und ortstreu. Die horstig wachsende Staude erinnert an große Schafgarben. Ihre cremeweißen, tellerartigen Scheindolden, die auf robusten Stängeln stehen, locken das Insektenvolk. Ihr aromatisches, farnartiges Laub ist so dicht, dass Unkräuter allenfalls eine untergeordnete Rolle spielen. Sogar die Vergemeinschaftung mit dem Dauer-Quälgeist Giersch scheint möglich. Tanacetum macrophyllum wächst so ziemlich an allen Gartenstandorten, am liebsten an Gehölzrändern mit eher frischem Boden. Längere Trockenperioden werden zwar locker überstanden, allerdings vergilbt dann das Laub und das sieht nicht gut aus. Periodische Überschwemmungen sind dagegen kein Problem. Sofort kommen einem da Pflanzstreifen, die bei Starkregen von angrenzenden Pflasterflächen überflutet werden, in den Sinn.

Wir reden von konkurrenzstarken Wildstauden und die besetzen einmal eroberte Orte nicht nur konsequent, sondern trachten stets ihr Areal auszuweiten. Dies gelingt sämtlichen oben genannten Arten vor allem mit Hilfe deutlicher Selbstversamung. Wie geht man damit um? Ganz einfach: Will man das ursprüngliche Pflanzschema bewahren, sollte die Versamung unterbunden und deshalb direkt nach der Blüte bodeneben, jawohl bodeneben, zurückgeschnitten bzw. abgemäht werden. Auf diese Weise treiben die Pflanzen kräftiger nach und bilden frisches gesundes Laub. Eigentlich schade um die verholzenden, durchaus zierenden Fruchtstände? Dann lässt man alles in Ruhe geschehen und beobachtet wie sich die unvermeidlichen Sämlinge in den Folgejahren so machen. Herausnehmen oder wachsen lassen? Das ist gekonnter Umgang mit der Dynamik - so ist das gemeint mit "New German Gardening".

 Till Hofmann
Autor

Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof

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