"Wilder" Stufenplan - Bau einer Treppenanlage

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Treppen Außenanlagen
Ein Privatgarten-Projekt, bei dem alle Gartenbereiche nutzbar gemacht werden. Foto: Petra Reidel

Schritt für Schritt überarbeiteten Bauleiter Nico Grüniger und Landschaftsarchitektin Alicja Singh, beide Mitarbeiter der Abteilung Garten der Spross GaLa-Bau AG in Zürich, das Grundkonzept der Außenanlage eines privaten Einfamilienhauses im Kanton Schaffhausen. Die Mitarbeiter von Spross denken immer im Sinne der Kunden und bringen kreative Ideen mit ein, um den gewünschten Nutzen nicht nur zu erfüllen, sondern zu erhöhen. Als Highlight dieses Gartens entstand so in aktiver Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft eine außergewöhnliche Treppenanlage, die ihresgleichen sucht.

Das Grundkonzept des Gartens stammte aus der Feder des Hausarchitekten, war jedoch nicht zu Ende gedacht. In seiner Planung und auch noch in den ersten Handskizzen zum Garten gab es eine schwer zugängliche, erhöhte und mit einer Mauer eingefasste Rasenfläche an der Einfahrt. Dieser ganze Bereich wäre jedoch für die Besitzer nicht nutzbar gewesen. "Zusammen mit der Bauherrschaft suchten wir nach Lösungen, für dieses als Böschung geplante Gelände", erläutert Grüniger. Das Resultat war eine Treppe von der oberen Terrasse ausgehend. Über diese gelangen die Besitzer nun Stufe für Stufe über die Rasenfläche in den unteren Gartenbereich und somit auch zum Hauseingang und zu den Garagen.

Die Verläufe der bereits gebauten Betonmauern mussten mit dem neuen Gartenkonzept ergänzt werden, denn zur Planung gehörte auch eine Erweiterung des oberen Terrassenbereichs. Somit wurde auch hier Hand angelegt, beziehungsweise Beton geschalt.

Bautechnisch ist die Firma Spross sehr breit aufgestellt und musste deshalb die Betonarbeiten nicht an ein Subunternehmen vergeben, sondern konnten sie selbst ausführen. Das ersparte Wartezeiten und vor allem eine zeitaufwendige Schnittstelle in der Kommunikation. Auch das Hochbeet im rückwärtigen Bereich der Terrasse war eine Idee aus dem Hause Spross und wurde entsprechend ergänzt. Die hintere Grundstücksgrenze ist mit einer hohen Betonmauer zum Nachbargrundstück abgestützt. Die Hanglage ließ leider keine geringer dimensionierte Bauweise zu, weshalb die Landschaftsarchitektin ein grünes Band vor die massiven Betonscheiben plante. Die Lichtschächte in diesem Bereich sind verspiegelt und die edlen Einfassungen aus Chromstahl fertigte die hauseigene Betriebswerkstatt von Spross nach Maß.

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Nach der Umplanung des Gartenkonzeptes mussten die Betonmauern erweitert werden. Diese Arbeiten führte die Firma Spross selbst aus. Foto: Spross GaLa-Bau AG
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Die Mauern sind aus einem Systemmauerwerk gebaut. Dabei wurden die Kalksteine trocken aufgesetzt und verklebt. Foto: Spross GaLa-Bau AG
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Die dreilagigen Stufen im Bau mit einer kaum sichtbaren Unterkonstruktion. Foto: Spross GaLa-Bau AG

Stufe für Stufe

Gemeinsam mit dem Natursteinlieferanten machte sich Grüniger an die Ausarbeitung einer Stufenanlage, denn der kroatische Kanfanar sollte als Steinart von der Terrasse bis zur Einfahrt beibehalten werden. Der Bauherr schätzte die edle Oberfläche des Kanfanars, stellte sich aber zudem etwas Wildes mit gebrochenen Kanten vor. "So sind wir mit der Firma Atlas Natursteine GmbH auf verschiedene Ideen gekommen und entschieden uns für einen Musteraufbau mit drei unterschiedlichen Bauarten für die Stufen, um den Gartenbesitzern die jeweilige Optik vor Augen zu führen. Wir bauten eine Stufe aus drei dünnen Platten und einem Aufbau, der kaum sichtbar ist, eine Stufe nur aus einer bruchrauen Platte mit weitaus mehr Blick auf die Stellstufe sowie eine Variante aus den quadratischen glatten Terrassenplatten.

Das Ehepaar hatte dann ein Wochenende Zeit, um sich zu entscheiden", beschreibt Grüniger den Prozess des Treppenbaus. "Aus meiner Sicht habe sie sich definitiv für die schönsten Stufen entschieden, nämlich die Variante aus den drei dünnen bruchrauen Platten. Sie wollten aber zudem mein Urteil als Fachmann. Dieser Entscheidung konnte ich natürlich nur beipflichten", freut sich der engagierte Bauleiter. Auf dem Plateau in der Mitte der Stufenanlage liegen bruchraue Schrittplatten, bepflanzt mit satt grünem Sternmoos (Sagina subulata) in den überbreiten Fugen.

Bei der Verarbeitung der "Platten-Trilogie" kam Natursteinkleber mit ins Spiel, um eine zuverlässige Dauerhaftigkeit zu erreichen. "Wir hätten die Treppe gerne von Anfang an bis nach unten fortgesetzt, doch diese Notwendigkeit sah die Bauherrschaft nicht, denn sie konnten ja nun diesen Gartenteil bequem erreichen. Eventuell gibt es noch einen Folgeauftrag, denn die Metalltreppe ist eine momentane Übergangslösung, für die sich der Bauherr kurzfristig entschieden hat", kommentiert Grüniger das Auslaufen der Stufenanlage mitten im Rasen.

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Hinter diesen dreilagigen Natursteinstufen ... Foto: Petra Reidel
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... steckt die kreative Zusammenarbeit der Firma Spross ... Foto: Petra Reidel
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... mit ihrem Natursteinlieferanten. Foto: Petra Reidel

Pflanzplanung

Im Bereich der Farbgestaltung gingen die Ideen der Bauherrschaft in unterschiedliche Richtungen. Die Dame des Hauses wollte lediglich die Farben Weiß und Grün in der Pflanzung sehen. Der Bauherr hätte es gerne etwas bunter gehabt. "Wir entschieden uns dann für einen großen roten Ahorn (Acer palmatum 'Fireglow') sowie rosa-weiß blühende Magnolien Solitär (Magnolia stellata 'Royal Star') und erstellten hiermit ein Pflanzkonzept, das dem Ehepaar sehr gut gefiel und zugleich beide Wünsche unter einen Hut brachte", beschreibt der Bauleiter. Einige Pflanzen stammen aus der Baumschule der Firma Spross, die anderen wählten die Auftraggeber beim Besuch einer Schweizer Baumschule zusammen mit Nico Grüniger direkt aus.

Vor der hohen Stützmauer im hinteren Bereich des Gartens wachsen hohe Eiben (Taxus baccata 'Fastigiata Robusta'), Stechpalmen (Ilex crenata 'Convexa' und Ilex aquifolium), duftender Kaukasischer Kirschlorbeer (Osmanthus burkwoodii), die weiße Hainsimse (Luzula nivea), verschiedene Funkien-Sorten, Hortensien-Arten (Hydrangea macrophylla und paniculata), Anemonen (Anemone hybr. 'Honorine Jobert') sowie blaue und weiße Traubensorten und Clematis, welche das Grau des Betons auflockern. Durch die Pflanzenvielfalt bekommt dieser schmale Streifen, in welchem sich die großformatigen Terrassenplatten als Weg fortsetzen, eine hohe Attraktivität.

Aus einem Findling entstand zudem mittels einer Kernbohrung ein extravagantes Pflanzgefäß für eine kleine Kiefer (Pinus pumila 'Glauca'). Das war der ausdrückliche Wunsch der Bauherrin. Die laufende Pflege des Gartens übernimmt der Bauherr selbst, weil er Gefallen an der Gartenarbeit findet. Bei größeren Maßnahmen unterstützt die Pflegekolonne von Spross auf Abruf und betreut den Garten auch während der Urlaubszeit.

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Der rotlaubige Ahorn bringt etwas Farbe ins Spiel der Pflanzenwelt. Die Bauherrin wünschte sich nur Grün- und Weißtöne, der Bauherr wollte die Gestaltung etwas farbenfroher und der Ahorn ist somit ein Kompromiss. Foto: Spross GaLa-Bau AG

Weitere Herausforderungen

Die Garagenzufahrt ist mit einem Riemenpflaster aus Kirmenjak, einem Kalkstein in unterschiedlicher Breite und Länge gestaltet. Die Oberfläche des Pflasters ist gestockt und gebürstet, die Kanten und Rückseiten sind gesägt. "Hier war es uns extrem wichtig, dass das Fugenmaterial seine Farbe nicht verändert, sehr beständig in der Nutzung bleibt und zusätzlich versickerungsfähig ist, da das Gelände ein nicht zu unterschätzendes Gefälle zu den Garagen besitzt," erläutert Grüniger. Deshalb wurden direkt vor Ort frühzeitig Musterflächen mit verschiedenen Arten von Fugenmörtel angelegt, um das optimale Material für diesen Stein, seine Verlegeart sowie die besonderen Anforderungen bezüglich der Sickerfähigkeit zu finden. "Wir beobachteten das einige Wochen lang und schlussendlich fiel die Wahl auf einen Naturstein-Fugenmörtel in der Farbe bahamabeige. "Der Mörtel härtet bei Trockenheit aus, doch sobald das Material feucht wird, ist seine Wasserdurchlässigkeit wieder komplett hergestellt", begeistert sich Grüniger.

Treppen Außenanlagen
Das für die Einfahrt ausgewählte Riemenpflaster aus Kalkstein harmoniert perfekt mit dem Rebmauerwerk der Natursteinmauern sowie mit dem Vorsatzmauerwerk der Hausarchitektur.
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Das für die Einfahrt ausgewählte Riemenpflaster aus Kalkstein harmoniert perfekt mit dem Rebmauerwerk der Natursteinmauern sowie mit dem Vorsatzmauerwerk der Hausarchitektur.

Die vielen Quadratmeter Natursteinmauer sind aus einem Systemmauerwerk inklusive passender Beleuchtung gebaut. Die Kalksteine sind trocken aufgesetzt und verklebt. Dieses sogenannte Rebmauerwerk zieht sich fast um das gesamte Grundstück und harmoniert perfekt mit der Architektur des Hauses. Dessen unteres Stockwerk ist mit einem Vorsatzmauerwerk gestaltet, das sich nicht nur an der Stützmauer für die Terrasse, sondern auch im überdachten innenliegenden Sitzbereich schlüssig fortsetzt. Dezent zurückhaltend, der Holzküche sowie dem Mauerwerk den Vortritt lassend, fügen sich die quadratischen großformatigen Terrassenplatten aus Kanfanar ein. "Diese müssen wir auf Wunsch der Bauherrschaft noch imprägnieren, damit es auf Dauer zu keinen unerwünschten Verfärbungen im hellen Belag kommt", erörtert Grüniger, der nach wie vor in engem Kontakt zur Bauherrschaft steht und gespannt ist, ob er irgendwann diese unglaublich schöne Stufenanlage vollenden darf.

 Peter Berg
Autor

GartenLandschaft Berg & Co. GmbH

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