EU-Kampagne für nachhaltige Städte in Berlin

BdB fordert mehr und zugleich klimaresiliente Bäume für die Städte

Um "Grüne Städte für ein nachhaltiges Europa" ging es passend zur EU-Kampagne bei einem Kongress des Bundes deutscher Baumschulen (BdB) im Oktober.

Die Referenten diskutierten im Spreespeicher Berlin vor etwa 200 Gästen über die Themen Klimaresilienz, Umweltgerechtigkeit und nachhaltige Stadtplanung. Der Kongress wurde von der Europäischen Union und dem Bund deutscher Baumschulen (BdB) gefördert.

Viele Bäume werden falsch gepflanzt

80 Prozent aller Bäume würden zu tief gepflanzt, begann Klaus Körber vom der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim seine Eröffnungskeynote. Daher forderte er eine Markierung, wie zum Beispiel einen Punkt am Stamm, um fachgerechte Neupflanzungen zu gewährleisten. Viele Stadtbäume stünden in zu kleinen Pflanzlöchern, darunter leide die Wasserversorgung. Bewässerungssäcke seien effektive Hilfen, um das Anwachsen neu gepflanzter Bäume zu ermöglichen. Mithilfe von Wassersammelbecken könnte aufgefangenes Regenwasser zu den Gehölzen geleitet werden, appellierte Körber.

Die Studie "Spezifische Hitze- und Trockenheitstoleranzen von Bäumen" des 2017 verstorbenen Baumexperten Peter Uehre zeige, dass heimische Baumarten anfällig seien für eine hohe Temperatur im Kambium, durch die die Rinde auf- und abplatzen kann, erläuterte Körber. Bereits bei 48 Grad Celsius im Stamminneren würden Schäden auftreten, heißt es in Uehres Untersuchungen. Ab einer Wärmebelastung von 50 Grad Celsius entstehe eine lebensgefährliche Xylemverbräunung. Daher seien mediterrane Gehölze im urbanen Raum nicht zu umgehen, kommentierte Körber. Gehölze wie Morus alba (Maulbeerbaum), Acer rubrum (Rotahorn) oder Quercus texana 'New Madrid' (Nuttall-Eiche) eignen sich für die zu erwartenden Klimaverhältnisse, so Körber.

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Fünf Prozent der Bausumme fürs Stadtgrün

In jedem Bauprojekt sollen künftig verpflichtend fünf Prozent der Bausumme für Stadtgrün bereitgestellt werden, forderte Helmut Selders, Präsident des BdB. Die Städte brauchten mehr lebendiges Grün, deshalb wolle der BdB bei entsprechender Förderung weitere Veranstaltungen dieser Art planen. Das Ziel sei es, Grünflächenämter und Landschaftsplaner für neue Wege zu sensibilisieren, um die Klimaresilienz im urbanen Raum zu verbessern, sagte Selders.

Die Qualitätsstandards der deutschen Baumschulen seien auch international sehr gefragt, deutete der BdB-Präsident an. Etwa ein Fünftel des deutschen Baumexports würde aus Baumschulen stammen. Es herrsche ein Fachkräftemangel in den Stadtverwaltungen, der durch die Auflösung der Gartenämter hervorgerufen wurde, kritisierte Markus Guhl, Hauptgeschäftsführer des BdB. Es müsse dringend wieder mehr Kompetenz in die Kommunen. Der Kongress solle daher die praxisbezogenen Inhalte auf die kommunale Ebene weitertragen.

Erstmals Nachhaltigkeitspreis verliehen

Die Umweltleistungen deutscher Baumschulbetriebe soll künftig der "Nachhaltigkeitspreis der deutschen Baumschulwirtschaft" herausstellen. Er wurde im Rahmen der Veranstaltung erstmals an die Baumschule Hinrichs in Edewecht verliehen. Weitere Nominierte waren die Baumschule Lorberg in Tremmen und die Baumschule Kruse in Melle. Die Auszeichnung überreichte Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium.

Danilo Ballhorn

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