Ein Vergleich

Fassadenbegrünungen in Berlin

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Abb. 1a: Der Wilde Wein, Freiherr-vom-Stein-Straße 11, 1985. Foto: Manfred Köhler

Abb. 1b: Der Wilde Wein, Freiherr-vom-Stein-Straße 11, 2018. Foto: Manfred Köhler

Eine Bestandskartei mit etwa 550 Angaben zu Fassadenbegrünungen aus dem Zeitraum 1982 bis 1985 wurde 2018 mit gleicher Methodik erneut erfasst. Ziel war es, Veränderungen des Kletterpflanzenbestandes in Berlin zu beschreiben. Zusätzlich wurde in einem Gebiet der geschlossenen Bebauung in Berlin-Moabit eine vorliegende Feinkartierung überprüft.

Das Ergebnis: Das Fassadenbegrünungspotential der Stadt ist aktuell mit etwa einem Prozent bei weitem noch nicht ausgeschöpft. 2018 gibt es von den 550 Fassadenbegrünungen 304 nicht mehr. Die anfänglichen 5,8 ha begrünte Fassadenflächen ging um 48 Prozent auf 2,8 ha zurück. Einige der verbliebenen Begrünungen haben sich über die Jahre üppig entwickelt. Die Gründe für den Rückgang sind vielfältig, etwa: Technische Wärmedämmung der Fassaden, Blocklückenschließung, allgemeine Sanierung, immer noch geringe Kenntnisse über die Qualität von Fassadenbegrünungen.

"Ist Ihr Hof schon grün?" - sowie die Aufforderung "Mut zu Grünen Wänden" waren Slogans der Begrünungskampagnen der Berliner Senatsverwaltung zum Ende der 1970er-Jahre [¹]. Sie dienten dem Ziel, die noch recht sanierungsbedürftigen Innenstadtquartiere durch Anleitung zur Eigeninitiative kostengünstig mit mehr Grün aufzuwerten.

Die aktive Beteiligung der Bürger und die Erhöhung der Identifikation mit dem eigenen Wohnumfeld waren Ziele dieser Kampagnen. Im Gesamtzeitraum des anschließenden Förderprogramms des Senats konnten zwischen 1983 bis 1996 insgesamt 245 000 m² in Berlin (West), beziehungsweise 1989 bis 1996 auch auf den Ostteil der Stadt bezogen, weitere 80 000 m² Fassadengrün auf privaten Hofflächen gefördert werden. Diese Angaben bezogen sich auf die beantragten Wandflächen. Das klingt viel, es gab aber keine Erfolgskontrolle, wie viel Fläche durch Kletterpflanzen nach Ablauf des Förderzeitraums begrünt worden war. [²].

Großflächige Brandwandbegrünungen, mit Wildem Wein oder in selteneren Fällen mit Efeu, waren im Nachkriegs-Berlin häufig zu finden. Man kann das als "informelles Grün" bezeichnen. Einige dieser Begrünungen hatten die Zerstörungen zweier Weltkriege überstanden. In der Nachkriegsphase, als der Fokus der Stadtbevölkerung auf grundlegende Fragen des ausreichenden Wohnraums gerichtet war, entwickelten sich an Brandwänden und Grundstücksgrenzen in der Regel ohne Zutun der Bewohner beachtenswerte Wandbegrünungen. Sie bedeckten Brandwände häufig grundstücksübergreifend und bescherten den vielfach tristen Stadtquartieren einen Anflug an frischem Grün. Ob mit diesen Fassadenbegrünungen auch eine ökologische Verbesserung verbunden war, also Effekte für die Staubbindung, Reduktion der sommerlichen Oberflächentemperaturen sowie als Lebensraum, konnte positiv beantwortet werden [³].

Die Fassadenbegrünung bewegt sich in einer Grauzone des Nachbarschaftsrechts, sie wurde aber überwiegend geduldet. Weitergehende Fragen, ob großflächige Fassadenbegrünungen auch dem Naturschutzrecht dienen und damit dem Bestandsschutz als flächenhafte Naturdenkmale unterliegen, wurden diskutiert. Aber im Ergebnis wurden die Begrünungen eher als weniger förderlich angesehen und oft wurde seitens der Grundstückeigentümer die Entfernung veranlasst.

Die großflächigen Direktbegrünungen dominieren im Gebiet der geschlossenen gründerzeitlichen Innenstadtbebauung sowie bei den Zeilenbebauungen ab den 1930er-Jahren. In anderen Bautypen, etwa den Villengebieten der Berliner Außenbezirke, gibt es eine große Dichte an Kletterpflanzen, die eher unter dekorativen Gesichtspunkten an Pergolen oder Wintergärten gepflanzt wurden. Anzutreffen sind dort Wisteria, Vitis-, Clematis-Kultiviere oder in geschützten Lagen auch Campsis [4].

Während die Direktklimmer auf den Brandwänden der geschlossenen Bebauung eher zufällig zu nennenswertem Flächenwuchs führten, der nicht selten bis an die Traufhöhe von 22 m reicht, war beim Bautyp des genossenschaftlichen Zeilenbaus der 1930er -Jahre als Konzept zu verstehen, das die eher schlichten Rauputzfassaden mit Kletterpflanzen optisch aufwerten sollte [5]. Bei diesen Fassadenbegrünungen dominieren verschiedene Varietäten des Wilden Weines. Großflächige, auch heute noch existierende Beispiele dazu sind etwa in Berlin-Friedenau oder Wilmersdorf zu finden (Abb. 1a, 1b).

Generell beschränkte sich die Artenauswahl auf wenige Arten. Selbst der erfolgreich wachsende Efeu ist auf den geeigneten Klinker- oder Putzfassaden eher selten anzutreffen. Bei den spontan wachsenden Kletterpflanzen traten vereinzelt Hopfen oder die Waldrebe (Clematis vitalba) auf. Charakteristisch für die 1970er und Folgejahre war es, dass Architekten gerne Knöterich an Neubauten pflanzten, die allerdings schon nach wenigen Jahren im unteren Bereich kahl wurden.

Der Quantifizierung dieses Effekts wurden 1981 bis 1985 Untersuchungen an Beispielfassaden innerhalb des Stadtgebietes durchgeführt und dokumentiert [³]. Dank der aktiven Unterstützung zahlreicher Kollegen des Instituts für Ökologie Berlin, konnte diese Kartei auffälliger Kletterpflanzen angelegt werden. Dabei wurden etwa 550 Angaben aus dem Innenstadtgebiet (Abb. 5) ausgewertet. Die erneute Bearbeitung mit dem gleichen Kriterien-Schlüssel für das Vergleichsjahr 2018, ermöglicht Rückschlüsse auf die Veränderung des Bestands [6].

Die Kriterien dieser Erfassung waren: Gebäudetyp, Exposition, Art der begrünten Fassade, Pflanzenart, Größe des Bestandes, geschätztes Alter, Zustand der Pflanzen. Es wurde ein Gebiet von zehn Baublöcken mit 200 Höfen in Berlin-Moabit systematisch erfasst. Alle weiteren Angaben erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Die Aufgabenstellung der BA-Arbeit [4] war es, ungeachtet von neuen, vielleicht imposanten Projekten, systematisch diese Übersicht der 550 Innenstadtstandorte erneut aufzusuchen und mit gleicher Methodik zu beschreiben, um die Veränderung über die Jahrzehnte zu erfassen.

Die Verfasser gingen von folgenden Hypothesen aus:

  • Aufgrund des gestiegen Umweltbewusstseins und der erheblich gestiegenen Kenntnis der Funktion von Begrünung, sind die Begrünungen eher üppiger geworden.
  • Bereits 1985 waren zahlreiche Fassadenbegrünungen überaltert und wiesen wenig jährlichen Zuwachs auf. Die fehlende Jahrringstruktur der Kletterpflanzen macht es unmöglich, eine Altersschätzung wie bei Bäumen zu geben. Man ist auf die Kenntnis des Baualters und des geschätzten damit des frühesten Pflanztermins angewiesen.

Die Abbildungen 1a, 1b: Der Wilde Wein, Freiherr-vom-Stein-Straße 11, 1985 und 2018, ist im Bestand seitdem eher üppiger geworden. Die Pyramidenpappel vor dem Gebäude wurde in den Jahren gefällt, was die Lichtverhältnisse für den Wein verbesserte. Als Schätzzahlen: 1985: Der ca. 60 Jahre alte, etwa 400 m² Fassade bedeckende Bestand war in guter Qualität. Im Jahr 2018, Lückenschließung, geschätzt 500 m², weiterhin gesund und üppig entwickeltes Pflanzenpolster durchgängig etwa 0,3 m Stärke.

Es folgen weitere Beispiele mit vergleichbarem Aussehen nach diesem Zeitraum.

Auf den Abbildungen 2a und 2b gut erkennbar: das Stadtbad in Schöneberg 1985 und 2018 mit einer ähnlichen Anmutung.

Die Abbildungen 3a, 3b zeigen die Begrünung des Hinterhauses in Schöneberg, Belziger Straße 66. Sie ist in der Fläche mit etwa 400 m² etwa gleich geblieben, allerdings ist der Bestand deutlich dicker. Der Übergriff auf die angrenzende Brandwand wird gelegentlich zurückgeschnitten. Die Pflanze ist als vital einzustufen.

Die Abbildung 4 zeigt eine Begrünung in der Hessenallee 3, Charlottenburg. Wilder Wein mit etwa 400 m² seit der Erstkartierung im Habitus nahezu gleichgeblieben, wenige Kahlstellen an der Traufkante. Leider ist an zwei Nachbarhäusern sanierungsbedingt eine ähnliche Begrünung komplett entfernt.

Ergebnisse

Die Abbildung 5 vermittelt eine vereinfachte Übersicht zur Verteilung der ausgewerteten 550 Fassadenbegrünungen im Stadtgebiet. Die Beispiele verteilen sich auf:

  • Verluste von etwa 304 begrünten Fassaden, also 55 Prozent oder etwas mehr als die Hälfte existieren heute nicht mehr.
  • Der gesamte Deckungsgrad, siehe in Tabelle 1 hat sich von insgesamt 5.8 ha auf 2.8 ha etwa um die Hälfte reduziert.
  • Die Veränderungen sind bei den Beispielen in Moabit und Schöneberg um 83 beziehungsweise 87 Prozent relativ gering ausgefallen.

Bei einem Verlust von über 50 Prozent der Einzelbeispiele, aber eines Gesamtrückganges von unter 50 Prozent macht klar, dass einzelne Beispiele in diesem Zeitraum moderat zugelegt haben. Bei den meisten begrünten Fassaden handelt es sich um Rauh-(Putzfassaden), fast immer sind es begrünte Wohngebäude.

Beispiele für Verluste der Kletterpflanzen

Abbildungen 7a, 7b: Gustav Meyer Str. Berlin Dahlem, bei den Sanierungsmaßnahmen an dieser Villa wurde Efeu und Wilder Wein vor Jahren komplett entfernt und auch nicht wieder angepflanzt.

Abbildung 8: Kein Einzelfall an den Mehrfamilienhäusern aus den 1930iger-Jahren in der Olympischen Straße in Westend. Sanierung und Anbauten werden als Gründe für die Komplettentfernung von Kletterpflanzen angeben. Der Nachkriegsbau (Abb. 9) aus den 1960iger-Jahren in der Schaperstraße schaut kahl aus. Die über Jahre üppig entwickelte Fassadenbegrünung wurde für die wärmetechnische Sanierung entfernt. Reste der Begrünung sind im Zuge der Sanierung noch nicht komplett entfernt.

Der Kirchenkomplex in der Perleberger Straße des Stadtteils Moabit (Abb. 10a, 10b) war für die Messungen am Wilden Wein der Untersuchungsstandort innerhalb der Innenstadt in den Jahren 1981 bis1983. Mit über 800 m² war er üppig bewachsen - aber überaltert und im unteren Bereich stark verkahlt. Beide Abbildungen des Standortes stammen aus dem Jahr 2018 und zeigen die Wirkung des vor Jahren erfolgten starken Rückschnitts. Der erfolgreich durchgeführte Verjüngungsschnitt trug Früchte. Heute bedeckt der Wilde Wein als Regenration der Haupttriebe wieder etwa 400 m².

An der Schule in der Stephanstraße (Abb. 11) wurden Im Jahr 1982 in den zehn Baublöcken etwa 800 m² mit Pflanzen bedeckt. Die Begrünung, die 1982 nur wenige Quadratmeter an Fläche einnahm, hat sich seitdem zu einem üppigen Bestand von etwa 400 m² entwickelt.

Abb.12a.: Nummerierung der zehn Baublöcke im Berlin-Moabit, im sogenannten Stephankiez. Grafik: Manfred Köhler

Abb. 12b: Fundorte der Kletterpflanzen bei der Feinanalyse 1982/1983, sowie die Markierung der drei großen Begrünungen 2018, aus [3, ergänzt]. Grafik: Manfred Köhler

Abb. 13: Es gibt sie auch noch 2018, die begrünten Brandwände wie hier in der Augsburger Straße. Foto: Manfred Köhler

Abb. 14: Das ausgemusterte Pumpwerk Genthiner Straße zeigt ein gutes Beispiel, dass Sanierung und die Entfernung von Kletterpflanzen nicht zwangsläufig sind. Foto: Manfred Köhler

Abb. 15a: Rathaus Spandau im Herbst 2018, seit Jahrzehnten ein gleichbleibend gutes Beispiel für die langfristige Qualität der Direktbegrünungen ... Foto: Manfred Köhler

Abb. 15b: ... Die Besonderheit liegt dort in der Verwendung unterschiedlicher Arten, die sich dann gegenseitig als Lückenfüller unterstützten. Foto: Manfred Köhler

Abb. 16: Pflanzenschutzamt Berlin. Foto: Manfred Köhler

Abb. 17: Beispiel eines Begrünungsprojektes von 1985, BUGA 1985, Am Irissee. Foto: Manfred Köhler

Die Feinanalyse von zehn Baublöcken mit etwa ca. 200 Hinterhöfen in den Jahren 1982/ 1983 [³] ergab bei der Bestimmung aller Kletterpflanzenarten im Gebiet, 14 Arten (Abb. 12a, 12b). Neben Wildem Wein und Efeu waren einige Clematis Hybriden und Kletterrosen sowie einige kletternden Wildpflanzen wie Hopfen, Waldrebe und kurzlebigen Schlingarten, die an Balkonen gepflanzt waren, zu finden.

Bei der Gesamtdeckung von 1143 m² hatte der begrünten Kirchenkomplex Perleberger Straße mit 982 m² (Abb. 10a, 10b) den Hauptanteil. Dieser Bestand zeigte bei der Kartierung starke Überalterung, radikaler Pflegeschnitt in den Folgejahren bewirkte ein verjüngtes Austreiben, wie auf den Abbildungen von 2018 dokumentiert ist. Diese Fläche bedeckt aktuell wieder etwa 420 m². Zusammen mit dem neuen Vorkommen an der Schule Stephanstraße, mit über 400 m², das es 1982 noch nicht gab, sowie eine weitere großflächige Begrünung in der Rathenower Straße, die 1982 gerade angepflanzt war, jetzt aber auch vollflächig etwa 400 m² bedeckt, ist die Bilanz der Fassadenbegrünung für dieses Gebiet sogar etwas besser als bei der Erstkartierung.

Das eingerahmte Untersuchungsgebiet hat die Größe von 41,3 ha bei einer Blockfläche von 20,1 ha, bei einer Dachfläche von ca. 8,4 ha und einer Fassadenfläche von 18,5 ha. Nimmt man nur den fensterlosen Anteil von etwa 10 ha an: dann bedeutet das, aktuell existiert mit den 1000 m² vorhandener Fassadenbegrünung nur einen sehr geringen Begrünungsanteil, der nach wie vor nur einen Prozent beträgt und viel Luft für weitere Begrünungsprojekte bietet. Der Anteil der Dachbegrünung ist im Stadtgebiet Berlins etwa um das drei- bis achtfache höher, wie es auch in diesem Gebiet nachweisbar ist.

Ausgewählte Kletterpflanzen außerhalb des inneren Stadtgebietes

Die Erfassung 1985 enthält darüber hinaus in weiteren Stadtteilen auffällige Begrünungen, die allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Hier ist etwa der Rathauskomplex Berlin-Spandau zu nennen. Er wies bereits in den 1980er-Jahren einige Überalterungen auf. Der Gesamteindruck ist in etwa so geblieben. Es zeigt, wie dauerhaft verholzenden Fassadenbegrünungen in Berlin sein können und über Jahrzehnte bei geringem jährlichen Pflegeaufwand sehr langfristig erhalten bleiben können.

Ein bemerkenswert begrünter Gebäudekomplex war bereits bei der Erstkartierung das Rathaus Spandau (Abb. 15). Das Geheimnis dieses Bewuchses liegt in der Mischung verschiedener Arten und einem regelmäßigen, fachgerechten Schnitt.

Ausgewählte Beispiele für nach 1985 begrünte Gebäude Berlins

Direktbegrünungen mit Kletterpflanzen bleiben auf Gebäude mit massiven Außenwänden, also Klinker- oder Putzfassaden konzentriert. Zwei etwas neuere Beispiele sind das Pflanzenschutzamt, entworfen vom Architekten Engelbert Kremser. Das Amt wurde im Nachgang der Bundesgartenschau (BUGA) Berlin 1985 auf einem angrenzenden Grundstück in Berlin-Marienfelde errichtet (Abb. 16). Oder die aus der gleichen Zeit stammenden Häuser am BUGA-Berlin-Park. Abbildung 17 zeigt ein Begrünungsbeispiel bei dem ein vorgeständerter Balkonanbau mit Wildem Wein eingerankt ist.

Fassaden, die als vorgehängte, hinterlüftete Fassaden aufgebaut sind, erfordern spezielle Gerüststrukturen für Kletterpflanzen, ähnlich der auf Abbildung 17 [7]. Auch dafür gibt es in Berlin zahlreiche, dauerhafte Beispiele, deren langfristige Qualität neben der Wahl der richtigen Kletterhilfe auch von dem fachgerechten Rückschnitt als wesentlicher Pflegemaßnahme abhängt.

Weiterhin gewinnt die wandgebundene Begrünung "Living Walls" auch in Berlin an Bedeutung. Entsprechende Beispiele sind bisher erst vereinzelt realisiert worden. Diese Begrünungsform erfordert bereits bei der Montage deutlich mehr Aufmerksamkeit. Aber auch bei der laufend überwachten automatisierten Bewässerung und den gärtnerischen Pflegearbeiten sind Sorgfalt und kontinuierlicher Einsatz geboten.

Ergebnisse - Ausblick

Zur Direktbegrünung mit Kletterpflanzen gibt es vielfache Erfahrungen, die aus jahrzehntelangen Beobachtungen bestehen. Sie sind allerdings trotz ihrer geringen Kosten und der großen Wirkung im Stadtgebiet mit etwa einem Prozent des Vorhandenseins an Fassaden deutlich unterrepräsentiert. Die laufenden Unterhaltungskosten bei Direktbegrünungen betragen einen Bruchteil im Vergleich zu den Living-Wall-Systemen. Diese Kartierung zeigt, dass Direktbegrünungen an Fassaden sehr lange wachsen können.

Quellen

[¹] Gottlebe, S. Ludwig, K.; Trilltzsch, F.1985: Mut zu grünen Wänden. SenStadtUm (Hrsg.), 5. Aufl. Berlin. 36.

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz Berlin, (Hrsg.) 1983: Ist Ihr Hof schon grün? Eigenverlag, 8 S.

[²] Köhler, M., M. Schmidt: 1997: Hof-, Fassaden- und Dachbegrünung. Ergebnisse einer zwölfjährigen Begrünungsutopie. Landschaftsentwicklung und Umweltforschung 105: 1-158.

[³] Köhler, M., F. Bartfelder: 1987: Experimentelle Untersuchungen zur Funktion von Fassaden-begrünungen. FU-Berlinforschung. 3. Ausschreibung 612 S. (vgl. Kurzberichte aus der Bauforschung 1988 176: 703-704).

[4] Köhler M. Hrsg. u. Verf. Fassaden- und Dachbegrünung. (mit Beiträgen von G. Barth, T. Brandwein, D. Gast, H. Joger, K. Vowinkel und U. Seitz), Ulmer (Stuttgart) 329 S.

[5] Schmidt-Oguz, C. 1983: Fassadenbegrünung an Wohnbauten gemeinnütziger Wohnungsbaugesellschaften von 1900-1933 am Beispiel Berlin-Wilmersdorf. Dipl.Arb. TU Berlin. 141 S.

[6] Debrand-Passard, P.; 2018: Fassadenbegrünung: Ein Vergleich über die Jahre in Berlin. BA-Arbeit, HS Neubrandenburg. 82 S.

[7] Köhler, M., Ansel, W., Appl, R. Betzler, F., Mann, G., Ottelé M., Wünschmann, S. 2012: Handbuch Bauwerksbegrünung. R. Müller Verlag, Köln, 250 S.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 09/2019 .

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