Forschung und Entwicklung

FLL entwickelt Prüfverfahren zu Mikroplastik aus Kunststoffrasen

Mikroplastik Forschung und Bildung
Eine weiter-entwickelte Prüftechnik macht es möglich, den Faserabrieb von Mikroplastik zu simulieren und zu quantifizieren. Foto: Guttorm Raknes, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Der Frage, wie der Austrag von Mikroplastik aus Kunststoffrasen in die Umwelt verringert werden kann, geht derzeit die Arbeitsgruppe "Prüfverfahren" der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) nach und kann bei der Suche nach einer möglichen Mess- und Prüfmethode erste Erfolge nachweisen.

Teilnehmende in dieser Gruppe sind Vertreter aus Prüf- und Forschungsinstituten, Ingenieurbüros und Hersteller von Kunststoffrasensystemen. Das Ziel dieser Arbeitsgruppe ist es herauszufinden, wie die Menge an möglichem Austrag von Mikroplastik in die Umwelt, die von Kunststoffrasenplätzen ausgeht, valide geprüft werden kann.

Eine wesentliche Aufgabenstellung hierbei ist es herauszufinden, wie die Alterung und der Faserabrieb von Kunststoffrasen unter definierten Bedingungen simuliert und gemessen werden können. Innerhalb der Expertengruppe wurden eine Vielzahl von unterschiedlichen Methoden aus dem Bereich der Prüfung von Sportböden und textilen Bodenbelägen und zum Teil in Hausverfahren untersucht.

Es wurden eingehende Testreihen durchgeführt und die Resultate hinsichtlich ihrer Eignung und Korrelation zu bestehenden Erfahrungen aus langjährigen Beobachtungen, die zum Teil auf subjektiver Bewertung beruhen, überprüft.

Das Ergebnis der Testreihen zeigt auf, dass eine am TFI - Institut für Bodensysteme an der RWTH Aachen - weiterentwickelte Prüftechnik es möglich macht, den Abrieb zu simulieren und zu quantifizieren. Hierbei wird der Kunststoffrasen nach einer Alterung mit UV-Licht nach RAL GZ 944 in Anlehnung an DIN 75220 einer definierten mechanischen Beanspruchung unterzogen und der entstehende Faserabrieb in einem Filtersystem aufgefangen. Zur Anwendung kommt ein modifiziertes Tretradgerät für den Lissontest nach DIN EN ISO 12951, wie es auch für genormte Prüfungen an textilen Bodenbelägen eingesetzt wird. Das TFI hat die Prüftechnik dahingehend modifiziert, dass in einem speziellen Filtersystem der entstehende Abrieb und gebrochene Fasern getrennt aufgefangen und gewogen werden. Zudem kann der Abrieb nach Partikelgröße getrennt bestimmt werden. Derzeit finden eingehende Testreihen zur Bestimmung von Messgenauigkeiten und Reproduzierbarkeit statt.

Der Entwurf für eine speziell auf Kunststoffrasensysteme abgestimmte Prüfmethode wird derzeit in der FLL-Arbeitsgruppe 'Prüfverfahren' erstellt. Am Ende dieses Prozesses soll es durch ein reproduzierbares Prüfverfahren den Nutzenden ermöglicht werden, die Qualität von Kunststoffrasensystemen bezogen auf die Emission von Mikroplastik bewerten zu können. Dies wäre ein weiterer Schritt, den Austrag von Mikroplastik in die Umwelt zu verringern. FLL

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