Forschung und Entwicklung

Forscher: Nur 6 Prozent der Karlsruher Stadtbäume gesund

Baumsterben Baumkrankheiten
Karlsruhe hat viel Grün. Doch nur etwa 6 Prozent der 135.000 Bäume an Straßen und in Parkanlagen werden als gesund klassifiziert. Foto: Carsten Naber, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Das vom Bund geförderte Karlsruher Forschungsprojekt "GrüneLunge", das sich mit der Widerstands- und Anpassungsfähigkeit städtischer Bäume und Wälder beschäftigt, hat erste Ergebnisse vorgelegt. Eine Forschergruppe unter Leitung von Dr. Somidh Saha vom Karlsruher Institut für Technologie hat, unterstützt vom Gartenbauamt und dem Forstamt der Stadt Karlsruhe, ernüchternde Tatsachen zutage gefördert.

In der abgeschlossenen Forschungs- und Entwicklungsphase GrüneLunge 1.0 belegte das Projekt, dass vor allem anhaltende Hitzeperioden und fehlende Niederschläge zum Gesundheitsverfall städtischer Bäume führen. In der Projektstadt Karlsruhe können aktuell nur etwa 6 Prozent der 135.000 Bäume an Straßen und in Parkanlagen als gesund klassifiziert werden. Die Kombination der verschiedenen Stressoren führt dazu, dass die Bäume zuerst geschwächt, dann anfälliger werden und teilweise sogar komplett absterben; und das betrifft nicht nur einzelne Bäume, sondern ganze Baumarten und Bestände. Damit droht ein Verlust der Leistungen und des Nutzens, den urbane Bäume und Wälder bieten. Die Luftqualität sinkt, die Hitzebelastung steigt und die Stadtbäume sind in ihrer Existenz zunehmend bedroht.

In der laufenden Umsetzungs- und Verstetigungsphase des Projekts GrüneLunge 2.0 werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse nun in konkrete Maßnahmen umgesetzt, um die Klimaresilienz städtischer Bäume und Wälder zu verbessern. Die Wissenschaftler empfehlen die Schaffung eines klima-intelligenten Bewässerungssystems, die Einrichtung eines Online-Geoportals, in dem Erkenntnisse zur Auswahl geeigneter Baumarten zugänglich werden, sowie die Entwicklung verschiedener Klima- und Managementszenarien, die die Forstwirtschaft und Gärtnereien bei der Bewirtschaftung unterstützen.

Das Projektteam von GrüneLunge 2.0 diskutiert außerdem, wie in der Projektstadt Karlsruhe ein "Ökosystemleistungs-Punktesystem" umgesetzt werden kann: Ziel ist es, die ökosystemrelevanten Wirkungen von Stadtwäldern und Straßenbäumen zu prüfen und durch Punktvergaben für bereitgestellte Ökosystemleistungen einen Anreiz für eine verbesserte Bewirtschaftung von urbanen Wäldern zu schaffen. Einbezogen werden sollen auch die Bürger. Ein "Bürger-Straßenbaumforum" könnte sich regelmäßig treffen und Ideen zum Management von Stadtbäumen und Grünflächen austauschen.

cm/BMBF/KIT

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