Nachhaltiger Bodenschutz und Heimstatt für Insekten und Vögel

Nützliche Gehölzteppiche

von:
Gartengestaltung und Grünflächengestaltung
Für Rasen zu klein, zu schattig, zu trocken, zu steil – Teppichgehölze sind vielerorts die sinnvollere Alternative; gemeinsam mit Bodendeckstauden unentbehrlich für die Untergrünung kahlfüßiger Gehölze. Zeichnung: Wolfgang Borchardt

Immer wieder gibt es Plätze, die eine flächige Begrünung brauchen. Dazu gehört der unter kahlfüßigen Gehölzen ohne Begrünung offenliegende, ungeschützte und ästhetisch wenig ansprechende Boden.

Für steile, trockene oder im Schatten liegende Böschungen gibt es keinen vollwertigen Rasen - auch wenn Empfehlungen für "Schattenrasen"-Saatmischungen anderes verheißen. Sind die Flächen zu klein, lohnt der Rasen nicht. Rasenspiegel können nur in einer dem Umfeld angemessenen Größe wirken, für Aufenthalt und Spiel genutzt werden. Zudem kann es gestalterische Gründe geben, die anstelle des Rasens einen bodendeckenden Gehölz- oder Staudenteppich favorisieren. Rasenschnitt und Zusatzbewässerungen können entfallen.

Wassergaben über die von Dach- und Belagsflächen eingeleiteten Niederschläge hinaus sind kein Allheilmittel, denn auch Wasser ist eine begrenzte Ressource. Voraussetzungen für den Begrünungserfolg sind standortgerechte Gehölzartenwahl und ein Boden oder Pflanzsubstrat, das völlig frei von ausdauernden Wurzelunkräutern ist (Quecke, Acker-Winde, Acker-Kratzdistel, Acker-Schachtelhalm u. a.). Dann liegt der Pflegeaufwand für den Gehölzteppich weit unter dem für Rasen zu leistenden.

"Bodendeckend" im eigentlichen Sinn wachsen die mit kriechenden Trieben oder unterirdischen Ausläufern Fläche gewinnenden Klein- und Zwerggehölze. Gelegentlich werden kompakte Kleinsträucher einbezogen, die sich nicht flächig ausbreiten. Die müssen entsprechend dichter gepflanzt werden. Beispiele sind die immergrüne Lorbeer-Kirsche Prunus laurocerasus 'Mount Vernon' oder 'Cherry Brandy' (breiter), die Liguster-Sorte 'Lodense' und der kleine Spierstrauch Spiraea japonica 'Little Princess'.

Soll ein bewegtes Gelände betont werden, sind ganz niedrige, der Bodenoberfläche folgende Gehölze erste Wahl. Nur sie verwischen ein ausdrucksstarkes Relief nicht.

Der Fläche ein Gesicht geben

    Die zu begrünende Flächengröße entscheidet viel. Beispiele für eher kleine, deutlich weniger als 10 m² messende Flächen können Vorgärten sein, Grabstätten sind es immer. Grundsätzlich ist es nicht sinnvoll, so kleine Flächen durch verschiedene Bodendeckgehölze zu zergliedern. Besteht aber die Möglichkeit, nah heranzutreten, darf es vielfältiger sein. Kleingehölze und Stauden, insbesondere Staudengräser sind gut geeignet, einer sonst einheitlichen Pflanzfläche Struktur und Höhenakzente zu geben.

    Die kleine Fläche würde unter großblättrigen und starkwüchsigen Gehölzen begraben. Gebraucht werden kleinblättrige, gern mit kurzen Ausläufern kriechende Gehölze, die am besten unter 10 cm Wuchshöhe bleiben, um die Proportionen zu wahren. Diese Arten und Sorten sind oft nicht sonderlich konkurrenzkräftig. Indes werden kleinere Flächen gewöhnlich so intensiv gepflegt, dass unerwünschte Spontanvegetation nicht die Oberhand gewinnen kann. In ihrer äußeren Erscheinung gegensätzliche oder sich anders ergänzende Gehölzarten können in Mischung erprobt werden, wenn sie am Standort ähnlich konkurrenzkräftig sind. Anderenfalls bleibt einer der Partner auf der Strecke.

    Wenn nur aus der Ferne einsehbar, lohnen große Flächen eine Gliederung durch verschiedene Bodendeckgehölze nicht. Eine ruhige, einförmige Grundfläche (Matrix) gleichartiger Bodendecker gibt zahlreicheren und größeren Solitär- und Gruppengehölzen mit Fernwirkung Raum, die zudem für Höhenstufung, Rangordnung und Artenvielfalt sorgen.

    Von der Grundfläche ist dann ohnehin nicht mehr viel zu sehen. Hier werden wuchskräftige, am besten großblättrige, gut schattierende Bodendecker benötigt, die der lichthungrigen Konkurrenz wenig Chancen bieten. Flächen kleinblättriger, nicht ausreichend schattierender Teppichbildner - etwa Cotoneaster 'Skogsholm' - werden unaufhaltsam von Quecken und anderen unverwundbaren Wiedergängern erobert, wenn sie einmal Fuß gefasst haben oder schon vor der Gehölzpflanzung da waren. Immerhin wurzeln Acker-Schachtelhalm und Acker-Winde bis 2 m tief, was ihre Bekämpfung erschwert. Am Ende bleibt nur die Kompletterneuerung mit hoffentlich standortgerechteren Bodendeckern.

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    Können größere Flächen auf kurze Distanz in Augenschein genommen werden, schärft sich der Blick für das Detail. Entsprechend artenreich und lebendig dürfen sie gegliedert sein, was den Abschied von der gleichförmigen Matrix nahelegt. Je nach Situation wird die Entscheidung für einen kleinteiligen, naturnahen Fleckenteppich mit weichen Übergängen oder ein planerisch definiertes Muster mit eindeutigen Abgrenzungen der Teilflächen fallen.

    Wiederkehrende Einzelflächen geben der Pflanzung Struktur und Rhythmus. Wichtig ist, dass die gepflanzten Flächenstrukturen aus Fußgängerperspektive erfasst werden können. Ein erhöhter Standpunkt gestattet die Draufsicht und ist eine gute Voraussetzung. Im besten Fall befindet sich die zu bepflanzende Fläche an einem Hang, dann ist der Überblick von oben und unten möglich.

    Auf konkurrenzstarke, ungebremst zulegende Ausläufersträucher (und -stauden) muss verzichtet und besser nach Alternativen gesucht werden, ansonsten bliebe von den geplanten Flächenfiguren und ihren Begrenzungen nichts übrig. Muss die Pflanzung von Januar bis Dezember wirken, sollte jede Teilfläche mit dem dafür gewählten Gehölz auf ihre Präsenz überprüft werden. Ansonsten kann es ärgerliche Kahlstellen geben.

    Eine so reich strukturierte Fläche bedarf nur weniger Höhenakzente, zu denen neben Gehölzen und großen Gräsern auch Skulpturen gezählt werden können. Damit bleiben die Flächenmuster gut sichtbar. Deshalb ist es auch sinnvoll, nur kahlfüßige Gehölze zu verwenden, am besten solche mit schirmförmiger Krone. Die damit verbundene Schattierung kann den Bodendeckgehölzen unten durch Hitzeperioden helfen.

    Beispiele sind:

    • Acer griseum Zimt-Ahorn
    • Acer tataricum subsp. ginnala Feuer-Ahorn
    • Amelanchier lamarckii Felsenbirne (in Schirmform ? S. 34 o. gezogen)
    • Aralia elata Aralie
    • Heptacodium miconioides Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch
    • Prunus subhirtella 'Fukubana' Zierkirsche'
    • Ptelea trifoliata Kleeulme
    • Staphylea pinnata, S. colchica Klappernuss
    • Syringa reflexa Bogenflieder

    Zwar wachsen viele der als Höhenakzente gern verwendeten Strauchrosen nicht kahlfüßig, vielmehr zunehmend in die Breite - aber wer will auf sie verzichten? Hier lohnt sich die geringe Mühe des Aufschneidens: Überhängende Zweige werden bis auf höherliegende Auslagen (Zugäste, Ableitungen) zurückgeschnitten, ohne später vertrocknende "Zapfen" stehen zu lassen. Das muss immer mal wieder bei Bedarf wiederholt werden. Platz sparen Kletterrosen, die an Stabpyramiden oder anspruchsvolleren, aber stets schlanken Gerüsten etabliert werden - am schönsten in Gemeinschaft mit farblich passenden Clematis.

    Wenn Kletterer am Boden bleiben

    Was tun Klettergehölze, die weder Baumstämme noch Sträucher, Spaliere, Pergolen oder Gebäudewände zur Verfügung haben? Sie bleiben am Boden, weil sie nicht anders können. Folgerichtig spricht nichts dagegen, auch Klettergehölze als Bodendecker zu verwenden, wie das mit dem Efeu schon lange geschieht. Aber es gibt noch mehr, wenngleich Wüchsigkeit, wünschenswerte Winterwirkung und ästhetischer Zugewinn begrenzende Auswahlkriterien sein können. So überziehen heimische Waldrebe Clematis vitalba und nordamerikanischer "Wilder Wein" Parthenocissus inserta die Schotterböschungen der Bahnlinien oder Brachflächen mit meterlangen Jahrestrieben in großem Stil. Mindestens in kleineren Gärten bliebe kein Platz für anderes und die Artenvielfalt auf der Strecke. Hier einige über Efeu hinausgehende Vorschläge:

    • Clematis alpina, C. x jackmanii Waldrebe
    • Euonymus fortunei Kletter-Spindelstrauch in verschiedenen Sorten
    • Hydrangea anomala supsp. petiolaris
    • Kletter-Hortensie
    • Jasminum nudiflorum Winter-Jasmin
    • Lonicera caprifolium, L. periclymenum, Geißblatt
    • Lonicera japonica Japanisches Geißblatt
    • Lonicera henryi (L. acuminata) Immergrünes Geißblatt
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    Definierte, langlebige Flächenmuster mit Zwergsträuchern ohne Ausläufer. Erfassbare Vielfalt durch wiederkehrende Strukturelemente.
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    Kleine Flächen bleiben am besten unstrukturiert, solange es sich nicht um Miniaturgärten handelt (m. o.). Große einheitliche Flächen brauchen gliedernde Höhenakzente (r. o. und l.o.), die auch zahlreicher sein können. Vielfältig gegliederte Flächen - ob naturnah weich (r.m.) oder klar definiert (l.u., r.u.) – müssen sichtbar bleiben. Zeichnungen: Wolfgang Borchardt
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    Kahlfüßige Großsträucher oder mehrstämmige Kleinbäume mit Schirmkrone sind für die Höhengliederung von Gehölzteppichen ideal, weil sie die Flächenpflanzung sichtbar halten und Proportionen wahren, Durch- und Einblicke ermöglichen (Abb. unten) und aufrechterhalten. (Die in der Zeichnung oben dargestellten Wolkenformen sind durch regelmäßigen Kopfschnitt entstanden.) Zeichnung: Wolfgang Borchardt
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    Kahlfüßige Großsträucher oder mehrstämmige Kleinbäume mit Schirmkrone sind für die Höhengliederung von Gehölzteppichen ideal, weil sie die Flächenpflanzung sichtbar halten und Proportionen wahren, Durch- und Einblicke ermöglichen (Abb. unten) und aufrechterhalten. (Die in der Zeichnung oben dargestellten Wolkenformen sind durch regelmäßigen Kopfschnitt entstanden.) Foto: Wolfgang Borchardt
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    Strauchrosen sind in Flächenpflanzungen gern verwendete Blütengehölze. Der Schnitt auf "Auslage" verhindert, dass die meist bogig überneigenden, bodenschlüssigen Gehölze die Flächenpflanzung bedrängen. Zeichnung: Wolfgang Borchardt
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    Kletterrosen an schlanken Gerüsten setzen markante Höhen- und Farbakzente in Flächenpflanzungen. Foto: Wolfgang Borchardt
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    Einige Klettergehölze geben auch gute Bodendecker ab. Hierzu gehört die am Boden bis hüfthoch wachsende Kletter-Hortensie Hydrangea anomala subsp. petiolaris mit weißen Bienenblüten und gelber Herbstfärbung. Foto: Wolfgang Borchardt
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    Die Liefergröße ist nur ein Kriterium für die Bestimmung der Pflanzdichte, die zu einem raschen Flächenschluss führt. Hier wurde die Wüchsigkeit der Zwerg-Kranzspiere Stephanandra incisa \'Crispa\' überschätzt. Foto: Wolfgang Borchardt
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    Pflanzung auf Zuwachs: Die Zwischenräume können mit einfachen, schließlich überwachsenen Bodendeckern geschlossen werden (hier Alchemilla erythropoda). Die sind nicht "verloren", wenn sie - wie Vinca minor – Schatten tolerieren und im Winter als grüne Bodendecke sichtbar werden. Foto: Wolfgang Borchardt

    Pflanzenbedarf für Flächenpflanzungen

    Nicht nur die Bodenbedingungen, auch die Liefergrößen der Gehölze sind so verschieden, wie die Ansprüche an die Pflanzung selbst. Deshalb kann der Pflanzenbedarf trotz gleicher Gehölzart und Flächengröße nicht gleich sein. In den Baumschulkatalogen werden die für den Flächenschluss benötigten Gehölzmengen in Stück je Quadratmeter genannt und Von-bis-Spannen angegeben. Nur 3 oder doch besser 5 Stück je m²?

    Eine Entscheidung muss getroffen werden. Diese Kriterien sind maßgeblich:

    1. Sind die Wuchsbedingungen - etwa auf nährstoffarmen, trockenen Böden - nicht günstig, dichter pflanzen!
    2. Größere Ausganspflanzen sparen Stückzahlen. Es bleibt zu prüfen, ob das auch für den Preis insgesamt zutrifft.
    3. Breitwüchsige, langtriebige Pflanzen - wie die 'Rote-Max-Graf'-Rose - lassen die benötigten Stückzahlen schrumpfen, bei der Feld-Rose Rosa arvensis bis auf 1 Stück je m², die gewöhnlich ausreichen, um die Fläche innerhalb einer Vegetationsperiode zu schließen.
    4. Die Wuchsleistungen verschiedener Sorten innerhalb der gleichen Art können sehr unterschiedlich sein. Das wird bei Efeu und Kleinstrauchrosen besonders deutlich.
    5. Wieviel Zeit bleibt bis zum nötigen Flächenschluss? Im privaten Grün wird eine nicht sofort geschlossene Pflanzung meist eher akzeptiert, so dass weniger dicht gepflanzt und Geld gespart werden kann. Grabstätten und Ausstellungsflächen sollen möglichst rasch wirken. Die hier praktizierte Dichtpflanzung erfordert Stückzahlen, die weit über dem Normalmaß liegen können.

    "Verlorenes" Grün

    Was ist gemeint? Ein passendes Beispiel ist die Pflanzung immergrüner, großblättriger und großblütiger Rhododendron x catawbiense. Dichtpflanzung würde ihnen Entwicklungsraum nehmen und die Ausgaben ohne erkennbaren Vorteil in die Höhe treiben. Es ist sinnvoller, ihnen mehr Abstand und Entwicklungsraum zuzugestehen und dafür schon etwas größere Pflanzen zu kaufen (Pflanzung auf Endabstand). Nun ist eine Zwischenpflanzung auf Zeit nötig, die mit den Jahren von dem breit wachsenden Rhododendron "geschluckt" wird. Die Zwischenpflanzung ist also irgendwann verloren. Deshalb werden hier gern kostengünstige Bodendecker verwendet; etwa Geranium, Epimedium, Waldsteinien, in kalkarmen Böden zwischen Rhododendron Rebhuhnbeere Gaultheria procumbens oder der kriechende Hartriegel Cornus canadensis.

    Sommergrüne Gehölze - etwa die Eichenblättrige Hortensie Hydrangea quercifolia oder Strauch-Pfingstrosen - legen nach dem Laubfall den Blick auf den Boden darunter frei. Für die Zwischenpflanzung kann Immergrün Vinca minor empfohlen werden. Es wird nur verdeckt, um im Winter als grüne Bodendecke wieder sichtbar zu werden - toleriert es doch die Verschattung im Sommer. Gute Sorten sind 'Anna' (blüht blau) und 'Elise' (weiß). Wenngleich ohne Blütenschmuck, sind auch kleinblättrige Efeu-Sorten gut geeignet ('Gnom', 'Wichtel' u. a.).

    Kleinstrauchrosen

    "Bodendecker-Rosen" - das ist ein gern gebrauchter Begriff für die vielseitigen, vergleichsweise niedrig bleibenden Rosensorten. Mit aufliegenden Trieben bodendeckend wachsen aber längst nicht alle Sorten. Deshalb ist es ratsam, Kleinstrauchrosen nicht allein nach Blütenfarbe, Duft oder Bienentauglichkeit auszuwählen und die im Folgenden beschriebenen Wuchstypen zu berücksichtigen.

    • Wuchstyp 1: niederliegend, schwachwüchsig (5 je m²), 'Gärtnerfreude' (0,4 m, dunkelrosa), 'Heideröslein Nozomi' (0,3 m, rosa) u. a.
    • Wuchstyp 2: straff aufrecht (3 bis 4 je m²), 'Dagmar Hastrup' (0,6 m, hellrosa), 'Moje Hammerberg' (1 m, karminrot) u. a.
    • Wuchstyp 3: locker, aufrecht, ausgebreitet, etwa tischhoch (4 bis 5 je m²), 'Heidetraum' (0,8 m, karminrosa), 'Sommerwind' (0,7 m, reinrosa), 'Snow Ballet' (0,6 m, weiß, duftend) u. a
    • Wuchstyp 4: aufrecht, leicht überhängend, etwa hüfthoch (3 bis 4 je m²), 'Candy Rose' (1 m, lachsrosa mit weißer Mitte), 'Pink Spray' (1 m, pink) u. a.
    • Wuchstyp 5: ausgebreitet wie 1, aber stark wachsend (2 bis 3 je m²), 'Rote Max Graf' (0,8 m, leuchtend rot mit weißer Mitte) u. a.

     

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    Kleinstrauchrosen, Wuchstypen 1 bis 5 (S. 35). Ohne die Kenntnis der Wuchstypen ist es kaum möglich, die Rosensorten auf die Flächengrößen abzustimmen und den passenden Pflanzabstand festzulegen. Zeichnung: Wolfgang Borchardt
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    Kleinstrauchrosen können plakative Farbflächen schaffen. Im Hintergrund \'Aba Meidiland\', eine höher und kräftiger wachsende Sorte des Wuchstyps 4. Foto: Wolfgang Borchardt
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    Eher schwach und niederliegend wachsend, ist \'Sommerabend\' ein Beispiel für Wuchstyp 1. Foto: Wolfgang Borchardt
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    Kleinstrauchrosen können in Begleitung geeigneter Gehölze, Stauden und Staudengräser an Wirkung gewinnen, wenn sie unbedrängt bleiben und die Begleiter eigene Gruppen bilden. Hier in Streifen angeordnet, gliedern sie die Fläche angenehm. Foto: Wolfgang Borchardt
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    Gräser ergänzen Rosenflächen hervorragend. Vor allem weißstreifige, wie Miscanthus \'Morning Light\' oder \'Little Zebra\' passen zu allen Rosenfarben. Foto: Wolfgang Borchardt
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    Es ist immer falsch, breitwüchsige oder überneigende Gehölze an Wegränder zu pflanzen. Regelmäßige Folge ist der "Wandschnitt". Foto: Wolfgang Borchardt
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    Es ist immer falsch, breitwüchsige oder überneigende Gehölze an Wegränder zu pflanzen. Regelmäßige Folge ist der "Wandschnitt". (r.) Kahlfüßig aufragende Gehölze, unterpflanzt mit Bodendeckern (Kleinsträuchern, Stauden) sind hier die bessere Lösung (li.). Zeichnung: Wolfgang Borchardt
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    Einsatz für Bodendeckgehölze: Anstelle des aufwändigen und verstümmelnden Wandschnitts (r. oben) einmaliges Aufasten und Unterpflanzen (r. unten). Zeichnung: Wolfgang Borchardt
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    Wenngleich zu nah an den Weg gepflanzt, konnte Prunus incisa ‘Okame‘ später aufgeastet und bodendeckend unterpflanzt werden. Foto: Wolfgang Borchardt
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    "Untermieter" für Artenvielfalt und Bodenschutz. Foto: Wolfgang Borchardt
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    Kein Gehölz, aber eine Alternative zu Immergrün und Efeu, ideale Bodendecke unter winterkahlen Sträuchern: Die Gemswurz Doronicum pardalianches. Foto: Wolfgang Borchardt
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    Die Gemswurz Doronicum pardalianches ist nur grün, wenn sie gebraucht wird: im Winter und Frühling. Foto: Wolfgang Borchardt

    Wenngleich es Übergänge zwischen den Wuchstypen geben mag und nicht alle Baumschulen sie ausweisen, ist es aufgrund der unterschiedlichen Wuchshöhen und -breiten mit entsprechend zu differenzierenden Pflanzabständen unumgänglich, sich damit zu befassen. Die eher aufrecht wachsenden Typen müssen enger gepflanzt werden, um eine Flächenwirkung zu erzielen. Nicht nur aus Bienensicht verdienen die halb gefüllten Sorten besondere Aufmerksamkeit. Bei ihnen haben sich nicht alle Staubgefäße in Blütenblätter verwandelt, so dass Bienen und anderen blütenbesuchenden Insekten noch ein einträgliches Pollenangebot verbleibt. Im Gegensatz zu nicht gefüllten (einfachen) Rosenblüten gibt es dennoch etliche Blütenblätter mehr - was den Flor verlängert und das Anwendungsspektrum dieser Sorten erweitert. Ein schönes Beispiel ist 'Innocencia': reinweiß, lange blühend, duftend.

    Nicht alle der jährlich in den Handel gebrachten neuen Sorten bewähren sich dauerhaft (Sichtungsergebnisse: www.adr-rose.de).

    Gerade die großen Flächen erfordern plakative Farbwirkungen. Die werden durch Mischungen verschiedener Rosensorten oder von Rosen mit Blütenstauden verhindert. Zudem ist der zwischen den Pflanzen einsetzende Wettbewerb schwer zu kontrollieren. Sowohl Flächengliederungen als auch Höhenakzente tun der Gestaltung gut. Bienennährgehölze (wie Heptacodium) können das Pollenangebot der Rosen ergänzen. Eingestreute Gräser sind gestalterisch bedeutsam. Weißstreifige unterstreichen die Farbigkeit der Rosen (Miscanthus 'Morning Light', M. 'Little Zebra' u. a.). Gruppierte Blütenstauden steigern nicht nur Rosenfarben, sie sind auch nach dem Abblühen der Rosen wichtig. Herbstastern können mit attraktiven "Hagebutten-Rosen" in Beziehung treten. Herausragend schön ist Rosa pendulina 'Bourgogne' mit lackglänzenden, roten Hagebutten.

    Nimm die Echten

    Rosen werden gewöhnlich veredelt. Die so in großen Stückzahlen effizient vermehrten Sorten stehen nicht auf eigenen Wurzeln, sondern auf einer Unterlage, mit der sie verbunden werden. Bei den Unterlagen handelt es sich um erprobte Sämlinge verschiedener Wildrosen mit Eigenschaften, die die Sorte beeinflussen (Wüchsigkeit, Salztoleranz u. a.). Die hinzugewonnenen Vorzüge werden mit höherem Pflegeaufwand bezahlt. Dazu gehört insbesondere die regelmäßige Entfernung der Unterlagentriebe (Wildern). Ist die Sorte der Unterlage zu langsam, macht sie eigene Triebe und die Sorte gerät ins Hintertreffen. Die Wildtriebe sind leicht zu erkennen und müssen dort dauerhaft entfernt werden, wo sie entspringen - auch wenn es leichter fällt, sie an der Bodenoberfläche abzuschneiden, was zur Verzweigung und unerwünschten Vervielfachung der Wildtriebe führt.

    Wo Auftausalze im Winter nicht angewendet werden, sind wurzelechte Kleinstrauchrosen häufig die bessere Wahl. Es gibt keine Wildtriebe, die entfernt werden müssten und ab und an ist ein ganzflächiger Rückschnitt vor dem Austrieb im März/April möglich, um die Rosenpflanzung zu kräftigem Neutrieb anzuregen. Das kann auch maschinell erledigt werden.

    Viele Sorten werden sowohl veredelt als auch wurzelecht angeboten. Wurzelecht sind "Cityflor-Rosen", die 'Aspirin'-Rose (Wuchstyp 3, weiß), ''White Roadrunner' (Wuchstyp 3, weiß, halb gefüllt, duftend, gesund) u. a.

    Randsünden

    Die Realität hält unzählige Beispiele bereit, wie wenig der Unterschied zwischen "kahlfüßigen", den Bodenbereich offenlassenden und straff aufragenden Gehölzen und denen, die überneigend oder waagerecht ausstrahlend (wie Japanischer Schneeball Viburnum plicatum), bis zum Boden aufschließen und immer breiter wachsen, in der Pflanzplanung berücksichtigt wird. Am Wegrand wird sehr bald der Durchgang verengt, so dass alles, was zuviel ist, einem wandartigen Schnitt zum Opfer fällt - und der arttypische Habitus gleich mit. Als "Pflege" verkauft, ist es doch nur Schadensbegrenzung und bezahlte Verstümmelung. Neben der aus Bequemlichkeit und fehlender Beauftragung gern unterlassenen Rodung der falsch besetzten Sträucher und ihrem besser passenden Ersatz kann eine andere Lösung darin bestehen, die Randsträucher so weit aufzuschneiden, dass die Passage wieder frei ist. Damit die Vorübereilenden nicht die Köpfe einziehen müssen, funktioniert das nur bei ausreichend hohen Großsträuchern. Die nunmehr offenliegende Bodenfläche ist eine - auch im Wortsinn - naheliegende Pflanzfläche für bodendeckende immergrüne Gehölze und ihre Ergänzung durch farbenfrohe Frühjahrsgeophyten.

    Untermieter

    Freiwachsende Hecken und andere artenreiche Gehölzpflanzungen profitieren vom "Stockwerksprinzip": Sorgfältig und nicht nur nach ästhetischen Merkmalen ausgewählte Gehölze unterschiedlicher Wuchshöhe und -form werden so benachbart, dass sie verschiedene Höhenstockwerke einnehmen. Hierdurch wird einschränkende Konkurrenz vermieden und - weil "gestapelt" - eine große Artenvielfalt auf gleicher Grundfläche erreicht. Dazu tragen auch bodendeckende Gehölze bei. Mit dem ästhetischen Mehrwert verbinden sich ökologische Positivwirkungen. Die Bodenvegetation ist Lebensraum für zahlreiche Insekten und Spinnentiere. Das gilt selbst für begrünte Baumscheiben, wie Untersuchungen belegen (etwa Edelmann, Th, u. a. in Neue Landschaft 05-2021: 46). Im Gehölzteppich unter Sträuchern lohnt sich für einige Kleinvögel die Nahrungssuche umso mehr (Rotkehlchen, Amsel, Zaunkönig, Laubsänger, Nachtigall). Grüne Pflanzendecken gleichen Temperaturextreme in den oberen Bodenschichten aus. Das kommt den so wichtigen Mikroorganismen im Boden zugute.

    Unter sommergrünen Hecken sollte der Boden im Winter grün sein. Den Sommerschatten und die damit verbundene Trockenheit tolerierende, dabei verträgliche, Frühjahrsgeophyten nicht behindernde Teppichgehölze sind erste Wahl, etwa Immergrün Vinca minor, Ysander Pachysandra terminalis 'Green Carpet', kleinblättrige Efeusorten. Sind die Sträucher noch kahl, gelangen frühblühende Geophyten hier zu voller Wirkung. Dazu gehören Eranthis, Chionodoxa, Scilla, Corydalis cava, Anemone blanda u. a. Auch das wintergrüne Duft-Veilchen Viola odorata in Blau, Weiß, Rot oder Gelb ist wichtig. Auf nicht zu trockenen Böden bildet die Kriechende Gemswurz Doronicum pardalianches - eine alte Zier- und Heilpflanze mit knollig verdickten Wurzeln - langlebige, ebenfalls wintergrüne Teppiche. Der Italienische Aronstab Arum maculatum 'Marmoratum' erfreut durch frischgrüne Blätter mit auffallend weißer Zeichnung. Beide Staudenarten ziehen im Sommer ein und sind - wie erwünscht - nur im Winter und Frühling präsent.

    Prof. Dr. Wolfgang Borchardt
    Autor

    Studiendekan der Fakultät Landschaftsarchitektur, Gartenbau und Forst, Fachhochschule Erfurt

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