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Alleen-Erhebung zeigt drastischen Rückgang in Deutschland

Alleebäume Straßenbäume
Die historische Allee in Recklinghausen "An der Molbeck" ist eine der wenigen mit Alleen bepflanzten Straßen in Deutschland. Foto: MUNLV Nordrhein-Westfalen

Erstmals ist der Bestand sämtlicher Alleen und Baumreihen in Deutschland flächendeckend erfasst worden. Bisher gab es dazu lediglich Schätzungen. Die Erhebung wurde von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) in Kooperation mit Partnern wie der Alleenschutzgemeinschaft zwischen 2019 bis 2021 auf der Basis von Geodaten durchgeführt. Das Ergebnis ist alarmierend: Gab es 2006 noch 27 500 km Alleen (Lehmann; Rohde, 2006) in Deutschland, so sind es 17 Jahre später nur noch 20.000 km, also fast 30 Prozent weniger.

Das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Projekt förderte weitere Fakten zutage. So ist nur noch jede zehnte Straße in Deutschland mit Alleen bepflanzt. Außerdem fand das Projektteam bei der Verteilung der Alleenkilometer Unterschiede zwischen den Bundesländern. Die Statistik zeigt, dass Brandenburg mit 4332 km das alleenreichste Bundesland ist, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit 4001 km. Die wenigsten Alleenkilometer haben das Saarland (17 km), Hessen (71 km) und Bayern (166 km). "Es gibt ein deutliches Nord-Süd-Gefälle: Mecklenburg-Vorpommern hat zehnmal so viele Alleen wie Bayern", erklärte HNEE-Projektleiter Prof. Dr. Jürgen Peters. Seiner Vermutung nach liegt das vor allem an unterschiedlichen landespolitischen Bestimmungen zum Umgang mit Alleen.

Generell würden seit den 1940er Jahren kaum mehr junge Alleebäume an neu entstehenden deutschen Straßen gepflanzt, erläuterte Peters: "Neue Bestimmungen zur Verkehrssicherheit - wie die Richtlinie zur Einhaltung eines gewissen Abstands zur Straße - erschweren die Nachpflanzung." Außerdem würden sich Faktoren wie Nährstoff- und Wassermangel, aber auch die Belastung mit Streusalz an den Wegrändern negativ auf den Fortbestand der Alleen auswirken.

"In dem Projekt wurde erstmalig eine Ausgangsbasis für ein umfassendes Monitoring von Alleen und Baumreihen geschaffen", sagte Dr. Maximilian Hempel, DBU-Abteilungsleiter für Umweltforschung und Naturschutz. Das könne Kommunen dabei helfen, regionale Verzeichnisse des Bestands zu entwickeln, um auf dieser Basis neue Alleen einfacher zu pflanzen und zu pflegen. cm/DBU

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