Waiblinger Familienunternehmen am Puls der Zeit

Stihl setzt auf E-Technologie und neue Geschäftsfelder

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Die MS 500i – die weltweit erste in Serie gebaute Motorsäge mit elektronischer Kraftstoffeinspritzung – glitt durch den Baumstamm wie durch Butter. Foto: Hendrik Behnisch, Neue Landschaft

Die Firma Stihl, die wie jeden September Journalisten aus aller Herren Länder zum Medientag eingeladen hatte, hat ihre Produktpalette umfassend mit digitalen Funktionen erweitert. Auch durch Akku-Technik betriebene Maschinen gewinnen bei dem schwäbischen Familienunternehmen immer mehr an Bedeutung und machen mittlerweile rund zwölf Prozent des Gesamt-Absatzes aus. Jener liegt laut dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Bertram Kandziora leicht über dem Vorjahresniveau.

Akku-Rasenmäher boomen in Westeuropa

Auch wenn Kandziora betonte, dass traditionelle Produkte mit Benzinmotor langfristig ein wichtiges Standbein für das Unternehmen bleiben werden, ist die Akku-Technologie auch in Waiblingen stark im Kommen: Akku-Rasenmäher beispielsweise hätten gegenüber dem Vorjahr vor allem in Westeuropa überdurchschnittlich in der Kundengunst zugelegt. Die Folge: Ein mehr als doppelt so hoher Absatz wie 2017.

Der Vorstandsvorsitzende räumte ein, dass diese Entwicklung die firmeninternen Erwartungen deutlich übertroffen habe - und stellte zugleich einen Zusammenhang zu der jüngst erfolgten Umstellung der grünen Produktpalette Viking auf die Marke Stihl her. Auf deren weltweit bekannten Klang zu setzen, sei die richtige Strategie des Unternehmens gewesen. Naturgemäß will sich Stihl auf diesen Erfolgen nicht ausruhen: Kandziora verkündete, dass es im Bereich der Akku-Geräte bereits einen umfassenden Produktplan für die kommenden Jahre gebe.

Und auch an der Akku-Technik selbst feilen die Spezialisten des Unternehmens, um zukünftig eine längere Leistungsdauer der Geräte zu gewährleisten. Beim Akku-Erwerb stehe Stihl zwar auch in Konkurrenz mit großen Automobilherstellern, die das "hippe Thema" E-Mobilität forcieren. Von denen habe das Unternehmen aber nichts zu befürchten, so Kandziora. Versorgungsengpässe mit Akkus werde es für Stihl dank langfristiger strategischer Verträge mit deren Herstellern nicht geben.

Der Stihl-Vorstandsvorsitzende Dr. Bertram Kandziora berichtete, dass rund zwölf Prozent aller Produkte, die das Unternehmen absetzt, Akku-Geräte sind. Foto: Hendrik Behnisch, Neue Landschaft

Virtuelles Baumfällen im "Smart Forest"

Firmengründer Andreas Stihl wollte "den Menschen die Arbeit mit und in der Natur erleichtern". Das Jahr 2018 markiert bei der Erfüllung dieses Ideals einen Quantensprung - dank digitaler Angebote, die ein hohes Maß an Komfort und Nutzerfreundlichkeit in sich vereinen.

Ein prägnantes Beispiel kommt aus dem Segment "Smart Forest": Stihl stellte den Journalisten ein Virtual und Augmented Reality-Konzept für Motorsägen-Anfänger vor, das erste Gehversuche mit dem schweren Gerät ohne Verletzungsgefahr ermöglicht. Dieses digitale Motorsägen-Training ist mit Trockenschwimmen vergleichbar, stößt vom Spaßfaktor aber in Videospiel-Dimensionen vor.

Virtueller Sägespaß

Alles, was der Trainee braucht, ist eine Motor-Säge (egal welchen Typs) sowie eine VR-Brille. Vor seiner Netzhaut tut sich eine digitale Wald-Welt auf, in der er Baumstämme sägen und ganze Bäume fällen kann. Die Bewegungen werden in Echtzeit mit der real geführten, aber ausgeschalteten Säge vollzogen, ihre Resultate jedoch im virtuellen Raum erlebt.

Die Stihl-Mitarbeiter vor Ort betonten, dass sie betriebsintern einander stets locker assistierten, um den perfekten virtuelle Sägeschnitt zu erzielen. Natürlich ersetze dieses virtuelle Training nicht den handfesten Einsatz am Baum, aber er sei eine gute Vorbereitung für jene, die erstmalig aus der Theorie in die Praxis wechseln.

Insbesondere GaLaBau-Betriebe können sich über die Entwicklung des Stihl Smart Connector freuen. Dieser kleine Sensor, der problemlos auf dem Arbeitsgerät angebracht werden kann, erfasst dessen Betriebsstunden und lässt die Information über das Smartphone des Anwenders in die Stihl Cloud fließen.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Ein detaillierter Überblick über Einsatzart- und dauer von Motorsägen, Laubbläsern und Co. Lassen Rückschlüsse auf deren Verschleiß zu - anstehende Wartungen können somit besser geplant werden. Auch die allgemeine Koordination des Geräteparks und die effiziente Organisation der täglichen Arbeitsabläufe werden nach Unternehmensangaben deutlich erleichtert.

Das neue Virtual und Augmented Reality-Konzept für Motorsägen-Anfänger stößt vom Spaßfaktor in Videospiel-Dimensionen vor. Foto: Hendrik Behnisch, Neue Landschaft

Die Jouranlisten durften wieder anpacken

Zwar stand die Leistungsschau der neuen Digitallösungen im Vordergrund des diesjährigen Medientages - doch Stihl wäre nicht Stihl, wenn die schreibende Zunft nicht auch selbst mit schwerem Gerät hätte anpacken können. Hoch in der Gunst der Journalisten standen beispielsweise der neue Akku-Heckenschneider HLA 56, dessen abwinkelbarer Messerballen sowohl vertikale als auch horizontale Einsätze ermöglicht; der Anwender kann sowohl über dem Kopf als auch entspannt über dem Boden schneiden. Ein behagliches Fahrgefühl kam auch beim Testen des RMA 765 V auf, eines Akku-Rasenmähers, der mit einer Schnittbreite von 63 cm und wendigen Vorderrädern mit Zero-Turn-Funktion aufwartet.

Motorsäge: Von 0 auf 100 km/h in 2,5 Sekunden

Bei aller Begeisterung für emissionsfreie und leise Akku-Lösungen: Wie Kandziora eingangs deutlich machte, wird Stihl auch weiterhin benzinbetriebenen Produkten treu bleiben. Und wenn die Innovations- und Leistungsstärke so hoch sind wie bei der Motorsäge MS 500i, gibt es erst recht keinen Grund, von diesem Kurs abzuweichen. Unter den prüfenden Blicken einer Fachfrau durften sich die Pressevertreter - sobald sie ordnungsgemäß ihre Schutzkleidung angelegt hatten - selbst ein Bild von der Weltneuheit machen.

Die MS 500i ist die weltweit erste in Serie gebaute Motorsäge mit elektronischer Kraftstoffeinspritzung und wird im kommenden Jahr auf den Markt kommen. Dank der Injection-Technologie beschleunigt die Sägekette von 0 auf 100 km/h in nur 0,25 Sekunden.

Was schon auf dem Papier beeindrruckend anmutet, sorgte beim Praxis-Test für kollektive Begeisterung: Die Motorsäge glitt durch den Baumstamm wie durch Butter. Besser kann man den Spieltrieb von erwachsenen Journalisten nicht befriedigen - daher sei eine Prognose gewagt: Professionelle Anwender werden ihre helle Freude mit dem Modell haben. Hendrik Behnisch

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 10/2018 .

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