Neuer Player in der grünen Branche

Green Landscaping Group kauft erste GaLaBau-Betriebe

Trotz miserabler wirtschaftlicher Lage suchen Private-Equity-Gesellschaften unverändert GaLaBau-Unternehmen. Die Ursache: Deutschlands grüne Branche gilt als Wachstumsmarkt. Nun ist die schwedische Green Landscaping Group Aktiengesellschaft, führender Anbieter von Garten und Landschaftsbau-Dienstleistungen in Nordeuropa, auf den deutschen Markt getreten. Sie ist kein Investor, sondern ein expandierender GaLaBau-Konzern.
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Die schwedische Green Landscaping Group Aktiengesellschaft, führender Anbieter von Garten und Landschaftsbau-Dienstleistungen in Nordeuropa, ist auf den deutschen Markt getreten. Foto: Green Landscaping Group

Im Juni erwarb sie das GaLaBau-Unternehmen Schmitt & Scalzo im hessischen Stockstadt am Rhein. Im Oktober übernahm sie die Rainer Gartengestaltung & Landschaftsbau im bayerischen Senden. Schmitt & Scalzo Garten- und Landschaftsbau wurde 1996 von Francesco Scalzo gegründet, beschäftigt heute 23 Mitarbeiter und vier Auszubildende. 2022 erreichte der Umsatz etwa 13 Millionen Euro.

Im Rhein-Main-Gebiet konzentriert sich das Unternehmen auf Grünflächen, Außenanlagen öffentlicher Gebäude sowie Industrie und Gewerbe. Ein 2004 gegründetes Tochterunternehmen gleichen Namens ist im Straßenbau tätig. Es beschäftigt über 20 Mitarbeiter und widmet sich überwiegend dem Straßen- und Kanalbau für Industrie, Investoren sowie öffentliche Auftraggeber.

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Neuer Country Manager in München ist Stephan Stieglauer (l.). Johannes Vock (r.) kümmert sich als General Manager DACH um die Akquise. Foto: Green Landscaping Group

Rhein-Main-Gebiet und Bayerisch-Schwaben

Rainer Gartengestaltung & Landschaftsbau wurde 2005 von Matthias Rainer gegründet. Der Meisterbetrieb beschäftigt 24 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr erreichte der Umsatz etwa 3 Millionen Euro. In Bayerisch-Schwaben ist er für die Gestaltung und Instandhaltung öffentlicher und gewerblicher Außenanlagen sowie privater Gärten bekannt. Auch Baumpflege und Winterdienst gehören zum Angebot. 2013 wurde der Firmenstandort in Vöhringen mit Lagerhalle, Büros und Schüttgutboxen neu errichtet. Der firmeneigene Maschinen- und Fuhrpark wird kontinuierlich erweitert.

Als "Drehscheibe" für die weitere Expansion in Deutschland, Österreich und der Schweiz eröffnete die Green Landscaping Group im vergangenen Monat ein Deutschlandbüro in München. Geführt wird es von Stephan Stieglauer, seit dem 1. Oktober Country Manager und Geschäftsführer der deutschen Holdinggesellschaft für die Green Landscaping Group. Der 52-Jährige Diplom-Ingenieur war zuletzt Geschäftsführer der Franz Kiel GmbH, Hersteller von Sitzsystemen für Lkws, Busse und Bahnen. Um die Akquise in Deutschland, Österreich und der Schweiz kümmert sich Johannes Vock als General Manager DACH. Er verfügt über mehrjährige Akquise-Erfahrung im Auftrag des schwedischen Landschaftsbau-Konzerns.

Bisher Schweden, Norwegen, Finnland, Litauen

Die Green Landscaping Group hat in Schweden, Norwegen, Finnland und Litauen rund 2.500 Mitarbeiter und generiert jährlich einen Umsatz von 500 Millionen Euro. Die Tochterunternehmen arbeiten selbstständig nach ihrer eigenen Firmenkultur und eigenen Prozessen. Dem Markteintritt der Green Landscaping Group in Deutschland war eine zweijährige Analysephase über den GaLaBau in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorausgegangen. Gesucht werden nun erfolgreiche Unternehmer der grünen Branche mit gutem Renommee sowie einem profitablen und leistungsfähigen Betrieb.

"Wir sind so gut wie in allen bevölkerungsreichen deutschen Bundesländern in Akquise-Gesprächen", sagte Johannes Vock gegenüber der Neuen Landschaft. Gesprächspartner seien meist familiengeführte Unternehmen. Ihnen könne man einiges bieten. Dazu gehöre, dass die Firmen weiterhin eigenständig von der Familie geführt werden. Gebe es Probleme, wie, dass die Tochter noch zu jung ist, um zeitgerecht die Geschäftsführung zu übernehmen, könne Green Landscaping mit einer sogenannten kontrollierten Nachfolge die zeitliche Lücke überbrücken helfen.

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Die Floeter & Uszkureit Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau in Berlin mit über 80 Mitarbeitern gehört inzwischen einem Portfoliounternehmen der Aurelius Wachstumskapital. Foto: Wiltrud Lütge, Neue Landschaft

Bereitschaft zum Verkauf deutlich gewachsen

Die Bereitschaft, das eigene Unternehmen an eine größere Gesellschaften zu verkaufen, ist im Garten- und Landschaftsbau seit dem Frühjahr 2021 deutlich gewachsen. Damals erwarb idverde, europäischer Marktführer für Landschaftsgestaltung und –pflege und Portfoliounternehmen der Core Equity Holdings in Brüssel, das Stuttgarter GaLaBau-Traditionsunternehmen Seidenspinner Garten- und Landschaftsbau.

Im Sommer 2021 begann die Ringbeck GmbH, ein Portfoliounternehmen der Aurelius Wachstumskapital SE & Co. KG aus Grünwald bei München, mit der Übernahme von inzwischen sechs GaLaBau-Unternehmen in NRW, Niedersachsen und Berlin. Die GarLa Gruppe, Portfoliounternehmen der schweizerischen Ufenau Capital Partners AG in Pfäffikon, Kanton Schwyz, stieg 2022 mit dem Kauf von bisher insgesamt acht GaLaBau-Unternehmen in den Markt ein, vor allem in der Mitte und im Südwesten Deutschlands. Insgesamt gingen in den vergangenen zweieinhalb Jahren 19 Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus in den Besitz von Private-Equity-Gesellschaften über.

Andere Länder sind diesen Weg bereits gegangen: In den Vereinigten Staaten gibt es im Garten- und Landschaftsbau über 100 Unternehmen mit über 20 Millionen Dollar Umsatz jährlich. Das größte GaLaBau-Unternehmen beschäftigt dort 21.500 Mitarbeiter und hat rund 200 Niederlassungen. cm

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