Der rote Faden, den jede Pflanzung braucht

Im Rhythmus Halt finden

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Gartengestaltung und Grünflächengestaltung
Rangordnung und ablesbare Muster durch wiederkehrende, markante Blätter, hier im Garten von Horst Schöne in Weimar. Foto: Wolfgang Borchardt

In Zeit und Raum wiederkehrende Ereignisse prägen Natur und Gesellschaft. Ihre Regelhaftigkeit strukturiert, gibt Halt und stiftet Identität. Wiederkehrendes ist prägnanter als Anderes und stellt die für eine verlässliche Orientierung wichtige Rangordnung her. So, wie Schönes und Beglückendes den Wunsch nach Wiederholung weckt, kann umgekehrt Wiederkehrendes Schönheit bewusst machen und Positives suggerieren. Was liegt näher, als das Prinzip "Rhythmus" auch in Pflanzungen einzusetzen? Dass es dennoch oft genug nicht geschieht, verwundert und lässt Gestaltungsmöglichkeiten ungenutzt.

Ein leerer Raum bietet ebenso wenig Orientierung wie die Häufung von allzu Verschiedenem. Wiederkehrende Pflanzen oder andere mehrfach platzierte Objekte stellen die für unsere Wahrnehmung unentbehrlichen prägnanten Muster bereit. Sie sind nicht mehr zu übersehen, werden so in ihrem Rang erhöht und sorgen selbst für die Rangordnung, die eine Pflanzung braucht, um "ablesbar" zu sein. Das gilt auch für eher schlichte Pflanzen, die so unübersehbar hervorgehoben werden können. Dennoch sind in der Rolle der Leitpflanzen gewöhnlich form- und farbstarke Pflanzen zu sehen. Tatsächlich setzen insbesondere Vertikalformen, etwa Säulenwacholder, Steppenkerzen, Fingerhüte, Sorten von Chinaschilf und Rutenhirse, die deutlichsten Akzente.

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Gartengestaltung und Grünflächengestaltung
Rhytmische Struktur durch prägnante Pflanzenformen, verbunden mit spannungsreichen Richtungskontrasten (vertikal: Stämme!/horizontal/ kompakt-richtungslos). Zeichnung: Wolfgang Borchardt
Gartengestaltung und Grünflächengestaltung
Ein gleichförmiger Rhythmus positioniert sich klar gegensätzlich zu einem unregelmäßigen. Etwa, wenn eine abstandsgleiche Rasterpflanzung frei gegliederte Pflanzflächen bricht und so die nötige Rangordnung herstellt (li). Zeichnung: Wolfgang Borchardt
Gartengestaltung und Grünflächengestaltung
Ein gleichförmiger regelmäßiger Rhythmus ist eine starke, aber oft schnell abflauende Botschaft. Deutlich provokant abweichende Details können die Aufmerksamkeit wach halten. Die Aufregung über Pflanzen und Beete, die "aus der Reihe tanzen" ist gewollt und unterstreicht die Bedeutung des Regelhaften, das grundsätzlich und dominant bleibt. Zeichnung: Wolfgang Borchardt

Steter Tropfen …

Der Rhythmus gleichmäßiger, selbst nur kleiner Schritte wird uns zum Ziel auch langer und beschwerlicher Strecken führen. Entsprechend bietet die abstandsgleiche Wiederholung formgleicher Pflanzen oder Pflanzflächen die stärkste Orientierung und kennzeichnet regelmäßig gegliederte Beetanlagen, Baumreihen, Alleen und Rasterpflanzungen. Freie, ungeordnet erscheinende Vegetation disziplinierend, stellt der regelmäßige, gebundene Rhythmus gleichzeitig einen spannungsvollen Kontrast zu dieser her. Für die Umsetzung sind straff aufragende oder dichte, klar umrissene Pflanzenformen (Acer platanoides 'Globosum', Sorbus x thuringiaca 'Fastigiata' u. a.) besser geeignet als zwanglos lockere.

Noch klarer gegensätzlich positioniert sich ein regelmäßiger Rhythmus zu einem unregelmäßigen. Etwa, wenn abstandsgleiche Baumreihen ein frei schwingendes Wege- oder Pflanzenband disziplinierend seitlich begrenzen ("einspannen") oder eine abstandsgleiche Rasterpflanzung schwungvoll gegliederte Pflanzflächen gegensätzlich bricht und so die nötige Ordnung herstellt. Die Regelmäßigkeit abstandsgleich angeordneter Beete wird durch den Gegensatz locker darüber gestellter Bäume unterstrichen. Ein gleichförmiger Rhythmus ist nicht an die Wiederholung geometrischer Formen gebunden. Auch eine geschwungene Freitreppe erzeugt ein Regelmaß, wenn die Stufen deckungsgleich sind. Die für die Orientierung des Betrachters unentbehrliche Rangordnung wird in der Reihenfolge der Wahrnehmung deutlich und bleibt dabei stets erhalten: Regelmäßiger vor freiem Rhythmus, freier Rhythmus vor der Häufung von allzu Verschiedenem.

Gartengestaltung und Grünflächengestaltung
Ein leerer Raum bietet ebenso wenig Orientierung wie die Häufung von allzu Verschiedenem. Wiederkehrende Pflanzen oder andere mehrfach platzierte Objekte stellen die für unsere Wahrnehmung unentbehrlichen Muster bereit. Zeichnung: Wolfgang Borchardt
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Ein gleichförmiger regelmäßiger Rhythmus ist eine starke, aber oft schnell abflauende Botschaft. Deutlich provokant abweichende Details können die Aufmerksamkeit wach halten. Die Aufregung über Pflanzen und Beete, die "aus der Reihe tanzen" ist gewollt und unterstreicht die Bedeutung des Regelhaften, das grundsätzlich und dominant bleibt. Zeichnung: Wolfgang Borchardt
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Die an den Krümmungen des Weges angeordneten "Hindernisse" (hier Pflanzgefäße) begründen und akzen-tuieren die Richtungsänderung des frei schwingenden Weges, den sie zugleich "einspannen" und halten. Zeichnung: Wolfgang Borchardt
Gartengestaltung und Grünflächengestaltung
Freier Rhythmus in Fläche und Raum. Zeichnung: Wolfgang Borchardt

Raus aus dem Trott

Ein regelmäßiger Rhythmus bedeutet eine straffe, disziplinierende, aber auch sofort Halt bietende Orientierung in Raum und (Jahres-)Zeit. Aber: Die stärksten Botschaften nutzen sich am schnellsten ab, die Aufmerksamkeit erlahmt. Überraschend, deutlich provokant abweichende Details können dafür sorgen, dass das nicht geschieht und Neugier wieder entfacht wird. Die Aufregung über Pflanzen und Beete, die "aus der Reihe tanzen" ist gewollt und unterstreicht die Bedeutung des Regelhaften, das grundsätzlich und dominant bleibt. So kann es reizvoll sein, Pflanzstellen in einem Raster nicht zu besetzen oder von vielen abstandsgleich angeordneten Beeten eines aus der Richtung zu drehen. Andersfarbig gepflanzt, ist der vermeintliche "Fehler" sofort erkennbar.

Freier Rhythmus

In unregelmäßigen Abständen wiederkehrende, art- und größengleiche Pflanzen, Pflanzengruppen oder Einzelbeete erzeugen einen spannungsreichen Rhythmus, der jeder Pflanzung Struktur und Lebendigkeit verleiht. Sind gleichförmige Pflanzungen immer Planungsprodukt, steht ein freier Rhythmus eher für Naturnähe, ohne den notwendigen Ordnungsanspruch aufzugeben. Betrachter werden angeregt, nicht diszipliniert. Die Herausforderung besteht darin, das gute Maß ungleicher Abstände zwischen wiederkehrenden Leitpflanzen und Pflanzflächen zu finden, das die Gesamtkomposition trotz spannend freier Anordnung in Balance bringt und zusammenhält.

Anders als ein regelmäßiger, immer starrer Rhythmus kann eine Pflanzung, die differenzierte Abstände gestattet, sehr viel besser einer besonderen örtlichen Situation angepasst werden. So lassen sich die Richtungsänderungen eines frei schwingenden Pflanzenbandes, Weges oder Wasserlaufs durch an den Krümmungen angeordnete Hindernisse - wiederkehrende Leitpflanzen oder andere Einzelobjekte - begründen und akzentuieren. Indem sie diese "hautnah" einspannen, geben sie der in freiem Rhythmus kurvenden Linie Halt.

Werden die wiederkehrenden Objekte durch richtungslos kugelförmige Pflanzen, straff aufragende Pfeilerstauden (wie Calamagrostis x acutiflora 'Karl Foerster') oder Säulengehölze verkörpert, ergeben sich Gegensätze mit ästhetischem Mehrwert. Breite oder überneigende Pflanzen müssen hier ausscheiden, weil sie Wege und Flächengliederungen verwachsen. Die Wuchseigenart und Ausstrahlung von Stauden und Staudengräsern mit bogig ausschwingenden Formen kommt nicht in Dichtpflanzungen, sondern im aufgelockert Abstand haltenden, freien Rhythmus, gestreut in eine flächige Grundpflanzung (Matrix) zur Geltung.

Wiederholung und Veränderung

Ohne ein Grundthema in Frage zu stellen, kann dessen Veränderung und unterschiedliche Interpretation immer wieder Neues entdecken lassen. Das wird den Betrachter bereichern und seine Aufmerksamkeit wach halten. Eine wertvolle Gestaltungsmöglichrkeit, die auch im freien Rhythmus differenzierter Abstände zwischen wiederkehrenden Pflanzen Ausdruck findet. Wechselnde Begleiter verleihen Pflanzthema und Leitpflanzen eine jeweils andere Bedeutung. Die Farben der Leitpflanzen können aufgegriffen und variiert werden, ebenso Stückzahlen (Gruppengrößen) und Farbmengenanteile. Gleiche Pflanzenarten oder -sorten können in unterschiedlicher Größe wiederkehren - die kleineren häufiger, um ihnen ausreichend Gewicht zu verleihen.

Vielfach begleiten Bäume Wege oder Straßen; gewöhnlich in einem abstandsgleichen Rhythmus. Veränderte Pflanzabstände können Sichtlücken öffnen, enger zusammenrückende Bäume auf besondere Situationen hinweisen. Einige Baumarten, zu denen Spitz- und Feld-Ahorn gehören, halten Farbsorten bereit, die Differenzierungen in Baumreihen oder Alleen ermöglichen. So kann eine grundsätzlich gleichartige Baumreihe auf eine näher rückende Einmündung aufmerksam machen, indem die normal grünen Bäume zunehmend durch eine andersfarbige Sorte abgelöst werden. Eine situationsgerechte Baumartenwahl macht Plätze, Haupt- und Nebenstraßen besser unterscheidbar.

Gerade auf längeren Strecken kann der Monotonie formgeschnittener Hecken ebenfalls durch einen Farbrhythmus aufgeholfen werden. Bei Verwendung gleicher Arten in andersfarbigen Sorten bleibt die Textur der Hecke gleich. Das ist für eine durchgängig architektonische Wirkung unverzichtbar. Geeignete Arten sind zum Beispiel Berberitze Berberis thunbergii (rote und gelbe Sorten), Rotbuche Fagus sylvatica (rote Sorten), Feuerdorn Pyracantha (rot oder gelb fruchtende Sorten).

Der regelmäßige Rhythmus grundrissgleich aufeinander folgender Räume im Garten wie im Haus bildet einen verlässlich leitenden Rahmen. Verändertes wird hier überraschend dargeboten, wenn jeder der Teilräume wie jedes Zimmer Anderes bereithält. In frei gestalteten, mit Rasenflächen wechselnden Gehölzpflanzungen erschließen sich den Betrachtern Schritt um Schritt Raumfolgen in unregelmäßigem Rhythmus.

Gartengestaltung und Grünflächengestaltung
Ohne ein Grundthema in Frage zu stellen, kann dessen Veränderung und unterschiedliche Interpretation Betrachter bereichern und ihre Aufmerksamkeit wach halten. Wechselnde Begleiter verleihen Pflanzthema und "Leitpflanzen" eine jeweils andere Bedeutung. Zeichnung: Wolfgang Borchardt
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Ein ungleichförmiger Farbrhythmus kann die Monotonie langer monochromer Farbstrecken (hier Schnitthecke) auflösen. Eine sich zu einem wichtigen Punkt hin verdichtende "Fremdfarbe" kann auf diesen vorbereitend orientieren (unten). Zeichnung: Wolfgang Borchardt
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Dreieckskomposition: Im optischen Schwerpunkt von drei gleichartigen Pflanzen, deren Pflanzstellen die Eckpunkte eines spannungsvoll ungleichseitigen Dreiecks bilden, kommt nicht nur das Auge zur Ruhe. Diese Anordnung ist besonders gut geeignet, um Dazwischenliegendes und Getrenntes einzubinden. Zeichnung: Wolfgang Borchardt
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Über Grenzen hinweg mehrfach wiederkehrend, dabei ausreichend prägnant, schlagen Pflanzen Brücken über trennende Wege hinweg. Räumlich getrennte Pflanzflächen werden so verbunden. Zeichnung: Wolfgang Borchardt

Differenzierte Raumgrößen erlauben unterschiedliche Ausstattungen, Nutzungen oder verschiedenartige Blumenpflanzungen und Farbthemen. Solch freie Raumfolgen können selbst entdeckt werden. Alternativ schicken wuchs- und/oder farbprägnante Leipflanzen Fußgänger von Raum zu Raum. Platz sparend und unübersehbar erfüllen schlank aufragende "Zeigerbäume" (Säulen-Eiche Quercus robur 'Fastigiata Koster', Taxus baccata''Fastigiata Robusta' u. a.) diese Aufgabe besonders gut.

Wiederholung und Steigerung

Das Prinzip "Wiederholung und Steigerung" bedeutet, im Ansatz Vorhandenes aufzuspüren, deutlicher sichtbar zu machen, damit zu stärken und zu steigern; zugleich eine naheliegende Möglichkeit, Gestaltungsideen zu generieren. Weder am Schreibtisch, noch auf Grundlage nicht selbst angefertigter Fotografien kann dieser Entdeckungsprozess in Gang kommen. Hier ist mindestens ein Ortstermin notwendig.

Der bereits vorhandene Rhythmus aufeinanderfolgender Einzelobjekte verdient es oft, durch zusätzliche Akzente hervorgehoben zu werden, die gleichzeitig ein verbindendes Element darstellen können. Anwendungsbeispiele sind niedrige, sonst kaum hervortretende Beete oder eine Serie von Erhebungen, die durch jeweils obenauf gestellte Einzelgehölze wirkungsvoller und zugleich miteinander verbunden werden.

Häufiger wird ein Rhythmus geschaffen, den es zuvor nicht gegeben hat. Ist es sinnvoll, die Farbigkeit eines Gebäudes in der Pflanzung zu wiederholen, die Kontur einer Beetbegrenzung in die Pflanzung zu übertragen? Der Grundriss eines Gebäudes kann im Umriss eines im Raster gepflanzten Baumblocks davor wiederkehren und so gesteigert werden. Gleichzeitig wird der regelmäßige Rhythmus der Bäume auf das Gebäude aufmerksam machen. Das Grau eines Zinkfasses kann sich in ähnlich gefärbten Blättern (Hosta in Sorten), blaugrauen Gräsern oder dem zinkgrauen Farn Athyrium niponicum 'Metallicum' fortsetzen. Die Form einer hoch aufgehenden und überfallenden Fontäne verlangt nach Steigerung durch eine verwandte Form, etwa eine Hänge-Buche in der Nähe. Der aus der Ferne nicht erkennbare Wanderweg wird erst durch den Rhythmus einer hoch genug aufragenden Baumreihe oder Allee sichtbar, die den Wegeverlauf im Landschaftsraum markiert. Die Vervielfachung (Steigerung) der Ausgangsform ist gewöhnlich mit ihrer Abwandlung verbunden.

Eine in der Pflanzung markante, aber unliebsame technische Skulptur (Beispiel: Elektrokasten) muss nicht zwingend stören und hinter Grün versteckt werden. Wer eine Abfolge formgleich geschnittener, vielleicht in der Größe variierter "Skulpturpflanzen" in eine nun recht originelle Gestaltung einbindet, hat aus der Not eine Tugend gemacht. Selbst die außergewöhnliche Dachform eines Gebäudes kann aufgegriffen und in ähnlich formgeschnittenen Eiben- oder Hainbuchenskulpturen wiederkehren. Selbst ein Flachdach ist hiervon nicht ausgenommen: Auf dem Dach selbst hebt ein oben ebenflächig geschnittener Baumblock die Dachfläche in die Höhe, so dass sie auch von unten sichtbar wird.

Ergebnis ist ein ganzheitliches, harmonisches Gestaltungskonzept. Eher dramatisch und deutlich spannungsvoller ist die Wirkungssteigerung einer Ausgangsform durch gegensätzliche Formen und Farben. Gelb als Farbansatz für einen "Gelben Garten" kann zwischen sattem Goldgelb und weichem Gelbgrün vielfältig variiert wiederkehren, aber durch mindestens ein blaues Detail auch provokant gegensätzlich unterstrichen werden.

Auch die Umsetzung, damit Wiederholung eines Vegetartionsvorbildes wird im gestalteten Freiraum keine naturgetreue Kopie ohne ästhetischen Mehrwert sein. Die Steigerung der Naturvorlage kann durch die Verwendung andersfarbiger Sorten von typischen Ausgangsarten, von standortgerechten, nicht heimischen oder anderen physiognomisch passenden Arten und deren definierte Anordnung erfolgen. Im Gegensatz zum Heidevorbild kommen im Heidegarten auch verbesserte und andersfarbige Sorten des Heidekrauts, andere Heidearten, gar Rhododendron zum Einsatz. Das Ausgangsthema kehrt gestalterisch überhöht wieder.

Gartengestaltung und Grünflächengestaltung
Das Prinzip "Wiederholung und Steigerung" bedeutet, im Ansatz Vorhandenes aufzuspüren, deutlicher sichtbar zu machen, damit zu stärken und zu steigern; zugleich eine naheliegende Möglichkeit, Gestaltungsideen zu generieren.
Gartengestaltung und Grünflächengestaltung
Trotz Zaun im Rhythmus verbunden. Foto: Wolfgang Borchardt
Gartengestaltung und Grünflächengestaltung
Pflanzen schlagen Brücken über trennende Wege hinweg und bieten dem Fußgänger Orientierung, wie hier im ega-Park Erfurt. Foto: Wolfgang Borchardt

Im Rhythmus verbunden

Über Grenzen hinweg mehrfach wiederkehrend, dabei ausreichend prägnant, schlagen Pflanzen Brücken über trennende Wege hinweg, zwischen räumlich getrennten Pflanzflächen, höhengestuften Terrassen, gelegentlich bis in Nachbars Garten oder die Landschaft hinein. Die für diese Aufgabe auszuwählenden Pflanzen werden aufgrund ihrer Präsenz den Charakter des Freiraums wesentlich prägen. Gewöhnlich sind es gleichzeitig die Leitpflanzen, die den Rhythmus in den zu verbindenden Teilflächen vorgeben. Das kann auch für den Rhythmus eines frei über alle Einzelbeete schwingenden Farbbandes gelten, den das Auge auch dann als zusammenhängend wahrnimmt, wenn es von Zwischenflächen unterbrochen wird.

Von besonderer Bedeutung, weil vielfach einsetzbar, ist die Dreieckskomposition: Im optischen Schwerpunkt von drei gleichartigen Pflanzen, deren Pflanzstellen die Eckpunkte eines spannungsvoll ungleichseitigen Dreiecks bilden, kommt nicht nur das Auge zur Ruhe. Diese Anordnung ist besonders gut geeignet, um Dazwischenliegendes und Getrenntes einzubinden. Über den Bach reichend, können drei Bäume in dieser Anordnung nicht nur beide Ufer verbinden, vielmehr auch die Brücke rahmen und hervorheben. Die Pflanzabstände sind sorgfältig auszuwägen. Damit die Proportionen auch langfristig stimmen und nichts Wichtiges verdeckt wird, sind für diese Aufgabe nur ausreichend hochstämmige Bäume oder andere straff aufragende Gehölze einsetzbar.

Prof. Dr. Wolfgang Borchardt
Autor

Studiendekan der Fakultät Landschaftsarchitektur, Gartenbau und Forst, Fachhochschule Erfurt

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