Die "Große Staudenschau" im egapark 2021: Was blüht uns morgen?

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BUGA 2021 Historische Parks und Gärten
In Erfurt erwartet die Besucher eine opulente Blütenpracht für trockene Bedingungen. Foto: Shutterstock

Großzügige opulente Staudenpracht - das hat im Erfurter Garten- und Freizeitpark (ega) Tradition. Die geschichtsträchtige Gartenschau steht unter Denkmalschutz. Seit 1961 spiegelten verschiedenen Themen im gesamten Park, den jeweiligen Zeitgeist der Pflanzenverwendung wider.

Besonders spannend ist die "Große Staudenschau". Sie erstreckt sich mit einer Fläche von 6000 m² entlang der Großen Wasserachse. Historisch ist die Struktur mit den vier heckenumsäumten Plätzen. Sie ragen wie ein Kamm in die Fläche. Sie gliedern damit die verschiedenen Abschnitte.

In den letzten Jahren ging das große Ganze innerhalb der Pflanzung verloren. Viele einzelne Themen reihten sich zusammenhangslos aneinander. Mit der Umgestaltung zur Gartenschau 2021 sollte wieder ein großes zusammengehöriges pflanzliches Bild entstehen.

Aufgrund der Größe der Fläche, gibt es neben der äußeren Erschließung über breite befestigte Hauptwege auch eine innere Erschließung. Ein geschwungenes Rasenband schlängelt sich mitten durch die üppige Vegetation. Es schafft die Möglichkeit, ganz in die Pflanzung einzutauchen. Der Besucher erlebt das Werden, Wachsen und Vergehen sowie die Tierwelt ganz aus der Nähe. So geht er auf Tuchfühlung mit der Pflanzenwelt.

Das Klima ändert sich. Das ist inzwischen in den Gärten deutlich spürbar. Es stellt uns vor die Frage; was blüht uns morgen? Welche Pflanzen brauchen weniger Wasser, wenn es trockener und heißer wird. Deshalb bieten sich in der Verwendung Pflanzen an, die aus trockenen Regionen kommen und denen aufgrund besonderer morphologischer Merkmale gut an Trockenheit angepasst sind. Das sind Arten aus der Steppe, der Prärie und aus mediterranen Landschaften.

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Die große Staudenschau besteht vorwiegend aus nordamerikanischen Stauden und Gräsern. Jedoch mischen sich auch Steppenarten darunter. Foto: Petra Pelz
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Fensterbeet. Ein Hauch von Toskana. Foto: Petra Pelz
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Fensterbeet. Urban Dschungel, mit etwas Wasser und einem halbschattigen Standort, lässt sich der Dschungel pflanzen. Foto: Petra Pelz

In dem großen Staudenband wachsen vorwiegend Arten aus Nordamerika, wie Röhrenstern Amsonia Hybriden, Indigolupine Baptisia Hybriden, Sonnenhut Rudbeckia und Staudensonnenblumen Helianthus. Sie sind kombiniert mit Arten anderer trockener Regionen, wie Steppensalbei Salvia nemorosa oder Steppenwolfsmilch Euphorbia seguieriana subsp. Niciciana.

Nordamerikanische Stauden treiben spät aus und die meisten haben eine spätere Blüte. Deshalb entfalten im Frühjahr bis Frühsommer zahlreiche Zwiebelblumen ihre üppige Pracht, bevor die Präriestauden bis zum Herbst zuverlässig blühen. Übrigens, die späte Blüte sorgt für ein späteres Nahrungsangebot der Insekten.

Frühlingsgarten

Seitlich flankierend der Staudenschau erstreckt sich der Frühlingsgarten. Die Blüte im Frühlingsgarten konzentriert sich auf die Jahreszeit Vorfrühling und Frühling.

Nicht nur Gehölze, wie Kornelkirsche Cornus mas, Zaubernuss Hamamelis, Scheinhasel Corylopsis pauciflora oder Winterheckenkirsche Lonicera purpusii werden dort prächtig blühen. Dann entfalten zahlreiche Zwiebelblumen, wie Frühlings Alpenveilchen Cyclamen coum, besondere Krokusse, Tulpen sowie Hunds-Zahnlilie Erythronium dens-canis und andere besondere Kostbarkeiten ihre Pracht. Den Rest des Jahres, wenn das frühe Blütenfeuerwerk vorbei ist, treten schöne Blattstrukturen in den Vordergrund. Sie sind kontrastreich angeordnet und alles andere als langweilig. Aufgrund der höheren Bäume, ist das Beet entlang der Mauer halbschattig und ein schöner Platz für heiße Tage.

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Das Klima ändert sich. Daher sind bei der Gestaltung robuste Pflanzen gefragt. Foto: Shutterstock
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Die "Große Staudenschau" erstreckt sich mit einer Fläche von 6000 m² entlang der Großen Wasserachse. Foto: Shutterstock


Fensterbeete: Ein Hauch Toskana!

Wetten? Urlaub lässt sich pflanzen! Auf den höher liegenden Fensterbeeten, die sich ebenfalls entlang der Staudenschau erstrecken, geht es trocken zu. Dort werden Arten gezeigt, die aus der Steppe oder mediterranen Landschaften kommen. Dort ist heiß und trocken und das kann man optisch an den Merkmalen der verwendeten Pflanzen auch sehen. Pflanzen, wie Edeldisteln Eryngium, Lavendel Lavandula, Heiligenkraut Santolina oder Fackellilie Kniphofia sind an Dürre und Kargheit angepasst. Sie haben morphologische Merkmale ausgebildet, wie silbriges Laub, kleine oder schmale Blätter, gewachste Blattoberflächen, Stacheln oder dickfleischiges sukkulentes Laub.

Neben den genannten Merkmalen, haben diese Arten oft auch besonders ausdruckstarke Struktur oder bizarre Form. Mit ihnen lassen sich reizvolle, ausdruckstarke Gärten gestalten. Es sind vor allem Zukunftsgärten, wenn es künftig heißer und trockener wird.

Dschungelgarten

Üppige Blätter, prachtvolle Blüten - Dschungelfeeling macht sich breit. Bei uns wird es wärmer, wenn auch trockener. Aber mit etwas Wasser und einem halbschattigen Standort, lässt sich der Dschungel pflanzen. Er passt in halbschattige Gartenecken oder kleine Innenhöfe. Gärtnereien bieten winterharte Stauden mit ornamentalen Blättern, wie Schaublatt Rodgersia, Tafelblatt Astilboides tabularis und Gräser, wie Chinaschilf Miscanthus sinensis 'Cabaret', das Pfahlrohr Arundo donax an.

Ihre exzentrischen Blätter, farbenfrohen Blüten sorgen für Dschungelflair. Akzente schaffen Gräser mit farbigem Laub. Je nach Laune, lassen sich Einjährige, wie Fuchsien Fuchsia magelanica, Begonien Begonia Hybriden, Zyperngräser Cyperus oder sogar Zimmerpflanzen, wie das Fensterblatt Monstera, Elefantenohr Alocasia oder Grünlilie Chlorophytum comosum einbeziehen.



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Großräumige Flächen brauchen großräumige Pflanzungen. Hier wird der Plan auf die Flächen der großen Staudenschau übertragen. Bald verwächst sich alle zu einer großen zusammenhängenden üppigen Staudenfläche. Foto: Petra Pelz
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Purpursonnenhüte (Echinacea pallida) soweit das Auge reicht. Foto: Shutterstock

Pavillonringe

Die Pavillonringe wurden mit Blüten und Blattschmuckstauden umpflanzt. Je nachdem, ob der Standort sonnig oder halbschattig wurden die Arten ausgewählt. So wachsen im Schatten und Halbschatten nicht allzu hohe Stauden, wie beispielsweise Sterndolden Astrantia major, der kleine Geißbart Aruncus aethusifolius 'Horatio' mit Bergenien Bergenia cordifolia. In den sonnig bis halbschattigen Bereichen blühen Herbstanemonen Anemone x cultorum 'Dainty Swan', Anemone Japonica 'Honorine Jobert', der weiße Sonnenhut Echinacea purpurea 'Virgin' oder die Prachtkerze Gaura lindheimeri in zartem Weiß. Blüten und Blätter bilden spannende Kontraste. Die Anordnung der Pflanzen im Beet ist mosaikartig. Somit entstehen kleine verwobene Blütenteppiche rund um die historischen Pavillonringe, ohne diese zu verdecken.

Erfurt lässt Blumen sprechen

Erfurt lässt Blumen sprechen! Am Eingang des egaparkes werden die Gäste in den Erfurter Farben begrüßt. Auf fast 400 m² werden im Frühling und Sommer, Einjährige und Zwiebelblumen in den Farben Rot und Weiß blühen. Im Frühling sind Tulpen in den passenden Farben Weiß, Rot und Schwarzrot. Sie sind mit Persischen Kaiserkronen, Kräutern, Violen und Frühlingsanemonen zu einem Blütenteppich verwoben.

Im Sommer blühen Chinesische Astern, Dahlien, Lampenputzergräser, Ziertabak und Schmuckkörbchen. Drei unterschiedliche Farbkonzepte in einem aufwändigen Pflanzmuster wechseln sich ab. Nach einem weiß bepflanzten Beet, folgt eine rot-weiß und eine rot bepflanzte Blütenfläche. Große Riesenhibiskus Hibiscus moscheutus sind die Besonderheit in den Beeten. Sie setzten Akzente und das ebenfalls in den Erfurter Farben Rot und Weiß.

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Typische Steppenlandschaft mit Reiherfedergräser und Salbei. Hier wachsen Pflanzen, die an trockenen Bedingungen angepasst sind. Foto: Shutterstock



Dipl.-Ing Petra Pelz
Autorin

Landschaftsarchitektin

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